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Die östreichische Monarchie.
Konstantinopel heimisch zu werden. Den gleichen, aber auch noch andern Ursachenmüssen die Unfälle des levantinischen Handels zugeschrieben werde». Noch ist der-selbe zwar bedeutend genug. An „der Einfuhr in Smyrna, welche überhaupt 12,908060Gulden betrug, bctheiligte sich Östreich mit 3,130250 Gulden; es wurde blos. vonEngland (4,606000 Gulden) überragt, überbot dagegen die französische Einfuhrnahezu um 400000 Gulden. Die wichtigsten Einfuhrartikel bilden: Manufactur-Waaren für 1,000000 Gulden (aus England für 2,742000), Tuch- und Wollstoffefür 280000 (aus England und Frankreich für 312000), Feß für 258700, Glas-waaren für 147800, Quincaillerie für 301200 (aus England und Frankreich für434001), Stahl für 21500 (aus England blos für 5000) Gulden..,
Wenn man auch Alles abrechnet, was blos als Transitgut über Östreich kommt,so bleibt dennoch für den Activhandel Östreichs noch eine bedeutende Summe übrig;namentlich sind einzelne Erzeugnisse der wiener und stcirischen Industrie sehr gesucht,so Feilen mit dem Zeiche» der Cyprcsse und Nasirmesser mit dem Zeichen der zweiHerzen. Der Gewinn, den Östreich dadurch erzielt, würde noch größer sein, wennnicht bei dem ersten Artikel die rhcinpreußischc Fabrikation eine gefährliche Concur-rcnz begonnen hätte — sie verkauft ihre Erzeugnisse um 20'/, billiger, und beidem andern die in Steiermark erzeugte Quantität so gering wäre, daß sie englischeIndustrielle zur Fälschung der berühmten steirischen Marke: zwei Herzen, verführthätte. Diese Markenpiraterie, durch kein Gesetz verboten, kommt auch bei denöstreichischen Sense» mit der Lilie vor: preußische Fabriken habe» sich widerrechtlichdesselben Zeichens bemächtigt. Doch dürfen östreichische Industrielle nicht absslut übersolche Kniffe klagen, da sie in andern Handelszweigen durch unrichtiges Ellenmaßund falsche Schaublätter zu ähnlichen Beschwerden Veranlassung geben. In Bezugauf Glaswaarcn gilt von der Levante das Gleiche, was bei der Darstellung desDonauhandcls gesagt wurde, und überall, z. B. in Livorno, in Italien überhauptbemerkt wird, daß nämlich im ordinären Glase die belgische Concnrrenz sich ebensostark bemerkbar macht wie im Stahlhandel die englische. Trotzdem sind geradediese beiden Industriezweige in Östreich auf so feste Wurzeln gebaut, daß eindauernder Verfall nicht befürchtet werden kann. Falls nur in der Production diebereits oben besprochenen Reformen durchgeführt und einzelne äußere Hindernissedes Verkehrs beseitigt werden, so müssen diese Artikel jede fremde Concurrenzüberwinden. Noch als Nachwehe der alten Verhältnisse müssen wir es betrach-ten, daß wohlfeile Production und Rücksicht auf die Bedürfnisse und den Geschmackder Kunden noch so wenig Beachtung unter den östreichischen Industriellen finden,da gerade durch eine sorgfältigere Aufmerksamkeit darauf die fremden Concurremendas Feld behaupten. Was den Glashandel anbelangt, so ist der inländische Markt,Tuest ausgenommen, der inländischen Industrie noch immer gesichert und, da mit derHebung des Wohlstandes auch der Bedarf an Glaswaaren steigt, in einer stetigenAusdehnung begriffen. Bei der Glasindustrie reicht aber der inländische Marktnicht aus, und es bleibt die reichliche Ausfuhr für dieselbe eine wahre Lebensfrage.Diese hat nun freilich an einzelnen Punkte» gelitten. Fand auch durch die Erzeugungvon Nargylchs (gläserne Tabackspfeifenröhre) für die Levante die Industrie eine neueergiebige Quelle, so erlitt auf der andern Seite wieder der levantinische Handel durchdie zerrüttete» türkischen Finanzen und die hohen Frachtkosten, welche den WaarenpreiSoft um 40/b erhöhen, eine bedenkliche Störung. Im Deutschen Zollverein wird trotzdessen eigener starker Production feines böhmisches Glas noch immer mit Vortheil abge-setzt; auch England consumirt viele feine und mittelfeinc Glaswaaren (im Jahre 1851:71096 Eentncr, im Jahre 1852: 68649 Eenkner), welche vorzugsweise aus Böh-men eingeführt werden. Dagegen findet da« böhmische Glas in den italienischen Staa-ten nur geringen Absatz, hat auch seinen frühern wichtigsten Markt, Spanien, fastgänzlich verlcren. Allerdings ist theilwcise dieser Markt nur versetzt worden: die ehe-maligen spanischen Colonien, welche sonst ihren Bedarf aus dem Mutterland- deck-ten, beziehe» die Glaswaaren gegenwärtig direct über Triest. Aber auch dies abge-