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Die mikroskopische Wett.

namentlich von Huxley (1851) haben zwar die Jnfusoriennatur der Nockilucen be-stätigt, zugleich aber gezeigt, daß dieselben nicht zu den Nhizopoden gehören, sonderneine eigene Familie bilden, die mit den Hal-thierchc» (Ii'aolislicm Ovum) die meistenBeziehungen zu haben scheint. Es sind gallertartige Bläschen von Linie,

von der Gestalt eines mikroskopischen Pfirsichs, dessen Stiel durch einen langen ge-krümmten Schwanz vertreten ist. Wo dieser entspringt, befindet sich der Mund desThierchens, in dem ein dreizackiger Zahn sichtbar ist, und aus dem eine pciischen-formige Geißel sich herausschlägt. Im Innern des Körpers bemerkt man den dunkelnKern und ein Netz feinkörniger Ströme, die sich nach Quatrcfages gleich den Fort-sätzen der Amöben verändern sollen. Die Noctilucc frißt Bacillarien und andere mi-kroskopische Körper; die Forpflanzung soll durch Theilung geschehen, ist jedoch nochnicht genau beobachtet.

Diese Noctilucc» steigen bei günstigem Wetter in solch unendlicher Anzahl andie Oberfläche des Meeres, daß dieselbe, wie Humboldt sagt, einer lebendigen Gal-lert gleicht. Jede Noctilucc ist eine mikroskopische Laterne, in der ein lebendigesLichtchen funkelt; Milliarden und aber Milliarden solcher Laternen sind es, die dieglänzende Illumination der Mceresfläche veranlassen. Der leuchtende Ocean läßt sichmit der Milchstraße vergleichen, die dem bloßen Auge als schimmerndes Band er- !scheint,, durch das Teleskop aber i» zahllose Sternchen sich auflöst. 1

Über das Licht der Noctiluccn hac Quatrcfages eine interessante Entdeckunggemacht. Es zeigt sich nämlich bei schwacher Vergrößerung in jedem Noctiluccn-bläschen eine leuchtende Stelle, die beständig funkelt und ihren Ort verändert, baldhier bald dort aufglimmend. Als Quatrcfages diesen Punkt unter die stärkste Ver- >größerung seines Mikroskops brachte, fand er, daß derselbe nicht ein gleichmäßiger jLichtfleck war, sondern daß er selbst wieder gebildet war aus zahllosen Funken, diedicht nebeneinander hcrvorschosscn und einen Moment darauf wieder verlöschten; dieganze Stelle erinnerte an die bekannten sunkensprühcnden Vlitztafeln der physikalischenCabinete. Jede Noctilucc ist also im Grunde ein Nebelstcrn, den das Mikroskopin Myriaden von einzelnen Sternchen auflöst; aber diese Sterne sind nicht dauerndeLichlkörper, sondern momentane, rasch aufeinanderfolgende Blihfunken. Eine ähn-liche Beobachtung machte Ehrenberg bei dem Lichte gewisser kleiner Leuchtwürnttt(plii'tvolnmis).

Wie unermeßlich die Zahl der Noctiluccn sein muß, erhellt aus der Beobachtung,daß, wenn man ein Glas leuchtenden Mcerwassers schöpft und eine zeitlang stehen läßt,die oberste, nur aus den Thierchen bestehende Schicht oft ein Siebentel, ein Viertel,die Hälfte des ganzen Wassers einnimmt, daß in jedem Kubikzoll Hunderte und Tausenddieser Geschöpfe leben. Hält man dagegen die unermeßliche Ausdehnung desOcean., der überall unter alle» Breiten zu leuchten scheint, so stelle» sich uns Zah-lcn- und Massenverhältnisse entgegen, für die unser Verstand und selbst die a"s'schweifcndste Phantasie allen Maßstab verliert. Selbst bei Tage machen sich ^

Noctiluccn dem bloße» Auge bcmerklicb, indem sie das Mcerwasser in Milch

verwandeln scheinen, und wir finden daher in den Rcisebeschreibungcn oft '

daß das Schiff ganze Tage in Milch zu segeln scheine. Merkwürdig ist,den Noctiluccn wie bei den übrigen Lcuchtthieren das Licht nur dann her

wenn die Thiere gereizt oder sonst erregt werden. Daher kommt es, daß in d«»"''

Nacht jeder Schlag des Ruders Funken im Mcerwasser hcrvorlvckt, als ob esStahl wäre und einen Stein schlüge. .

Außer den Noctiluccn sind durch l»r. Michaelis in Kiel und durch» noch mehre mikroskopische Secthierchen bekannt geworden, die Licht zu entwickeln ^mögen; ich erwähne hier nur ein Räderthier (8y»c-kmot.i lmltioa, BorstcnkopiOstsee). Die Kranzthierchen (p,mi»Ii„i»ni) scheinen in manchen Theilen des ^ausschließlich ebenso großartige und glänzende Lcuchterscheinungen zu veranlassen,

wir sie oben von den Nockilucen geschildert. Von der Noctiluccngattung der

thierchen findet sich eine Art, die im Meere leuchtet, gleichzeitig auch >»»

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