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Die östreichische Monarchie.
rechnet, ist die böhmische Glascinfuhr durch Errichtung von Glasfabriken im nörd-lichen Spanien und die Concurrcnz des französischen gepreßten Glases stark gesunken.Rußland deckt seinen Bedarf durch Schmuggel. Dagegen bildet Nordamerika nächstdem Orient den besten Markt für böhmisches Glas. Auf wie lange Zeit, läßt sichnicht bestimmen, da die amerikanische Glaserzeugung jährlich steigt, und für ordi-näre Waaren die Productionskostcn so gering sind, daß sie auf dem tricstcr Markteselbst das wegen seiner Wohlfeilheit berühmte belgische Glas im Preise schlugen.
Im Allgemeinen hat aber dennoch trotz einzelner Einbußen der Glashandel stetigzugenommen. Er betrug durchschnittlich:
Im Jahre
Gin
Ordinäres Hohl- undTafelglas.
»hr.
Geschliffenes Spiegel-und Krystallglas.
Aus
Ordinäres Hohl. undTafelglas.
fuhr. ^
Geschliffenes Spiegel'und. Krystallglas.
Ccniner.
Centner.
Centner.
Centner.
1835 -59
335
84
82698
15711
1840 — 44
117
144
100658
16222
1845 — 50
217
224
101654
21180
Bemerkenswerth bleibt die Differenz zwischen der Zunahme der beiden Gattun-gen. Die Ausfuhr vrdiyärer Glaswaaren hob sich in dem Jahrzchnd 1840 — 50(die Jahre 1848 und 1849 wurde» als abnorme außer Rechnung gebracht) um25, dagegen jene feiner Glaswaaren um 35 °/». Die Erklärung gibt die in Böh-men übliche Productionswcise. Sie vertheuert die ordinäre Waare, ohne ihr beson-dere Vorzüge zu verleihen, während bei der Erzeugung feiner Gläser die Holzfeuerungdie Schönheit des Products erhöht, die höhern Preise der Nachfrage keineswegsschaden. Unbedingt ist es um die Gegenwart und Zukunft des Elashandcls besserbestellt als uni jene des Linnenhandels, wo die Ausfuhr lange Jahre stationärblieb, im letzten Jahrzchnd um 8000 Centner abnahm. Auf dem innern Marktehat das vielconsumirende Lombardisch-Venetianische Königreich für die heimische In-dustrie allen Werth verloren. Der größte Theil des Bedarfs wird aus Englandund der Schweiz geschmuggelt, und an gefärbten Leinen, früher der gangbarste Artikel,sind aus den übrigen Provinzen nur wenige Hundert Stück dorthin versendet worden.Nach Unter- und Mittelitalien hat die Ausfuhr gänzlich aufgehört, ebenso der frü-her bedeutende Handel mit Spanien nachgelassen. Dagegen würden Westindicn undSüdamerika, wo in den letzten Jahren Vortheilhafte Verkäufe stattfanden, einen gün-stigen Markt bieten, wäre der directe Verkehr mit denselben bedeutender und lägenicht das Interesse für die östreichische Industrie den triester Platzverhältnisscn sofern. Die Nheder deS ersten und beinahe einzigen östreichischen Haupthafens ziehen esvor, die Aufhebung der Navigatiousacte zu benutzen, um ihre Schiffe dem englischenHandel dienstbar zu machen. Von ihrem Standpunkte thun sie auch kein Unrecht.
Bei der Darstellung der östreichischen Handelsverhältnisse haben wir von denSchwankungen, welche dieselben infolge der schlechten Valuta, des russisch-türkischenKriegs, der noch nicht beendigten Jndustriekrisis erfuhren, nur eine geringe Kennt-niß genommen, in der Überzeugung, daß dieselben vorübergehender Natur sind. Groß^nug ist aber der Schaden, welche» die Industrie dadurch erfuhr. Wie zur Zeit derKontinentalsperre stieg der Preis überseeischer Produkte oft im Laufe von wenigenWochen um 25 — 40°/°, und es ckonnte nicht ausbleiben, daß der Curs der frein-^en Wechsel und das Silberagio allmälig auf den Preis der eingeführten Rohpro-dukte, z. B. Baumwolle und Halbfabrikate, überging und die östreichische Industrie^ohnite. Auch schränkte die Verarmung Ungarns infolge der Revolution den Ver-ehr mit dieser Provinz in trauriger Weise ein. Durch den türkisch-russischen Kriegorlitt der östreichische Handel im Schwarzen Meere einen empfindlichen Schlag. NochJahre 1850 erreichte der zwischen Ostreich und Odessa betriebene directe Verkehr