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Eilfter Band.
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Die orientalische Frage.

denn später war sie es bekanntlich, welche die Entsagung auf die Hcrzogthümer ver-tragsmäßig aussprach. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß sie den Abschluß mitDänemark sich selbst vorbehalten und in Bezug auf die Verwerthung des Zugeständ-nisses freie Hand haben wollte, was allerdings, solange Alles durch Bcstuschewging, nicht der Fall war. In Lynar's Berichten erkennt man, daß es nicht ihreAbsicht war, die Herzogthünicr in den Händen der russischen Dynastie zu lassen.

Sie hatte, heißt es, damals den etwas abenteuerlichen Plan gefaßt, ihr Gemahl solle,nach Wiedereroberung Schleswigs, alle seine Besitzungen in Deutschland ihrem Bru-der, dem Prinzen von Zerbst, der bereits Jever hatte, abtreten; der König vonPreußen solle Ostfriesland hinzuthun und dafür durch Polnisch-Preußen entschädigt,auf den ganzen Ländercomplex aber, vermehrt durch das dem Hause Hannover ab-zunehmende Bremen und Verben, solle eine neue, die zehnte, Kurwürde begründet ;werden. So seltsame politische Gebilde schwebte» damals in der Luft; so natürlichschien es, in Deutschland willkürlich die bestehenden Ordnungen und den Besitzstandselbst umzuwerfen. Der abenteuernde Bassewitz, der dem Cardinal Flcury die Thei-lung Schleswigs (einen im Jahre 1848 wieder aufgetauchten Plan) nach der Sprach-grenze empfohlen, trug sich auch einmal noch zu Karl Friedrich's Zeit mit dein Ge-danken eines aus der goltorpischen Erbschaft, aus Bremen und Verben sammt !

Oldenburg und Delmenhorst zusammenzusetzenden neuen Kurfürstrnthums. >

Von fremden Mächten war besonders England dem Abkommen mit Dänemarkentgegen, und zwar wieder aus einem hannoverischen Motiv: Georg II. hätte gar zngern Holstein gehabt; fünf Millionen, meinte der kaiserliche Gesandte, würde Ha»- !

nover dafür geben. Der Graf Münster wollte bekanntlich Holstein auch für Han- §

nover haben, aber er hat nicht verlauten lassen, daß er geneigt gewesen wäre, dem ^

König-Herzog das Land abzukaufen.

Im Jahre 1751 hatte die durch Lynar angeknüpfte Unterhandlung sich zer-schlagen. Drei Jahre später, im Mai 1754, ward aus Kopenhagen der Freiherrvon der Asseburg nach Zerbst entsendet, um die dort regierende Fürstin durch dasAnerbieten eines lebenslänglichen Jahresgehalts von 6000 Thalern zu bewegen, daßsie ihre Tochter, die Großfürstin Katharina, zur Unterstützung des Tauschvertragszu bestimmen versuche.

Peter'S III. kurze Regierung schien von ihm selbst nur als die Gelegenheit be-trachtet zu werden, seine fixen Ideen, mit Aufbietung der Staatskräfte Rußlands,zur Ausführung zu bringen. Dänemark wandte sich an Friedrich den Großen, demder russische Kaiser schwärmerische Bewunderung zollte, mit dem Gesuch um Ver-mittelung, und unter Anrufung der von preußischer Seite früher zugesagten Ga-rantie für Schleswig. Bevor noch eine regelmäßige Unterhandlung eröffnet war,ging die Nachricht von Peter's III. Entthronung ein, der die Kunde von seinemjähen Tode bald nachfolgte. Im Jahre 1765 ging dann der Freiherr von der Asse'bürg nach Petersburg, und seine (1842 durch Varnhagen herausgegebenen) „Denk-würdigkeiten" bilden ein lehrreiches Seitcnstück zn den Berichten des Grafen Lynar-

Für Katharina waren die gottorpischcn Ansprüche, wie Herrmann sehr richtigsagt, nur ein Mittel, Dänemark durch die „Aussicht auf den Austausch zum unter-würfigen Diener ihrer auf ei» europäisches Übergewicht abzielenden Politik zu machen-So war denn die Verständigung bereits im zweiten geheimen Artikel des (zu*Stunde noch nicht ganz veröffentlichten) Bündnisses zwischen Dänemark und Ruß-land voni 28. Febr. 1765 im voraus angekündigt, und die Weisung an Saldern,den russischen Unterhändler (welche Asseburg schon im November jenes Jahres sein**Regierung mitzutheilen !„ der Lage war), schien ganz geeignet, alle Schwierigkeitenauszugleichen. Panin, der Minister des Auswärtigen, äußerte die wohlwollendstenGesinnungen und hielt sich überzeugt, durch Förderung der Sache den InteressenRußlands ebenso gut wie den dänischen zu dienen, wenn er seinen Zögling, d*'jungen Großfürsten, jetzt schon dem Plane günstig stimmte, den er einst bei reiferJahren genchmhaltcn sollte. Als Asseburg bald nach Eröffnung seiner Send«