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Eilfter Band.
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868
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868 Die östreichische Monarchie.

Ja es ist sogar die Hoffnung vorhanden, das ganze Hinderniß schwinden zusehen. Seit dem Einmärsche der östreichischen Truppen in die Fürstenthümcrzeigte sich die Nothwendigkeit einer freien und ungehemmten Verbindung der unternund obern Donau so stark, daß der Befehl zum Sprengen der Felsen am EisernenThor? gegeben wurde. Das Hinderniß bei der Bergfahrt, die Contumaz bei Schn-panek wird durch die jüngsten Ereignisse gleichfalls beseitigt werden. An der Nutz.losigkeit der ganzen Einrichtung zweifelt kein Unbefangener. Rußland hat den Qua-ramänczwang gegen die Moldau und Walachei bereits im Jahre 1844 ohne dengeringsten Nachtheil für den öffentlichen Gesundheitszustand aufgegeben. Währendder Sommer- und Hcrbstmonate des Jahres 1848 wurde von Orsowa aufwärtsbis Kroatien der Sanitatscordon gegen die Türkei thatsächlich aufgelassen, und Tau-sende von Personen überschritten ungeräuchert und weder um Zeit noch Geld ge-bracht die Schranken. Das Resultat war aber nicht schlimmer als in der Buko-wina, wo in derselben Zeit die Cordvnsvorschriften mit doppelter Ängstlichkeit gc-handhabt wurden und kein Brief undurchstochen die Grenze passircn durfte. DieseErfahrungen müssen doch den eingefleischtesten Anhänger der Contumazthcoric be-kehren. Aber freilich, daß die Contumaz schon viele Mcnschcnalter besteht, sprichtin den Augen Mancher mehr für sie als alle Resultate der Erfahrung. Ebensowird ja auch der triester Freihafen trotz der einstimmigen Beschwerde aller östrei-chischen Industriellen aus keinem andern Grunde geschützt und erhalten, als weil erin einer frühern Periode unter völlig verschiedenen Verhältnissen Vortheilhaft wirkte.Die steigende Blüte von Triest, die großen Erfolge des Lloyd sind und bleibensicherlich auch ohne das Privilegium des Freihafens unantastbar. Auch handeltes sich nicht darum, die stetig zunehmende Schiffahrt des östreichischen Haupt-hafens in ihren guten Folgen zu bestreiken oder den triester Kaufleuten darauseinen Vorwurf zu machen, daß sie die Platzverhaltiiisse nach Kräften ausbeuten;wol muß aber die Frage angeregt werden, ob die triester Platzverhältnissc dem In-teresse der östreichischen Industrie dienen, oder ob nicht vielmehr diese Platzverhält-nisse dem localen Vortheile der Hafenstadt unterworfen werden. Die östreichi-schen Industriellen haben seit vielen Jahren bereits den Fehdehandschuh dem Frei-hafenprivilcgium hingeworfen. Sie schließen richtig, daß die westlichen und nörd-lichen Nachbarstaaten, in ihrer Industrie der östreichischen weit überlegen, nicht füg-lich einen vortheilhaften Markt für die letztere bieten können. Rußland hat sich durchsein barbarisches Zollsystem von den meisten östreichischen Producten abgesperrt. Esbleibt demnach nur der Süden und Südosten zur Ausbeute übrig. Diese Richtungdes östreichischen Handels ist den natürlichen Verhältnissen des Staats so wenigentgegengesetzt, daß vielmehr die wichtigste Handelsstraße, nämlich die Donau unddie Secküste, unmittelbar und dringend dahin weisen. Man sollte nun meinen, daßes die erste Ausgabe eines östreichischen Hafcnplatzes bilde, die Ausfuhr der inlän-dischen Produkte zu vermitteln,, daß die Nheder mit den Industriellen des Hinter-landes Hand in Hand gehen und daselbst neben den Entrepots für ausländischeWaaren auch Niederlagen einheimischer Erzeugnisse angetroffen werden. Nichts vonalledcm. Die Seeküste gehört zu Östreich, die Hafenplätze aber liegen im Aus-lande: sie sind frei für ausländische Produkte, aber durch die Zolllinie für die ein-heimischen Fabrikate geschlossen. Einzelne Thatsachen wurden in den Handclskaninier-bcrichtcn veröffentlicht, welche geeignet erscheinen, das seltsame Verhältniß Tricstsöstreichischen Industrie zu charakterisiern.

Eine östreichische Fabrik sendet eine Partie Weiße Militärtuche in Commission»ach Triest; wegen eines vorgekommenen Truppcnmarschcs finden aber diese Tuchenicht den erwarteten Absatz und sollen remittirt werden. Sie würden in diesesFalle jedoch dem Zolle unterworfen sei». Um diesen und die zufälligen Chancen ei-nes andern Marktes zu sparen, bleibt nichts Anderes übrig, als in Triest selbst dttWaare schwarz zu färben, wodurch sie natürlich an Appretur und Werth verlier,aber doch wenigstens der Verkauf auf dem Platze möglich ist.