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Eilfter Band.
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Die östreichische Monarchie.

Die Ausfuhr von Wien nach dem Auslande betrug:

im Jahre 1848: im Jahre IS49:

in roher Seide . . . 31352 Pfund, 36827 Pfund,

an Ganzscidenwaaren 23219 „ 46816 „

an Halbseidenwaarcn 17406 „ 37168 „

also mehr:

5475 Pfund.23597 „

>9762 „

Die Ausfuhr nach Ungarn betrug:

im Jahre 164S: im Jahre 1649: also weniger:

an Ganzscidenwaaren 131402 Pfund, 106813 Pfund, 24589 Pfund,an Halbseidenwaarcn 34830 „ 23639 „ 11191 „

Einer gänzlichen Erholung von den erlittenen Schlägen erfreut sich die Seiden-industrie bisjctzt nicht. Die bekannte, oft blinde Vorliebe der östreichischen Bevölke-rung für alles Ausländische hat seit der Einführung des neuen Zolltarifs auf denBezug deutscher und französischer Seidenwaaren großen Einfluß geübt. Sind die-selben auch nicht selten bloße Ladenhüter oder wol gar gefälscht, so taucht doch, wennnur die Versicherung des fremden Ursprungs vorhanden ist, über die Schönheit undPreiswürdigkeit kein Zweifel auf.

Die Gerberei und Lcdcrfabrikation steht infolge des ungenügenden Rohstoffesund der beschränkten Betriebskapitalien sowie der nicht immer guten Lohe gegen denStand dieser Industrie im Nheinlande weit zurück und kann die starke Einfuhr zu-bereiteten Leders aus Malmedy und anderwärts nicht besiegen. In Ungarn, z. B.in Dcbreczin (210 Gerbereien), wird die Lederbcreitung in einer großen Ausdehnungbetrieben, aber über den Localbedarf hinaus wenig gearbeitet. Die größten Fort-schritte hat die Lederfabrikation jedenfalls in der Lombardei gemacht, wo der Handels-kammerbezirk von Verona allein 8000 Ochsen-, 5000 Kuhhäute, 9000 Kalb-,60000 Bock- und Ziegen- und etwa 50000 Schaffelle im Jahre verarbeitet, undüberdies ungefähr 3000 Kuhhäute und 35000 Schaffelle halbgegerbt aus den an-dern Provinzen bezieht, um sie als schwarzlackirtes oder rothgefärbtcs Leder wiederzu versenden.

Die Zuckerfabrikation darf umsoweniger unbesprochen bleiben, als sie der Schau-Platz eines bittern Kampfes zwischen zwei Prodncentenclasscn bildet. Die Colonial-zuckcrrafsincure werfen den Nunkclrübenzuckerfabrikanten vor, daß sie auf Kostender Consnmenten leben, und diese ein schlechtes Surrogat theurer bezahlen lasten, alsder Rohzucker kosten würde; die Nübenzuckerfabrikanten aber heben ihr Verdienstum die heimische Arbeit hervor, und versichern durch ihre Industrie dem Jn-lande Millionen zu sparen. Soviel ist gewiß, daß die Raffinerien in einem hoff-nungslosen Zustande sich befinden, die Rübenzuckerfabriken dagegen nach mannich-fachcn Krisen einen vielversprechenden Aufschwung nehmen. Einzelne der erster« gin-gen in den letzten Jahren ein, andere schleppen sich mühselig durch Versiedung vonRübenzucker fort. Die Einfuhr von Rohzucker und Syrup vermindert sich (in einemeinzigen böhmischen Kreise z. B. betrug die Mindereinfuhr des Jahres 1850 gegendas Jahr 1847 eine Summe von 730551 Gulden), denn der Zoll von 7 Gulden füreinen Centncr Zuckermchl, verbunden mit dem durch die Valntaverhältniste bedingtenhohen Preise des Rohstoffes und den durch die Concurrcnz veranlaßten niedrigenPreisen des Fabrikats, lassen dem Producenten kein Verdienst übrig. Der Staat istkeineswegs ohne Mitleidenschaft bei dem Verfalle der Colonialzuckerraffincrie, da esnch für ihn um die Fortdauer einer jährlichen Zollcinnahme von 2,600000 Guldenhandelt, deren Wegfall er nur durch eine höhere Besteuerung des Rübenzuckers, gc-N nicht zum Bestalle seiner Erzeuger und des consumirenden Publicums, ersehen! konnte. Auf der andern Seite darf der Staat der Nübcnzuckerindustrie, nachdem" ihrer Entwickelung, dem Einsähe großer Capitalien durch lange Jahre gleichgültig^gesehen, gegenwärtig seinen Schutz nicht entziehen. Es steckt in der Erzeugung°es Rübenzuckers ein Capital von fünf Millionen Gulden, ungerechnet die mittelbaren