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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Wett.

die Teichlinsenwurzcl andrückt; ist die Gefahr vorüber, so dehnt sich der elastischeStiel langsam wieder aus, und das Thier vermag dann durch das Spiel seinesWimperkranzcs seine Beute in die Mundöffnung hinabzutreiben. Bei gewissen Ar-ten stellt der Stiel ein zierliches, in viele Äste gabelig verzweigtes Bäumchen dar,das an der Spitze jedes Zweiges ein Glockenthierchcn trägt. Diese Formen, Säulcn-glöckchen und Glockenbäumchen (Lpistvlis, Laroliesium) genannt, sprossen oft aufkleinen Krebsen, Käfern, Spinnen und lassen sich von ihnen mühelos durchs Wassertragen. Sie erscheinen ^m bloßen Auge wie ein weißer Schimmel; berührt man sieaber mit einem Stäbchen, so scheinen sie plötzlich verschwunden, indem sich die Stielemit einem male auf einen kleinen Punkt zusammenschnellen; nach wenig Secundensind sie wieder ausgestreckt. Bei den Gallertglöckchcn (Oplir^clium) sehen wir Hun-dcrttausende, ja Millionen von Glockenthierchcn, deren Körper durch grüne Körnchenschön gefärbt ist, dicht nebeneinander auf der Oberfläche einer großen Schleimkugelmit dem Hintern Theile ihres Körpers festsitze». So bilden dieselben eine kolossaleGallertmassc, die die Größe eines Kindskopfes erreicht und frei und langsam inGräben und Teichen dahinschwimmt; sie läßt sich mit einem riesigen Volvox ver-gleichen, nur daß die Individuen, welche in zahlreicher Familie die Oberfläche derKugel bedecken, nicht unscheinbare Pflanzenzcllen, sondern weit größere, fressende Vor-ticcllen sind. Die Panzerglöckchen (Vagiiiieols, Lotlnirnis) sind Glockenthierchcn ineinem glashellen Büchschen, das unten an irgendeinem Gegenstände befestigt, oben offenist. Durch die Öffnung steckt das Thier seinen Kopf heraus; wittert es Gefahr, soö>eht es sich in sein Häuschen wie die Schnecke in ihre Schale zurück. Verwandtmit den Glockenthierchcn ist auch das Urnenthierchen (Iricliolls). Es gleicht einemHute, der mit breitem, von Wimpern umgebenen Rande auf den Armen des ge-meinen Süßwafferpolypen (llvclra) lebhaft hinaus- und hinablä'ust; es ist deshalbauch unter dem Namen der Polypenlaus bekannt. Andere Arten kriechen in ähn-licher Weise auf Strudelwürmern und Wafferschwämmen (Spongium) herum.

Alle übrigen Infusorien sind an ihrer ganzen Oberfläche mit Wimpern bedeckt.Unter diesen erwähne ich die Trompetenthierchen (Ltentor); es sind große füllhorn-ähnliche Geschöpfe, von grüner, grauer, blauer, schwärzlicher oder milchweißer Farbe,bei denen die den obern Rand des Füllhorns umkränzenden Wimpern besonders langsind und in einer Schneckenlinie zur Mundöffnung führen.

Die Zahnwalze (krorocton), der Seitenschnabel (Wloüon) und das Rensen-ttsterchen (dlassula) sind von eiförmiger Gestalt und durch den fischreusenartigenZahnapparat ausgezeichnet, der den Mund umgibt und den Nahrungsstoffen, na-mentlich Bacillarien, zwar den Eingang, aber nicht den Austritt gestattet. Bei derZahnwalze ist der Mund vorn, beim Seitenschnabel aber seitlich angebracht; dasTleusenthicrchen ist noch durch die bunten, rothen, blauen, grünen, grauen Pigment-kugeln geschmückt, die seinen Körper erfüllen. Diese Thierchcn ernähren sich auch gernvon Oscillarien, die weit länger sind als ihr Körper, sodaß das eine Ende des Fa-^ns aus dem Munde noch lang herausragt, wenn daS andere schon ins Innere der"ibeshöhlc herabgewnrgt ist und sich hier noch dreht und krümmt.

Höchst wunderlich ist die Gestalt des Thränenthierchen (Isor^msria), der Hals-lhierchcn OmplnwptuZ) und des Schwanenthierchen (Ir-Hlislooerioa). Sie gleichen ei-"en, weißen Schwane mit langem biegsamen Halse, der sich in zierlichen Windungenhm- und herschlingk, bald einzieht und bald lang ausstreckt, sodaß das Thier unab-?mg die wunderlichsten possirlichsten Bewegungen macht. Die Mundöffnung befindetllch in der Regel an der Wurzel des Halses, sodaß dieser in Wirklichkeit vielmehr°Mcr Oberlippe oder einem Rüssel entspricht. Diese Thiere haben in der Regel ei-sÜ" „^mmclförmigen Kern und eine große Anzahl contractilcr Blasen, die wie Perl-lchnüre im Körper vertheilt sind. Die Börsenthierchen (vursaeia), die Lippenthier-

(Iwxoclss), die Busenthicrchen (tlolpolla) und He Pantoffelthierchen (ksramo-erinnern in ihrer Gestalt in der' That mehr oder minder an einen Pantoffel;a wo die Öffnung für den Fuß sich befindet, zeigt sich auch in dem Infusorien-