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Eilfter Band.
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Die östreichische Monarchie.

sie verlernt nicht die eigenthümliche Landessprache, sie weiß aber auch den Nutzen,die Uncntbchrlichkeit des Deutschen zu schätzen. Man irrt, wenn man auf einigewenige Provinzen das Dasein einer doppelten Nationalität beschränkt, die überwie-gende Mehrzahl der östreichischen Kronländer wird von zwei, drei Stämmen bewohnt,und diese Stämme bilden nicht immer excentrische Kreise, sie durchkreuzen und ver-flechten sich in bunter Weise und lassen Sprachinseln zwischen sich bestehen.

Nicht allein Böhmen mit Mähren und Ungarn, auch Stciermark, auch dieillyrischen Provinzen, auch Galizien ist mehrsprachig, und im Küstcnlande, in Dal-matien nimmt die italienische Sprache dieselbe Stellung ein, die in den nördlichenund östlichen Provinzen die deutsche erobert hat, sodaß eigentlich nur Oberöstreichund die Lombardei als cinsprachige Länder übrigbleiben. In Niederöstreich ist dasslawische Element stärker vertreten, als man gewöhnlich annimmt, und sogenanntekroatische Dörfer sind ziemlich nahe an die Mauern von Wien vorgeschoben. Inwelcher Weise die einzelnen Stämme sich kreuzen, wie bunt oft die Stammmischungausfällt, mögen folgende Beispiele zeigen:

Böhmen zählte im Jahre 1850: 5819 czechischc, 2977 deutsche und 94 ge-mischte Gemeinden, zu welchen letztern noch Prag zu zählen ist. Die Bevölkerungvertheilte sich in den einzelnen Kreisen in dieser Weise:

Czechischc Bevölkerung:

Deutsche Bevölkerung!

Gemischte Bevölkerung:

Präger Kreis (ohne Prag)

466960

875

738

Pardubiher Kreis . . .

619901

67821

1299

Gitschiner

689544

182340

7841

Leipacr

„ . . . t

5369

531634

6298

Egerer

754

564099

16699

Pilsener

477192

140785

Budweiser

462454

111703

7806

Summa

2,722174

1,599257

40681.

Rechnet man Prag hinzu, und schließt alle jene Individuen ein, welche, ob-gleich slawischen Ursprungs, doch die deutsche Sprache und Bildung sich mit angeeignethaben, so bleibt die Zahl der gemischten Bevölkerung von einer Million nicht sehr fern,und jede der drei Kategorien mißt dann etwa die gleiche Stärke, während nach derobigen Berechnung kic slawische zur deutschen Bevölkerung sich wie 7 :4 verhält.

Auf buntere Mischungen stößt man in den ungarischen Ländern. In Sieben-bürgen werden bei einer Gesammtbevölkerung von 2,061914 Seelen gezählt:

1,226998 Rumänen,535888 Magyaren,192438 Deutsche,78906 Zigeuner,15570 Juden,7600 Armenier,3743 Slawen,771 Individuen

es entfallen demnach auf 1000 Bewohner 596 Rumänen

„

261 Magyaren

,,

„

93 Deutsche

//

39 Zigeuner

/,

7 Juden

,,

/,

/,

3 Armenier

//

2 Slawen

verschiedener Nationalität.

In Ungarn und Kroatien und Slawonien leben: 4,278000 Magyaren, 3,614064Slawen, 1,099400 Deutsche, 959176 Rumänen, 208257 Individuen andererStämme (Zigeuner und Andere).

In der Wojwodina rechnet man auf eine einheimische Bevölkerung von1,377435 Seelen:

406784 Slawen . . . oder 29,os"/> der Gesammtbevölkerung,

398094 Rumänen . . ,. 28,«s „ „

340149 Deutsche . . „ 24,sr „ „

241594 Magyaren . . „ 17,2? „ „

12376 anderer Stämme „ 0,ss „ „