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Die mikroskopische Welt.
linge geschlechtliche Thätigkeiten mitwirken, ist nicht wahrscheinlich; vielmehr scheinendieselben. als eine besondere Art von ungeschlechtlichen Fortpflanzungskörpern oderKeimen zu betrachten.
Conjugation.
Die bisherigen Beobachtungen über Fortpflanzung der Infusorien erstrecken sichnur auf wenige Arten; bei den meisten wissen wir gar noch nicht, wie sie sich ent-wickeln, und nur die Theilung ist bei fast allen Arten constatirt. Bei den schaligenNhizopoden (Polythalamien, Difflugien) findet jedoch offenbar eine Vermehrung durchTheilung in der gewöhnlichen Weise nicht statt, da die harten Gehäuse derselbeneiner solchen nicht fähig sind. Dagegen wissen wir freilich auch nicht, auf welchemander» Wege diese Thiere sich fortpflanzen, die doch in solch unendlicher Mengeden Mcerschlamm beleben; die Körperchcn, welche einige Beobachter für Pölythala-niiencicc erklärt haben, besitzen schwerlich ein Anrecht auf diese Bezeichinmg.
Möglicherweise spielt bei der Fortpflanzung der Nhizopoden ein eigenthümlicherProceß eine Rolle, den man bereits bei mehren Gattungen dieser Familie beobachtethat, nämlich die Conjugation, die mit den bei gewissen mikroskopischen Pilzen, Con°jugaten, Clostcrien, Bacillaricn beobachteten Vorgängen eine gewisse Ähnlichkeit zuhaben scheint. Nicht selten sieht man zwei Sonnenthierchcn oder Acincten sich mitihren langen Fäden berühren; jetzt nähern sich auch die Körper mehr und mehr undstoßen endlich aneinander. Alsdann fließen beide Thiere zu einem einzigen zusam-men, von dem man bald kaum noch eine Spur seiner Zusammensetzung wahrnimmt;Stein hat selbst das Zusammenfließen von vier Acineten beobachtet. Auch bei denBüchsen- und Schmelzthierchen (Arcellcn, Difflugien) haben Perty und Cohn zwei In-dividuen mit der Öffnung ihrer Schalen eng und untrennbar vereinigt gesehen. Es istnicht unwahrscheinlich, daß auch hier die in den Gehäusen angeschlossenen Thiere zu einereinzigen Masse verschmelzen; welchen Zweck aber diese Verbindung zweier Individuenhabe, und ob und in welcher Weise sie zur Fortpflanzung beitragen, darüber kön-nen wir nicht einmal eine Vermuthung aussprechcn. Nur von einer Gattung derPolythalamien (IHIocuIina) erzählt Gervais, daß dieselben sich paarweis aneinan-derhängcn, worauf aus ihnen Massen von lebendigen Jungen hervorgehen sollen.Von den im Darm. der Insekten schmarotzenden Gregarincn, die zu einer andernAbtheilung der Infusorien gehören, berichtet Stein, daß sich auch hier zwei Indi-viduen platt aneinanderlegen, dann mit einer gemeinschaftlichen kugeligen Cyste um-geben, worauf die beiden Thierkörper miteinander vollständig verschmelzen und dieso entstandene Masse sich in eine große Anzahl kleiner schiffchenähnlicher Körperchcn,sogenannter Naviccllen, umbildet. Nach einer Beobachtung von Liebcrkühn soll sichder Inhalt dieser Naviccllen in eine größere Anzahl von Bläschen theilen, die nachDurchbrechung der Navicellcnmembran in Gestalt kleiner contractiler Amöben freiwerden; diese Amöben sollen sich wieder in Gregarincn umwandeln; aus welche Weiftjedoch dies geschieht, ist noch nicht bekannt.
Die Rädcrthiere (Itotutoria).
Die ersten mikroskopischen Beobachter hatten alles kleine thierische Leben, dassich ihren Blicken in der Welt des Wassers darbot, als ^»imaleula, Thierchen,tersucht und beschrieben. In diesen alten mikroskopischen Büchern finden wir dieLarven kleiner Krebschcn, Fliegen oder Netzflügler, auch Spinnen, Milben,pen, Würmer und Infusorien, alles bunt durcheinander ausgenommen.später daran dachte, in das Chaos der mikroskopischen Thiere in ähnlicher Wellsystematische Ordnung zu bringen, wie Linne es mit den Geschöpfen der sr'°^Natur gethan, so wurden die Larven und Würmer in die Thierclassen verseift' gdenen sie ihre größer» Verwandten hatten; die Infusorien aber bildeten ein beso»mikroskopischer Reich, eine natürliche Cbasse, wie man sagt, die nur mit ^
lypen und den Strudelwürmern (Turbellarien), i» einiger Beziehung steht-