Die mikroskopische Welt. 787
Wasser, und Werneck in Salzburg will aus dieser ebenfalls Funken hervorbrechengesehen haben.
kionoevkin osezuivoor,.
Die übrigen Infusorien spielen eine unscheinbare, wenn auch nichi unwichtigereRolle im Haushalt der Natur: sie sind die hauptsächlichste, oft einzige Nahrungzahlloser größerer Wasserthiere, Würmer, Krebse und Fische, die wieder zur Ernäh-rung der Hähern Organismen und selbst des Menschen von Wichtigkeit. Auf der an-dern Seite erweisen sich die hohem Organismen selbst wieder dazu bestimmt, eineNahrung der Infusorien zu werde», sobald sie einmal abgestorben und in Verwesungübergegangen sind. Überall, wo organische Wesen sich zersetzen, finden sich Infu-sorien ei», die sich von den in der Auflösung begriffenen Überresten derselben ernäh-ren, und man kann daher mit der größten Leichtigkeit, gewissermaßen künstlich, dieInfusorien erzeugen, indem mau Thier- oder Pslanzenstoffe, Fleisch, Heu, gestoße-nen Pfeffer oder irgendeine ähnliche Substanz mit Wasser übergießt und in derLuft längere oder kürzere Zeit offenstehen läßt.
Es ist bekannt, daß die ältern Naturforscher hier eine direcke Umwandlung derverwesenden Stoffe in die Infusorien annehmen, daß sie daher eine Entstehung die-ser Thierchen aus todter Materie, nicht aus Eier», sonder» durch sogenannte Urzeu-gung, Eonorati» iio,,uivo6a, zu beobachten glaubten. Ja es fand selbst eine Zeitlangbie Ansicht großen Beifall, daß Menschen, Thiere und Pflanzen im Grunde nichtslsien als Gesellschaften von zahllosen Infusorien, die durch die Lebenskraft zu einemeinzigen Gcsammtorgauismus verbunden seien; nach dem Tode aber zerreiße diesesBand und die einzelnen Infusorien, die nun frei würden, seien es eben, die als-bald die Stätte der Zerstörung belebten. Verwesung sei also nur ein Zerfallen, einAuflösen in die Infusorien, aus denen der Körper von Anfang an zusammengesetzt.
Es ist nicht nöthig hier ausführlicher auf die Frage von der 6o»emti<> aaguivoaaeinzugehen, da dieselbe bereits in diesem Werke *) eine ausführliche Erörterung gefundenhat. Es hat sich als Resultat dieser Untersuchung herausgestellt, daß bei keinem leben-den Wesen, möge es dem Thier- oder Pflanzenreich angehören, eine Urzeugung er-wiesen, daß vielmehr in allen Fällen, wo ein Organismus erscheint, die Entwickelungdesselben aus einem Ei zum mindesten höchst wahrscheinlich geworden ist. Nur die In-fusorien nehmen bei der Frage von der Urzeugung insofern eine ganz eigenthümlicheStellung ci», als bei diesen Thieren, wie wir gesehen, überhaupt noch keine Eier beob-achtet worden find. Wir vermögen daher auch in den meisten Fällen gegenwärtig noch">cht nachzuweisen, auf welchem Wege die Infusorien in die Ausgüsse hincingelangrfud, j„ denen wir sie zu Myriade» nach kurzer Zeit erscheinen sehen. Wahrschein"ch sind es die Cysten, in welche diese Thiere sich einpuppen, sobald das Wasserverdunsten beginnt, und die dann, vom Winde fortgeweht, im Staube der Atmo-bhäre schweben, später aber wieder mit dem Staube in das Wasser fallen und darin"n, belebt werden. Daß aus einer einzigen Cystc in wenig Stunden infolge stetswstgesetztcr Theilung zahllose Generationen hervorgehen können, ist gewiß. Hiernachvare es der Staub, durch den die Jnfusorienkeime in die Aufgüsse gelangen, und" Natur würde, wenn sie Ausgüsse belebt, nach Art der Taschenspieler verfahren,?^che unvermerkt und in unscheinbarer, Form in die Gefäße die Substanzen prakti-"sen, die sie später darin zu großer Überraschung der Zuschauer ausweisen. Wenn
EÜsen Ausguß in einem -hermetisch verschlossenen Gefäße stehen lassen, in welchest?" S/aub gelangen kann, oder wenn wir der Luft Zutritt zu dem Aufguß gestat-'t/ dieselbe aber vorher durch eine glühende Röhre oder durch Schwefelsaure strei-
bks^^Sl- den Artikel „Andere des Menschen"
-- -18k. fg.
Die neuere Physiologie in Bezug auf Fortpflanzung der Thiere, ins-tm zehnten Bande der „Gegenwart", S. 47S—526, namentlich
D. Red.
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