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Die östreichische Monarchie.
Im Verhältniß zu der wirklich vorhandenen Kohlenmenge und zu dem Bedarf«der Industrie erscheinen die ersten beiden Ausfuhrposten noch immer sehr gering,dagegen die Einfuhr aus Preußen mit Rücksicht auf den Kohlenreichthum in näher-gelegene» östreichischen Provinzen unnatürlich groß.
Böhmen mit Mähren und Schlesien vermögen nicht allein die größte Kohlen-menge an den Tag zu fördern, sondern aus den hier gewonnenen Kohlen lassen sichauch allein gute Coaks und Steinkohleneisen erzeugen. Den gleichen Vorzug besitztzwar auch die banaler Kohle; solange aber die Eisenbahn von Orawitza nach Basiaschnicht dem regelmäßigen Betriebe übergeben und dadurch ein größerer Export ermöch-licht wird, bleibt ihre Verwerthung zu industriellen Zwecken nur unbedeutend.
Die ausführlichere Erörterung des östreichischen Eiscubcrgbaus verändert nichtden Kreis der bisherigen Betrachtung. ES sind dieselben Provinzen, welche vor-zugsweise unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen (nur daß die inneröstreichischen Län-der noch hinzutreten); es ist auch beinahe dasselbe Urtheil, welches wir über diesenIndustriezweig zu fällen haben: er verspricht ebenso wie der Steinkohlenbau in derZukunft einen mächtigen Aufschwung, bleibt aber in der Gegenwart selbst hinterbilligen Anfoderungen zurück. Die Schuld trägt nicht gerade das jüngste Geschlecht,es erbte von den Vätern die Misstände und büßt die Schuld der Vorfahren. Manmuß auf den Ursprung der neuen östreichischen Industrie zurückgehen, um ihre gegen-wärtige Lage richtig zu würdigen. Sie wurde theils von Privatunternehmern gc-gründet, welche nur den festen Bestand, die Entwickelung des ergriffenen Arbeits-zweiges vor Augen hatten und ihre Capitalien mit Energie und technischer Gewandt-heit anwendeten; theils verdankte sie ihren Ursprung der Liebhaberei und den schlecht-berathenen Interessen der großen adeligen Grundbesitzer. Jene Privatuntcrnehmun-gen bestehen noch heute und bilden die Grundveste des gewerblichen Reichthums; dieAnlagen der adeligen Grundbesitzer dagegen sind entweder schon längst wieder einge-gangen oder führen ein wenig gedeihliches Leben. Zu den Unternehmungen letztererArt gehört auch die Eisenproduttion.
Die neue Macht, welche das 19. Jahrhundert in das politische und gesellschaft-liche Leben eingeführt hatte, die bewegliche, unruhige, raschen Gewinn verheißendeIndustrie hatte wie überall so auch in Östreich auf die landbesitzende Aristokratieihren magischen Einfluß geübt und bei dieser einen gewissen Widerwillen gegen diestille, scheinbar langweilige Beschäftigung mit dem Ackerbau hervorgerufen. Willighorchte der Adel aus die Versicherungen wortreicher Speculanten, daß nicht derWeizen, sondern die Runkelrübe tausendfältige Früchte trage, und der Waldreichchui»erst durch die Anlage von Eisenhütten, in welchen die Holzkohle verwerthet werde"kann, zum lebendigen Capitale werde. Bei den Einen wurde die natürliche Lust,in kurzer Frist reich zu werden, bei den Andern die Freude an einem aufgeregte",die gewöhnliche Monotonie des Landbaus unterbrechenden Leben, wieder bei Andern,wie z. B. bei dem ungarischen Adel, dessen Verein zur Hebung der vaterländische"Industrie eine so traurige Berühmtheit erreicht hat, der Patriotismus gekitzelt: Alleaber wurden in industrielle Unternehmungen gestürzt und dc» windigen Planen meistausländischer, womöglich französischer Schwindler überliefert. So seltsam auch dasSchauspiel war, so häufig konnte man es erblicken: Klosteräbte, die selbst den stille"Klostergartrn mit Runkelrüben bepflanzten, mit großem Aufwandc und keinem Ge'winn Zuckerfabriken errichteten, Kuttcnträger, die der Syruperzeugung Vorstände",Grasen und Fürsten, welche in tiefer Waldeinsamkeit Eisenwerke bauten, ohne Kc""l'niß des technischen Verfahrens, ohne Besitz des Materials und ausreichender C"w-municationsmittel, mit leidenschaftlicher Hast die Wälder verkohlend, heute leicht'sinnig Geld und Gut opfernd, morgen verzweifelt, ohne Ausdauer, ohne Jntclligenj-Es ließen sich Bande füllen mit der Erzähluug verfehlter, kostspieliger UntcrncY'mungcn dieser Jndustriedilettantcn; wie da z. B. ein Wasserlauf zum Betrieb e>>"Eisenwerks regulier wird, wobei aber statt des Falles eine künstliche Steigung cWassers als schlicßliches Resultat erscheint, und dort im Herzen eines ausge ey