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Die mikroskopische Welt.
dasselbe seine Strahlen wie Fangarme nach allen Nichtnngen hin ansstrecke. Nähertsich ein Infusorium, ein kleiner Krebs unachtsam dem fast unsichtbaren Strahlcn-netze, so schlingen sich plötzlich die Fäden um seinen Körper, als würde derselbe mitStricken gefesselt, sodaß alles Sträuben vergeblich ist. Hat endlich der Widerstandaufgehört, so werden die Fäden eingezogen, dadurch das Opfer dem Körper desSonnenthierchens genähert; an der Stelle, wo es ihn berührt, stülpt sich dieser nachinnen ei», und nach einiger Zeit liegt das gefangene Infusorium gleichsam in einerTasche des Sonnenthierchens, die sich unmittelbar für dasselbe gebildet hat und inwelcher es nun verdaut wird. Gleichzeitig kann sich an einer andern Stelle einzweites Thierchcn fangen und dieses wird ebenso in einer Tasche des Körpers, diesich sofort zu diesem Zwecke nach innen einstülpt, verzehrt. Es kann also bei diesemwunderbaren Thiere jeder beliebige Punkt des Körpers zum Mund und Magen wer-den, oder vielmehr für gewöhnlich hat das Sonnenthier weder Mund noch Magen,und bildet sich diese Organe erst an der Stelle, in dem Momente und in der Zahl,wie es ihrer gerade bedarf. In ^anz ähnlicher Weise fangen auch die schaligcn Rh"zopoden des süßen Wassers ihre Beute mit Hülse der Wurzclfüße, und auch dieMeerpolythalamicn benutzen das Fadcnnctz, um die Bacillarien damit zu umschlingt"und einzuspinnen, alsdann in das Innere ihres Körpers hineinzuziehen. EhrenbcrSfand Bacillarien selbst in der hintersten Kammer einer Polythalamie. Die Amöbe"kriechen auf dem Sande und gleiten über die dort liegenden Bacillarien und Alge"Diese pressen sich dadurch in den weichen Amöbenkörper hinein, der sich über ih»c"schließt; ist der nahrhafte Inhalt der verschluckten Zellen verdaut, so wird die Scha"ausgeworfen. Flüssige Nahrung scheint von den Nhizopoden direct durch die Fädt"eingesogcn zu werden, die alsdann wie Rüssel wirken, ohne daß sie deshalb durch'bohrt zu sein brauchen. Lachmann macht darauf aufmerksam, daß die gefangene"Infusorien oft durch die Fäden eines Sonncnthicrchen völlig ansgesaugt werden, oh"^daß sie in den Körper desselben eintreten. Eine contractile Blase ist bei vielen, do^noch nicht bei allen Nhizopoden beobachtet; beim Sonnenthierchen stülpt sich ei"'Blase bruchsackartig am Körperendc hervor und zieht sich dann plötzlich wieder c>"'Außerdem finden sich im Nhizopodenkörper noch Vacuolen, die Ehrcnbcrg fürgen und braune Pigmentkörnchen erklärte. Eigentliche Organe sind auch bei dt"riesigen Polythalamie» nicht gefunden worden.
Dujardi» betrachtet die Nhizopoden als einfache, durchaus nicht weiter org"^sirte Massen von Sarcode oder contrackiler Substanz, also als individuell undständig belebte Tropfen einer gallertartigen Flüssigkeit, die sich aus eigenem Ant"'"ausdehnen und contrahiren, in Fäden ausziehen und zu Netzen wieder verschwelkönnen. Auerbach in Breslau hat in den letzter» Tagen den Sah ausgesproch^daß auch die Nhizopoden trotz ihres formlosen Ansehens doch einzellige ThiereEr entdeckte in mehren Gattungen einen bläschcnförmigen Zellenkern, von der ^wöhnlichen Gestalt, mit Kcrnkörperchen, und eine feine elastische Haut oder ?Membran; diese umschließt einen contractilen halbflüssigen Zelleninhalt (Sarcode),cher durch seine Contractionen an beliebigen Stellen die Haut hervorstülpt u"d „durch die Fortsätze sowie überhaupt die Gestaltveränderungen des Thieres vera" ^
Monaden. Panzcrmonaden. Augen-, Scheiben- und Kranzthierchen. ^
Nhizopoden stehen die übrigen eigentlichen Infusorien gegenüber, ^„fu-durch Wimper» bewegen; doch scheint eS nicht gerechtfertigt, Nhizopoden ? wiesoricn als zwei besondere Thierclassen aufzufassen, da beide Gruppen im Ba" "wir später sehen, auch l„ der Fortpflanzung wesentliche Berührungspunkte ^tDie mundlosen ^»fusorien (^stoma) mit Ausschluß der Nhizopoden besitz"' ^ekdie Fähigkeit, feste Körper in ihr Inneres aufzunehmen; sie ernähre» stehnur von flüssigen, organischen Stoffen, die im Wasser gelöst sind und d»rw ^Haut aufgesogen werden können; daher entwickeln sie sich an, häufigste" >" 'Flüssigkeiten, die durch die Verwesung von Thier- und PflanzenkLrpern mit o g