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Eilfter Band.
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Mexico und Mittelamerika. 681

schickte, um ihre Rechte zu wahren, da beging Guillaumot von neuem Mißgriffeüber Mißgriffe: er verhing gegen Jedermann, der Santo-Tomas verlassen wollte,die härtesten Maßregeln und steigerte die Strenge in jeder Beziehung bis zur Grau-samkeit. Zuletzt konnte gar nichts mehr gearbeitet werden, die Zahl der Kranken undTodten nahm täglich zu, bis fast Niemand mehr übrig war.

So sielen an 1500 Menschen, das Opfer der Spcculativn. Die Gesellschaftkonnte nicht mehr bestehen. Sie löste sich im April 1849 auf. Vorher wurdenaus ihre und der Regierung Kosten die noch lebenden Colonisten nach Belgien zurück-gebracht. Es zeigte sich von neuem, daß die Romanen unfähig sind zur Co»Ionisation.

VI. Die Republik Costa-Rica und die europäische Colonisation.

Costa-Rica ist durch die Bildung und Beschaffenheit des Landes zu allen Zei-ten und unter allen Verhältnissen mehr als irgendein Landestheil Mittelamerikasvon andern Weltgcgenden getrennt und auf sich selbst beschränkt geblieben. Dieschönen, durch ihr herrliches Klima wie durch ihre Bodenbeschaffenheit begünstigten-Hochthäler — sie mögen von Alajuela nach Cartago hin von 3000 zu 6000 Fußüber die Mceresfläche emporsteigen -— sind bald durch unfruchtbare steile Gebirgegetrennt, bald durch dichte wcitausgedehnte, vielfach verschlungene Urwaldungen. VomMeere, sowol auf der atlantischen Seite wie zum Stillen Ocean, ist das innere Landdurch hohe vorgeschobene Bergrücken und unwegsame Schluchten abgeschlossen. DieKüstenstriche sind deshalb öde und wenig bevölkert, was zum Theil aber auch in derfrühern Geschichte des Landes seinen Grund hat. Es haben sich nämlich die Be-wohner, seit dem Beginn des 17. Jahrhunders, um den unaufhörlichen räuberischenAnfällen der Flibustier zn entgehen, nach dem Innern zurückgezogen. Die vierStädte Cartago, San-Jose, Heredia, Alajuela und eine Anzahl kleiner Ortschafteninnerhalb der Berge und Seitenthäler umfassen beinahe die ganze Bevölkerung desLandes, welche zwischen 100- und 220000 Seelen geschätzt wird. Der Umfang desStaatsgebiets wird aus 3000 Lcguas im Gevierte oder auf 27000 englische Qua-dratmeilen angegeben. Aus allen diesen Gründen hatte dieser Staat, obgleich auchhier die Parteiungen nicht fehlten, vcrhältnißmäßig weniger innere Revolutionen zubestehen: er konnte sich sogar zu manchen Zeiten ganz außerhalb der in den Nach-barrepubliken tobenden Aufstände halten. Costa-Nica ist demnach in Bodenculturund Handelsverkehr weit mehr und schneller als die andern Länder Mittelamerikasvorgeschritten.

- Den ersten Aufschwung, in volkswirthschaftlicher Beziehung, verdankt Costa-N>ca der Einführung der Kaffeecultur, um welche sich, wie Neichardt in seinem^richte: „Nicaragua nach eigener Anschauung im Jahre 1852" (Braunschweigsagt, der deutsche Consul Wallerstcin große Verdienste erworben hat. Bri-"lches Capital ging, wie in so vielen andern amerikanischen Staaten, ins Land.^ur Ausbeutung der Quarzgoldminen von Aguacate ist eine Gesellschaft von Eilg-eldern zusammengetreten, welche, ein großer Fortschritt in den Verbindungsmitteln,-Um Gütertransport von der Hochebene nach dem Hafen Punta - Arenas am Stil»E °u Ocean eine Straße für den Gütertransport erbaute. Die englischen WaarenI »Uvden gegen Kaffee umgetauscht. Nun suchten die Behörden und wohlhabendenb Mitten mittels Einwanderungen aus Europa, vorzüglich aus Deutschland, die Ar-tz^kräste zu mehren und dadurch die Masse unbebauten Landes nutzbar zu machen.Zowisscr Felipc Molina, Geschäftsträger des Staats in England, bereiste (1848)vlesem Zwecke mehre Gegenden Deutschlands und Frankreichs, konnte sich aberor besondern Erfolge rühmen. Da schenkte (1849) die Regierung von Costa-Ver pariser Gesellschaft Lafond 240 Quadratleguas in der Umgegend des Golfsbtiiw" Stillen Ocean, unter der Bedingung, jene ganz brachliegenden Gemar-" unbauen und eine Vcrbindungsstraßc quer durch das Land, nach der Chiriqui-L>ne, der schönen inselrcichen Meeresbucht an der atlantischen Küste, erbauen zu