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Die mikroskopische Welt.
chen zunächst durch den Mangel des NäderorganS sowie überhaupt aller beweglicherWimpern auf der Innen- wie auf der Außenseite ihres Körpers — ein Charakter,der sie den wimperloscn Eliedcrthiercn (Insekten, Spinnen, Krebsen u. s. w.) nahe-bringt, wie die Flimmsrorgane der Näderthicre dieselben an die Würmer anschließen.Auch die Gestalt der Tardigradcn ist eigenthümlich: manche Arten gleichen einemkleinen Wasscrbär, andere einer mikroskopischen Raupe, einer Schildkröte mit Horn-platten, oder einer haarigen Milbe. Sie haben zwar eine ähnliche durchsichtigeHaut (Lutieula) wie die Naderthicre, die ebenfalls aus dem, bei den Glicderthicrenverbreiteten Chitin besteht, aber unter dieser befindet sich eine dunkelbraune Schicht,die den Körper sehr undurchsichtig macht. Alle Bärenthierchcn haben acht Beine,die in mehre gekrümmte Krallen auskaufen, und zum Herumklcttern an den Sand-körnchen dienen, außerdem entspringen oft Borsten an verschiedenen Stellen des Lei-bes. Der Verdauungsapparat beginnt mit der vorder» Mundöffnung, von der eineRöhre zu dem kugeligen Schlundkopf führt; dieser aber enthält nicht, wie bei denRäderthiereu, ein zum Kauen bestimmtes Gebiß, sondern, da die Bärenthierchcnnur vom Blute anderer Geschöpfe sich ernähren, so finde» wir in ihrem Schlund-kopf ein paar pfriemcnförmige Zahne, die aus dem Munde herausgeschoben werdenkönnen und dazu dienen, ihrem Opfer eine Wunde zu schlagen und offenzuhalten;zwei große seitliche Drüsen vergiften dieselbe vielleicht mit ihrem Speichel. Der Schlund-kopf selbst stellt eine kugelige Saugblase dar, und indem er sich erweitert, erzeugter einen luftvcrdünnten Raum, in den der Saft aus der Wunde hineinströmt; vonhier tritt die flüssige Nahrung durch eine Speiseröhre in den einfachen geraden Ma-gen, der wieder nach einer dem Munde entgegengesetzten Öffnung, der Cloake, hin-führt. DaS Blut der Bärcnthierchen, das durch die Magenwände in die Leibes-höhle hincingeschwitzt wird, ist eine farblose Flüssigkeit und umspült überall die Ein-geweide, ohne in Gefäße eingeschlossen zu sein; eS unterscheidet sich jedoch von demder Naderthicre durch eine bedeutende Anzahl von großen, kugeligen Blutkörperchen,die es enthält. Athmungsorgane hat man bei den Bärenthierchcn nicht gefunden.Nichtsdestoweniger steht fest, daß dieselben so gut wie die Infusorien und Räder-thicrc Luft oder lufthaltiges Wasser zu ihrer Existenz bedürfen; denn wenn mansie in Wasser bringt, in welchem die Luft durch Koche» ausgctriebcu ward, so er-sticken sie nach ein paar Stunden 'und werden dabei auffallend durchsichtig; läßt ma"nach einiger Zeit die Luft zutreten, so kehren sie wieder ins Leben zurück. Mannimmt an, daß bei den Tardigradcn das lufthaltige Wasser durch die Haut hindurcbsich mit ihrem Blute vermische, daß daher hier die Haut zugleich Nespirationsorgansei. Die Muskel» der Bärcnthierchen sind farblose Bänder, die an verschiede^Theile der Haut angeheftet sind und die Bewegung vermitteln. Doyere in Par>§hat im Jahre 1840 in einer bewunderungswürdig sorgfältigen Arbeit den höchst co">'plicirtcn Muskelapparat dieser Thiere genau untersucht und bei dem etwa '/< Linießen Milnesium nicht weniger als 284 verschiedene Muskeln beschrieben, benannt""^abgebildet. Derselbe Forscher entdeckte auch daS Nervensystem der Bärenthicrche"'welches, wie bei den Glicderthicren und ganz abweichend von dem der Näderthie^chen, aus vier großen Ganglien besteht, die, den vier Fufipaaren entsprechend,der Bauchseite unter dem Darmkanal liegen, durch zwei parallele große Nerve"'stränge miteinander verbunden sind und feinere Ncrvenfa'dcn zu den Muskeln schicke"'Im Kopse liegen in der Regel zwei schwarze Augen, zu denen die Sehnestaus dem ersten Ganglion entspringen, sowie kurze Fühlhörner, zu denen ebensoNerven treten. Die Bärcnthierchen sollen nach Doyöre Hermaphroditen sein, d' Aes sind in jedem Individuen zwei männliche samcnerzeugcnde Drüsen vorhanden,welchen sich große, mit Kopf und Schwanz versehene Spermazoiden bilden,ein weibliches Organ, der Eierstock, der nicht wie bei den Räderthiereu ausBauchseite unter, sondern aus der Nückenseite über dem Darmkanal liegt,""dem sich die großen Eier drei bis sechs an der Zahl entwickeln. Die männlichenweiblichen Organe münde» nebeneinander in die Cloake, durch welcbe auch "