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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

körper eine trichterförmige Vertiefung, an deren Grunde die Mundöffnung liegt. DieBusenthierchcn entwickeln sich vorzugsweise in, Hcuaufguß, die Pantoffclthierchen injeder faulenden Infusion, die BLrsenthierchcn sind zum Theil Eingeweidewürmer; diegrünen Lippcnthierchcn erscheinen besonders im Frühling in den Gräben und sind,wie ich schon oben bemerkte, durch den lebhaften Kreislauf ihres Lcibessaftes ausge-zeichnet.

Eigenthümlich ist auch die Form der Griffel , Waffen-, Muschel- und Hechel-thierchen (Ox^triclm, Ltvlouz'olnii, Vio^lz ln). Sie sind zum Theil ziemlich groß, so-daß sie schon dem bloßen Auge als weiße Punkte sichkbar werden, haben eineflache schildförmige Gestalt und aus der Bauchseite eine lange Mundspalte. Außerden zarter» Wimpern tragen sie noch am Rande des Mundes und am Schwanz-ende eine Anzahl breiter, griffclartiger Borsten, die sich ebenfalls wie Füße bewegenund den Thieren zum Klettern dienen. In ähnlicher Weise bewaffnet, jedoch durchseinen starren kahnförmigen, vielfach gerippten Körper ausgezeichnet ist das Nachcn-thierchen (llupivtog). Auch diese Formen sind gemein in allen Ausgüssen, und ne-ben den Monaden, den Pantoffel- und Glockcnthicrchcn die verbreitesten unter denInfusorien.

Fortpflanzung der Infusorien. Sclbsttheilung.

Ehrcnbcrg hat zuerst nachgewiesen, daß alle Infusorien ohne Ausnahme sich inder Regel durch Sclbsttheilung vermehren. Diese gleicht der Theilung der Pflan-zcnzclle insoweit, als dieselbe sich auf den Zellcninhalt bezieht. Es wächst nämlichdas Infusorium, bis es das Doppelte seiner gewöhnlichen Länge oder Breite erreichthat; alsdann bildet sich in der Mittellinie des Thiers eine Einschnürung, als seiein Faden um dasselbe gelegt, der sich immer mehr und mehr zusammenzieht; end-lich schnüren sich die beide» Hälfte» völlig ab und trenne» sich voneinander. Sie sinddann selbständige Wesen, denen der fehlende Theil rasch nachwächst; in der Regelbleibt der einen Hälfte der Mund und die Speiseröhre des Mutterthicres, währendin der andern sich eine neue Mundöffnung bildet. Die Vermehrung der Infusoriendurch die Selbsttheilung übersteigt alle Vorstellung. Ehrcnbcrg nimmt an, daß einGlvckenthicrchen in einer Stunde sich in zwei, diese beiden nach einer zweiten Stund«sich zu vier vermehren können und so fort. Hiernach, wenn dieselbe Proportion fort'dauert, würde das eine Muttcrthicr bereits nach 24 Stunden möglicherweise sichmehr als 16 Millionen Individuen vervielfältigt haben. Es ist daher kein Wunder,daß, wen» in einem Aufguß einmal ein Infusorium erschienen, es schon »ach kurz"Zeit sich zu enormer Menge vermehrt; wenn man z. B. einen beliebigen Th>rs°oder Pflanzenstoff mit Wasser übergießt, so findet man schon nach wenig Tagenjedem einzelnen Tropfen dieses Wassers Hunderte von Pantoffclthierchen, nebenbei»och Tausende von Monaden und Millionen Vibrionen vereinigt.

Bei den Glockenthicrchcn ist mit der Theilung eine eigenthümliche Metanw^'Phase verbunden. Nachdem sich das Thier der Länge nach in zwei Hälften abgcsch"".^nimmt nur die eine sofort die Gestalt des Muttcrthiers an und bleibt an der Sp'kihres Stiels befestigt; die andere Hälfte aber, der die Mundöffnung an der SU«'scheide fehlt, entwickelt so w^ig diese als den Wimperkranz am Peristom; stall ^sen bildet sich ein WimperMtcl am Hintern Schwanzende, mit dessen Hülst ^das Thier von, Stiel losreißt. Es schwimmt nun als sonderbar gestalteter walzt'^,,.miger Körper frei im Wasser dahin, bis es eine» passenden Anhcftepunkt S^""gndalsdann setzt es sich mit dem Hintern Ende fest, scheidet einen neuen Stiel ztzre,

nun bildet sich am »ordern Ende deS Peristom der Mund mit der .^ch,t

während der Hintere Wimpersaum verschwindet; durch diese Metamorphose " ^das Thier wieder die gewöhnliche Vorcicellengestalt an. Bei den Glockenbauww(Lpistylis) dagegen scheidet jede der Hälften, welche au- einem vorticellenahnuw ,Thierchcn durch Theilung hervorgegangen, einen besondern Stiel aus. Infolge >scheint sich der Stiel deS Mutterthiers an der Spitze in zwei Zweige zu 1p