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Eilfter Band.
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819
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Die östreichische Monarchie. 819

Frankreich, Belgien, die Niederlande, England, Süddeutschland haben eineniedrigere, Norddcutschland, Rußland eine höhere Trauungsziffer. Weitere Beobach-tungen lehrten, daß im Durchschnitt auf 100 heirathendc ledige Männer in Östreich111 Jungfrauen, auf 100 sich wieder vcrheirathende Witwer 53 Witwen kommen.Es gelangen mehr Frauen als Männer zur ersten, es schreiten mehr Witwer alsWitwen zur zweiten Ehe. Die Zahl der Ersthcirathenden, sogenannten Prologamc,ist unter den Slawen größer als unter den Deutschen, was abermals mit der Sittedes Frühheirathens bei den Elstern zusammenhängt.

Im Jahre 1851 wurden in oben erwähnten Kronländern 456668 (im Jahre1846: 447816, im Jahre 1847: 432647, im Jahre 1848: 406796) Kinder ge-boren. Darunter waren:

Lebcndgeborcnechell^e: ^ unehelicher

im Jahre 1846: 367165 73133

1847: 357368 683621851: 381336 66036

Lodtgeborene:

7518

6917

9296.

Die Maxima der Geburten fallen in die drei ersten Monate, die Minima ausdie drei letzten Monate. Bon 12000 Geborenen entfallen aus die Monate Januar,Februar, März: 3206, April, Mai, Juni: 3002, Juli, August, September:2919, Oktober, November, December: 2873; oder auf die ersten sechs Monate:6208, auf die letzten sechs Monate: 5615 — ein Verhältniß, welches auch in an-dern Ländern Europas beobachtet wurde. Auch die Erscheinung, daß mehr Knabenals Mädchen geboren werden, ist allgemein gültig und muß auf ein „Naturgesetz zurück-geführt werden. Die Summe der in den deutschen Provinzen Östreichs geborenenKnaben (im Jahre 1851) betrug: 232837, jene der Mädchen 219397; oder inProcenten ausgedrückt auf 100 Mädchen kommen 106,i Knaben. . Am stärkstenist die Differenz in Böhmen (107), am wenigsten bedeutend in Kram (102).

Das Verhältniß der ehelichen Geburten zu den unehelichen ist in den einzelnenProvinzen übcrvus verschieden.

Es kommen auf 100 eheliche Geburten in:

Uneheliche Geburten überhaupt!

Lcbendgeboren«:

Erstgeborene:

Nachtztborene:

Nicdcröstreich . .

. 18,52

18,58

45,28

12,87

Oberostreich . .

, 24,«s

23,41

80,43

11,30

Salzburg . . .

. 34,o«

33,74

112,14

19,56

Bteiermark . .

. 34,7r

34,38

72,76

24,53

Kärnten

. 52,m

52,43

103,04

38,16

Kram ....

. 9,30

9,21!

29,52

5,26

Küstenland . .

. 2>l

2,58

7,57

1,25

Tirol ....

7,44 ,

7,38

21,06

3,43

Böhmen . . .

. Itz,S8

16,70

53,27

9,45

Mähren . . .

15,83

13,33

44,81

9,ol

Schlesien . . .

. 15,25

1 5,14

38,47

7,82

Im Durchschnitt.

. 17,72

17,22

48,84

10,50.

Bei den Erstgeborenen ist das Verhältniß der ehelichen das ungünstigste; inSalzburg und in Kärnten übersteigt sogar die Zahl der unehelichen Erstgeborenenlene der ehelichen. Kä.rntcn und das Küstenland bilden die beiden Grenzpunkte. Im«lachlande sinkt, im Gebirgskunde steigt die Zahl der unehelichen Kinder: siehst ?^rt,frühzeitige Ehen üblich sind, geringer als in jenen Provinzen, wo Späthei-^lhen vorherrschen; sie fällt aus diesem Grunde bei den Slawen, hebt sich bei denputschen. Das rasche Fallen der Procente der unehelichen Geburten bei den Nach-geborcnc» ist erfreulich, da sie auf die spätere Verchclichung der gefallenen Mädchen

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