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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

Wickelung der Pilze einen ganz besonders günstigen Boden abgeben, während in an-der» Jahren sie von ihren Feinden ganz verschont bleiben. Solche Einflüsse scheinennun in dem letzten Dcccnnium mehr als je vorzuwalten, und es wäre nicht unmög-lich, daß auch das Einheimischwerden der Cholera in unserm Welttheil damit imZusammenhang steht. Doch dürscn wir auch nicht verkennen, daß ein Theil der jetztso gefurchteren Epidemien schon von jeher bei uns herrschte, und nur unter den all-gemeinen Begriff des MiöwachseS, der Hungerjahre u. s. w. subsumirt wurde, ohnegenauer untersucht worden zu sein; daß andere Epidemien nur darum erst in neue-ster Zeit bei uns bemerkt wurden, weil die krankmachenden Pilzsporen zufällig erstseit kurzem vielleicht durch dircctcn Transport mit dem Samen aus ihrer Urheimatzu uns ihren Weg gefunden haben. Jedenfalls dürfen wir die Hoffnung nicht auf-geben, daß, wenn wirklich nur ein momentaner kosmischer oder atmosphärischer Ein-fluß jene ungemeine Verbreitung von Krankheiten in der gegenwärtigen Zcikperiodebegünstigt, diese letzter» auch nach einiger Zeit von selbst wieder erlöschen oder dochminder gefährlich sein werden, wie dies wenigstens bisjeht noch mit allen Epidemiender Fall gewesen ist, von denen die Geschichte der Krankheiten uns Kunde gibt.

Die Wunder des Bluts.

Wer die Museen alter Städte besuchte, erinnert sich des eigenthümlichen Ge-fühls, daS ihn bei der Besichtigung der in der Regel hier aufbewahrten Nicht- undMarterinstrumente früherer Jahrhunderte übcrschleicht. Da liegen in Reih und GliedApparate von seltsamer Form, wie nur die erfinderische Grausamkeit des Mittel-alters sie ersinnen konnte, Daumenstock und Bcinschraube, das Mecklenburgische In-strument und die Pommcrsche Mühe, der Gespickte Hase, die Eiserne Jungfrau undwie alle jene furchtbaren Torturwcrkzeuge hießen, deren Namen schon Schrecken ein-flößt. Das Eisen glänzt, und Alles ist vorgerichtet, als sollte es jeden Augenblick ge-braucht werde», und während der Reisende lächelnd die Schärfe der Schneiden prüft,in dem befriedigenden Bewußtsein, daß eine aufgeklärtere Zeit diese Zeugnisse barba-rischer Rechtspflege für immer außer Gebrauch gesetzt, so erfaßt ihn doch gleichzeitigein Schauder bei dem Gedanken an das Blut, das an diesen Instrumenten geklebt,an den Jammer und die Thränen, die sie erpreßt, an die Leben, die durch sie oftunschuldig geopfert wurden.

In der Geschichte der Natur begegnen wir Erscheinungen, deren BetrachtungunS mit einer ähnlichen gemischten Empfindung erfüllt. Diese Erscheinungen sind a»sich von durchaus nicht außerordentlicher Art, ja oft nur von geringem Wissenschaft'liehen Interesse; aber der Aberglaube, der religiöse Fanatismus früherer Jahrh»»'derte hat sich bald aus diesem, bald ruis jenem Grunde an sie geknüpft und aus »»'schuldigen Naturbegebenheitcn Gegenstände des Wunder- und des Schreckens l^'macht, die wieder auf die Geschichte der Menschen einen bedeutsamen, oft furcht'baren und blutigen Einfluß geübt haben. Mit Genugthuung geben wir uns he»^der Überzeugung hin, daß, seitdem die Wissenschaft das wahre Wesen dieser Erschein»"'gen ans Licht gestellt, ein verderblicher Misbrauch derselben durch den Abergla»^fortan nicht mehr möglich ist; dennoch können wir uns eines Schauders nicht ^wehren, wenn wir an die unglücklichen Opfer denken, welche ehemals daS Aufl"dieser Erscheinungen begleiten mußte».

In allen jenen Zeiten, wo neben dem Glauben der Aberglaube als

lerwärrs den hergebrachten Lauf der Natur unterbrachen, bald als unmittelbare Stra

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tigste weltgeschichtliche Macht auftrat, höre» wir von zahllosen Wundern- d"lerwärrs den hergebrachten Lauf der Natur unterbrachen, bald als unmittclb,fe» der Gottheit, bald als Vorzeichen kommender schwerer Ereignisse betrachtet ^regnen Steine aus Wolken, Dämonen treiben ihr Wesen, Gräber speien TodteGespenster lassen sich sehe», Abgründe öffnen sich plötzlich, Wasser der

Blut, feurige und andere Wunderzeichcn erscheinen bald am Himmel, ^ ^ ,,;schc»Erde. Je gebildeter ein Jahrhundert, je reiner seine religiösen und ph ^ bt'Anschauungen, desto seltener werden die Wundererscheinunge», und sie wu>