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Eilfter Band.
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878 Die östreichische Monarchie.

eine Summe von wenigstens vier Millionen Gulden. Und zwar betrug die Ausfuhr

nach Odessa auf dem Seewege ungefähr.. . 213000 Gulden,

auf dem Landwege über Brody (meist Transitogüter) 140000 „

auf der Donau über Galacz. 500000 „

Summa 855000 Gulden.

Die Einfuhr nach Östreich betrug auf den, Seewege ungefähr 1,962000 Gulden,

auf der Donau über Galacz 1,020000 „

Summa 2,982000 Gulden.

Dieser Verkehr liegt natürlich, wie jener nach den übrigen russischen Häfen,gänzlich danieder. Der Landhandel nach Rußland aber, von dem man sich vorder Veröffentlichung des neuen russischen Zolltarifs große Dinge versprach, ist nichterheblicher geworden, da der Zolltarif die wichtigste» östreichischen Handelsartikel:Leinwand, Tischzeug, Wagen, Seidenstoffe, Wollwaaren, Stahlwaaren, mit einemZolle belegt, welcher dem Verbote, völlig gleichsteht.

Wiewol der Handelsvertrag Ostreichs mit dem Deutschen Zollverein bisher nichtdie Früchte getragen, die man von ihm erwartete, so ist doch augenscheinlich geradedieser Vertrag bestimmt, in Zukunft dem östreichischen Handel Vortheile zu gewäh-ren, die alle Verluste von anderer Seite reichlich aufwiegelt dürften. Zur frucht-baren Entwickelung dieser neuen Verhältnisses bleibt freilich nothwendig, daß sich dieinnern Zustände des großen Reichs noch mehr consolidire», daß namentlich die Gcld-und Crcditverhältnisse des Staats wie der bürgerlichen Gesellschaft zu einer fester»und aussichtsreicher» Ordnung sich gestalten. Viel, wenn nicht Alles, wird hierzueine weise Finanzleitung in Verbindung mit der Wiederkehr des europäischen Frie-dens beitragen. Wer wollte aber dem gegenwärtigen Haupte des östreichischen Fi-nanzwesenS die tiefe Einsicht und den besten Willen absprechen? Ob die Eisenbahn-abtretung an eine französische Gesellschaft unter die glücklichen Finanzmaßregeln zuzählen, wage» wir nicht zu entscheiden; doch muß zugegeben werden, daß nach dergroßen Nationalanlcihc von 500 Millionen Gulden (im Jahre 1854) nicht füglichmehr der Weg des offenen Borgens betreten werden konnte. Alles Dies warenOpfer, welche im Angesicht der europäischen Wirren der Kriegsbereitschaft gebrachtwerden mußten. Daß bei den unermeßlichen Bedürfnissen, welche die Aufstellungdes östreichischen Kriegshcers heischte, die finanziellen Verhältnisse der Gesammtheitsich nicht bessern konnten, liegt auf der Hand. Der Banknotenumlauf -hatte vo>nEnde November 1854, wo er 364,048231 Gulden betrug, bis Ende Juni 1855um mehr als 51 Millionen, also in jedem Monate um nahezu 4'/, Million zuge-nommen, und das Deficit der Staatskasse, das schon vor der schlimmen Wendungder orientalischen Frage alljährlich die Summe von 60 Millionen Gulden erstiegen,war natürlich noch gewachsen. Dagegen ist allerdings die Stcuerkraft des östrei-chischen Volks im Wachsen begriffen und das Stcuerausmaß, die günstige Ent-wickelung der Industrie und des Handels vorausgesetzt, erscheint nicht als zu hochgegriffen. Es entfallen auf den Einzelnen an dirccten Steuern ungefähr 2'/s,indirekten Steuern etwa 4 Gulden (von dem Activhandel entfallen auf den Kops2 Gulden 51 Kreuzer), die freilich beträchtlichen Communalumlagen abgerechnet-Die materielle Lage Östreichs, kann man sagen, ist im Großen und Ganzen nicht soschlimm, als seine politischen Feinde ausgeben, aber auch nicht so gut, als seine en-thusiastischen Freunde behaupten. Es wird zuletzt Alles davon abhängen, daß o>Nation ihre großen natürlichen Hülfsmittel entfaltet, oder mit andern Worten, oosie den Nationalreichthum steigert, indem sie dem Bedürfnisse angemessen produci

VII. Die geistigen und sittlichen Verhältnisse in Bezug auf den Nationalreichthum-

Wir schließen die Übersicht der materiellen Zustände Östreichs, indem wir einenBlick auf jene Verhältnisse werfen, welche die Fähigkeit zu erzeugen und zu gen