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Die mikroskopische Welt.
dem Begriff einer einfachen Zelle widerstritte; sie zeigen daher, wie wir schon frü-her auseinandergesetzt haben, die größten Analogien zu den einzelligen Pflanzen, na-mentlich zu den Schwärmzellen derselben und werden deshalb auch von Pcrty alsPflanzenthiere, pk^loriuicli-i, bezeichnet, von Leukart sogar dircct, jedoch mit Unrechtunter die Pflanzen eingereiht.
Gregarinen. Opalinen.
Außerdem gibt es noch eine Anzahl mundloser Infusorien, die weit größer alsdie vorhin erwähnten und zugleich dadurch ausgezeichnet sind, daß sie als Schmarotzerin der Bauchhöhle anderer Thiere leben und sich von dem Blut und Darmsaft der-selben ernähren. Sie nehmen diese Flüssigkeiten wie die Band- und andere Einge-weidewürmer durch die ganze Oberfläche ihrer Haut auf. Hierzu gehören die Opa-linen, große scheibenförmige Bläschen, welche im Darmkanal der Frösche und Re-genwürmer leben, ringsum mit kurzen, in regelmäßigen Reihen geordneten Wimpernbeseht sind und im Innern einen stabförmigcn Kern umschließen. Eine Mundöff-nung und Aufnahme fester Nahrung ist jedoch bei diesen Thieren nie beobachtet.Dagegen saugen sie leicht Flüssigkeiten ein; denn wenn man ein solches Thier ausdem dichtern Darmsafte, in dem es lebt, herausnimmt und in reines Wasser bringt,so dringt das Wasser so geschwind durch die Haut der Opaline, daß dieselbe raschzu einer kugeligen Blase aufschwillt und selbst zerplatzen kann.
In ähnlicher Weise wie die Opalinen ernähren sich auch die Gregarinen, eigen-thümliche, langgestreckte Körperchen, welche in verschiedenen Arten im Darme dermeisten Insekten schmarotzen, sich jedoch sehr wenig bewegen. Ihr Körper ist durcheine Scheidewand in zwei Abtheilungen getheilt, deren jede einen Zellenkern besitzt;an der Spitze der vorder», die sich in eine Art Kopf verlängert, befindet sich einHackenkranz. Man har über diese sonderbaren Geschöpfe, über deren Entwickelungich noch Einiges mittheilen werde, verschiedene Ansichten ausgestellt, und es ist na-mentlich behauptet worden, daß dieselben junge Eingeweidewürmer seien; gegenwärtighat sich jedoch die Ansicht die meiste Geltung verschafft, daß die Gregarinen einzel-lige Thiere aus der Classe der Infusorien seien.
Mundbcgabte Infusorien.
Während die mundloscn Gattungen noch oft Zweifel erregen mußten, ob sie zuden Thieren oder zu den Pflanzen gehören, bekunden die mit Mund versehenen 3>'°fnsoricn ihren thierischen Charakter durch das Fressen und ihre ganze Lebensweiseentschiedenster Weise; auch sind sie im Durchschnitt größer als die mundlosen Gat-tungen. Ihren allgemeinen Bau habe ich schon oben geschildert, und ich habe hi^nur noch Einiges über die wichtigsten Formen nachzutragen.
Die Glockenthierchen oder Vorticcllen haben wir uns als Bläschen vonGestalt einer Glocke zu denken, welche oben durch eine flache Scheibe abgestumpnist. Der etwas vorspringende Rand der Glocke (das Peristom) ist ringsum ""langen Wimpern in mehren Reihen besetzt. An diesem Rande befindet sich eine Offl""'?'die in einen kugeligen Vorhof führt. In diesen, liegen dicht nebeneinander D?""und Afteröffnung; die erstere führt in eine gebogene Speiseröhre, welche frei, i"Korperhöhle hinabhängt; im Innern des Leibes befindet sich ein hufeiscnfm'N'A,-Kern. Das ganze Thier kann sich zur Kugel zusammenziehen, indem t^r t ^mernde Rand (d»s Peristom) sich umschlägt und den übrigen Körper wie cn^ ^bedeckt. Die Glockenthierchen schwitzen in der Regel am Grunde ihres KörperSubstanz aus, die zu einer langem elastischen Chitinröhre erstarrt; mit taepstigt sich das Thier an Teichlinscnwurzeln, Steinen und Hölzern und häng) vo-llen wie eine Maiglockenblume an ihrem Stiele. Im Innern der Stielrohrläuft ein feiner contractiler Faden. Wenn das Glockenthierchen Gefahr merkt, w ösich dieser Faden plötzlich zusammen, sodaß. sich die Stielröhrc »ach Arr ^Sprungfeder in einer Spirale eng zusammenrollt, und das Thierchen sim )