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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

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Phytolitharicn.

Dennoch wagen wir es noch nicht, die pflanzliche Natur der Bacillaricn mit der-selben Bestimmtheit auszusprechen, wie wir es bei den Desmidicen gethan haben.Denn einmal ist die chemische Beschaffenheit ihrer Schalen, die aus reiner Kiesel-erde bestehen, in solcher Weise noch bei keiner Pflanze gesunden worden. Zwar istin vielen Gewächsen, namentlich bei den Gräsern, Riedgräsern, Schachtelhalmen dieKieselerde sehr reichlich vorhanden, sodaß sie in den Stengeln des Bambus als Glas-klumpen, sogenanntes Tabaschir gefunden wird, und namentlich in den Zellen derOberhaut in Gestalt seltsamer, aber immer gleichgcformter, oft gezackter oder viel-eckiger Plättchen und Hörnchen ausgeschieden wird. Diese Kicselplatten widerstehender Fäulnis und bleiben daher nach Zerstörung der weichern Pflanzentheile als so-genannte Phytolitharicn in der Erde erhalten, die von so beständiger Gestalt sind,daß Ehrenberg diese Bruchstücke in Gattungen und Arten eintheilen konnte. Be-stimmte Formen von Phytolitharicn gehören bestimmten Pflanzen oder doch bestimmtenPflanzentheilen an, und wenn Cuvier aus einem einzigen Wirbelknvche» die ganzeGestalt und Lebensweise eines vorweltlichen, längst ausgestorbenen Thieres zu be-stimmen vermochte, so leistete Ehrenberg das gewiß nicht minder Wunderbare, ausKieselsplittern, die sich nur mit Hülfe des Mikroskops in einem Staubhäufchen oderAckerkrümmchcn entdecken lassen, die Gegenwart und oft auch die Art der Pflanzenanzuzeigen, die vielleicht vor Jahrtausenden schon an der betreffenden Stelle gelebthatten; ja er durfte sogar aus einem solchen Funde wieder allgemeine, oft höchstüberraschende Schlüsse über geologische Ereignisse folgern, von denen uns oft keinanderes Zeugniß als eben die mikroskopischen geblieben sind.

Die Pflanzenkieseltheile oder Phytolitharicn unterscheiden sich jedoch von denBacillarienschalen dadurch höchst wesentlich, daß erstere niemals die ganze Zellmem-bran der betreffenden Pflanzen darstellen, sondern nur als stellenweise Kieselausschei-dungen der Cellulosemembran in ähnlicher Weise zu betrachten sind, wie man auchsonst häufig Kalkincrustationen auf vielen Wasscrgewächsen (Llwrs, tlorallins) undselbst auf den Blätter» der kalkbewohnenden Saxifragen beobachtet hat.

Fütterung der Bacillaricn. Wiederaufleben nach. dem Vertrocknen. Berbreitunfl der

Bacillarien.

Das Hauptargument gegen die Pflanzennatur der Bacillarien liegt in einerBeobachtung von Ehrenberg, die dieser schon im Jahre 1838 machte, und die seit-dem zwar vielfach wiederholt, gleichwol noch nicht bestätigt, jedoch auch nicht geradewiderlegt werden konnte. Ehrenberg zog nämlich gewisse Bacillarien in einem Wasserch^l, das durch Indigo oder Karmin, welche unter dem Mikroskop aus sehr feinenHörnchen bestehen, gefärbt war; er beobachtete dann nach einigen Tagen, daß der»arbstoff von den Bacillarien in das Innere ihrer Körper aufgenommen war, unddarin in Gestalt rother oder blauer Kügelchen erkannt werden konnte. Ehrenbergichlvß daraus, daß die Bacillarien den Indigo oder Karmin gefressen hätten, daß sieassv einen Mund besitzen, und die Nahrung in zahlreichen rings um den Mund ge-asteten Blasen oder Magen (als solche wurden die farbigen Kugeln gedeutet) ver-dauen sollte». Ander» Forschern scheint zwar die Wiederholung dieses Experiments^cht gelungen zu sein; doch steht fest, daß Ehrenberg Bacillarienschalcn, die mitKarmin erfüllt waren, wirklich beobachtet hat, und man müßte annehmen, daß diese«arbstoffe erst nach dem Tode der Bacillarien nur zufällig in das Innere der auf-iprungenen Zellen eingedrungen seien, wenn man an der Pflanzennatur dieser We-festhalten will. Zambra in Salzburg berichtet von einer sonderbaren scheiben-len"i-ll^ zierlich gerippten Bacillarie, dem Lampz'Iociisous norieus, daß ihre »scha-den ^ ""d zuklappen, beugen und krümme» können, und Rabenhorst in Dres-

Ne» L Zugaben „xl,e,-di»gs bestätigt. Verhält dies sich so, so würde es ein

Ed gewichtiges Argunient für die Contractilität dieser Wesen und somit auch für