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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

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ginnt und auf diese Weise durch die Substanz der Acinete hindurch sich nach außenhervorbohrt, endlich frei wird und dann im Wasser rasch dahinschwimmt. Dieser Kör-per erscheint dann als ein birnförmiges farbloses Infusorium mit einem dunkeln Kernund einem kurzen Köpfchen, dessen Hals, wie bei den Ödogoniumsporen, von einemmehrfachen Wimperkranz umgeben ist. Stein wies nach, daß jede Acinctenformdergleichen Schwärmsprößlinge erzeuge, daß meist sogar aus einer Acinete mehresolche Körperchen nacheinander hervorbrechen; er vermuthet, daß diese Schwärm-sprößlinge sich nach einiger Zeit wieder in Vorticellen umwandeln würden. Hiernachwürde bei der Familie der Glockenthierchcn ein Generationswechsel stattfinden: dieVorticclle cncystire sich und verwandle sich in eine Acinete, aus dieser gehen Schwärm-sprößlinge hervor, die sich wieder zu Vorticellen metamorphosircn.

So interessant diese Beobachtungen Stein's erscheinen, sind wir doch nochnicht berechtigt, dieselben in ihrer ganzen Ausdehnung als eine feste Errungenschaftder Wissenschaft zu betrachten. Johannes Müller in Berlin gelang es zuerst, denSchwä'rmsprößling einer Acinete mit dem Mikroskop während seiner ganzen Bewe-gung zu verfolgen und ihn zu beobachten, wie er nach einiger Zeit sich festsetzte undsich verwandelte, aber nicht in eine Vorticclle, wie Stein vermuthete, sondern ineine Acineic, ähnlich der, aus welcher er selbst hervorgebrochen war. Ebenso kön-nen wir die Umwandlung der Vorticellencysten in Acinete» durch die Stein'schcnBeobachtungen noch nicht für vollständig erwiesen erachten, und müssen, die Bestä-tigung derselben erwartend und bis dahin von dem Zusammenhang zwischen Vorti-cellcn und Atmeten absehend, vorläufig nur a» der Thatsache festhalten, daß die zuden Nhizopoden gehörigen Acineten sich nicht oder doch nicht blos durch Theilung,sondern auch durch Körperchen fortpflanzen, die in ihrem Innern gebildet, ihremBau nach den Mutterthieren ganz unähnlich sind, vielmehr an die eigentlichen be-wimperten Infusorien erinnern.

Daß diese Fortpflanzungsweise der Infusorien durch Schwärmsprößlinge nichtvereinzelt ist, erweisen die Beobachtungen an den grünen Lippenthierchen (I^oxoüesLurssi-ii,), welche zuerst von Focke im Jahre 1833 gemacht, im Jahre 1852 durchCohn bestätigt und berichtigt worden sind. Bei diesem durch den von Focke ent-deckten Kreislauf ihres Körperinhalts schon so merkwürdig gewordenen Infusorium,das sich in der Regel durch Längs- und Querthcilung vermehrt, bilden sich zu ge-wissen Zeiten im Innern des Leibes kugelige Körper, meist in größerer Zahl, bisi" sechs nebeneinandergcdrängt. Diese Körperchen drängen sich eins nach dem an-dern durch eine Spalte im Mutterthiere nach außen und gleichen, wenn sie frei ge-worden, walzenförmigen Thierchen, die ringsum mit Wimpern beseht, durch einerasche, hüpfende Bewegung sich auszeichnen und wahrscheinlich schon früher von an-dern Beobachtern als selbständige Arten (Lz'oliclium, Scheibenthierchen) bezeichnetworden sind. Von ihren Mutterthierchen unterscheiden sie sich durch die Farblosigkeitwie durch ihren ganzen Bau in solcher Weise, daß Niemand die Zusammengehörig-st der beiden Formen hätte ahnen können. Stein machte die Entdeckung, daß sich«n Körper des Seitenschnabel (tlkiloclon Lucullulus) ebenfalls dergleichen Schwärm-sprößlinge entwickeln, die von ihren Mutterthieren ganz verschiede», dagegen mithinein von Ehrenberg als 6>olistium 6>sucoma bezeichneten Infusorium die größteÄhnlichkeit besitzen. Etwas anders gestaltet sind die Schwärmsprößlinge, die Cohnaus dem Leibe eines Griffelthierchen (vrostyla granciis) hervorbrechen sah.

Über die Entwickelung dieser eigentlichen Fortpflanzungskörper schwebt nochgroßes Dunkel. Stein hatte anfänglich geglaubt, daß die Schwärmsprößlinge aus°rr unmittelbaren Umwandlung des Kerns in den Mutterthieren hervorgingen; daaber Cohn die Gegenwart des Kerns neben den Schwärmern nachwies, so ist Steinlktzt der Ansicht, daß bei dieser Fortpflanzungsweise zuerst der Kern sich theile, undw sich abschnürenden Stücke des Kerns in Schwärmsprößlinge sich umbilden. InWelcher Weise diese letzter» wieder sich in die Gestalt ihrer Mutterthiere verwandeln,trüber fehlen noch die Beobachtungen. Daß bei der Bildung der Schwärmspröß-