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Afrika.
thume so berühmten Honig nach. Uadi-el-Aggar nennt sich ein weiter nordöstlichliegendes schmales, von steilen mächtigen Felswänden eingeschlossenes und von hohenschlanken Fichten überwachsenes Thal oder Schlucht. Am Abhang dieser hohenFelsen sind die. zahlreichen Bienenzellen, wo der im Alterthume so berühmte Honigvon Cyrene gewonnen wird. Weiterhin streckt sich ein Felsplateau/ meist mitcastellgekcönten Höhen, welche die herrlichste Aussicht gewähren, mit tiesen schauer-lichen Schluchten, hier in eine fruchtbare Ebene abgeneigt, dort durchbrochen vomtiefen, mit reichem Grase bewachsenen Bette eines Baches, der nach Westen in einewaldige Thalschlucht hinabrieselt, durch welche sich das untere Plateau und der weiteSpiegel des Meeres enthüllt. Endlich erreichen wir das glorreiche Ain-esch-Schehad(die ewige Quelle), wie jetzt der Quell des Apoll und die umliegende Landschaft heißt,wo Cyrene, die königliche, lag; denn der Name Cyrene, selbst das mittelalterlicheGrennah, ist jetzt vergessen. Cyrene lag, wie eine Citadelle, auf der Spitze desHochplateau, das es von hier aus beherrschte. Eine zwischen zwei zu 2000 FußHohe ansteigenden Kuppen, die sich nach Norden steil ins Tiefland Herabsenken, imWesten und Süden von tiefen Schluchten begrenzt sind, befindliche Thalsenkungwurde vom alten Könige Battus zu jener herrlichen Straße benutzt, welche die Ver-bindung mit der durch wilde, schwierig zu passirende Schluchten und steile Abfällegetrennten Küste und dem Hasen herstellte. Weiter östlich von dieser berühmtenLandschaft besteht der Saum des Hochplateau mehr aus nacktem Felsboden, hat jedochviele von fettem Graswuchs strotzende, mit reichen Quellen versehene Thalschluchten.Die Kante des Plateau besteht hier aus einem rauh felsigen, mit Fichten und hierund da mit Ölbäumen bestandenen Gebirgskamme.
Die heutige Bevölkerung der alten Landschaft Cyrenaika ist höchst spärlich undlebt in unglaublichem Elende in diesem, an jeder Art von Hilfsquellen so reichenLande, das einst so große Völkerschaften, so viele große Städte und Ortschaften mitLeichtigkeit ernährte. Es fehlt dieser heutigen Bevölkerung an jeder Energie, umihren Zustand zu verbessern: nur dem Raube unterzieht sie sich mit Ausdauer und Be-harrlichkeit. Ganze Stämme im Gebirge bauen kein Korn, besitzen kein Vieh undleben ausschließlich von Wegelagerung. Die tripolitanische Regierung beschränkt sichim Grunde nur auf Erpressungen in Dernah und den andern Hafenorten; über denKüstensaum hinaus ist die Herrschaft rein nominell, und das räuberische Gesindellebt eigentlich ganz herrenlos. Wird man dieses herrliche Land, diesen unschätzbarenSchlüssel zu einem ganzen Erdtheil immer in den Händen dieser Elenden lassen? Mansollte denken, mit nichte»! Während andere Mächte sich um Indien im fernen Ostenstreiten, könnte hier insbesondere Deutschland den offenen Heerweg zu einem neuenIndien finden. Die cypressenbekränzte Cyrene, die sich, so dünkt uns, hier wiedererheben wird, ladet die junge deutsche Königin der Adria ein, hier ein neues, regesGüterleben zu erwecken.
Das Innere des Hochplateau, im Süden der alten Cyrenaika, ist unbekannt.Obgleich diese weiten Hochebenen einst ein vortreffliches Kornland bildeten, scheinensie jetzt eine trübselige, nur selten von einem Strauch, noch seltener von einer krüppel-haften Akazie unterbrochene Öde zu sein. In dem bekannten, dem Meere nähern Stricheist bis zum schönen Golf von Bomba, der mehre sichere, besonders gegen Nord-ströme geschützte Häfen zu bieten scheint, nackter Felsboden, welcher aber schmale Ein-schnitte hat, die ihrerseits der vortrefflichsten Erzeugnisse fähig sind, besonders Feigen,Wein und Oliven. Diese eigenthümlichen Fruchtplätze, auf steinigem Boden in Krümmun-gen sich hinwindend, von vielen Brünnlein bewässert, mit Weinlauben grünend, gewährenliebliche Bilder in der Einöde und tragen alle Spuren früherer Cultur. Dannfolgen wüste, jedoch mit Gras und Kraut, hier und da mit wenig leichtem Gebüschbesetzte Steppen bis Mirsa-Tobruk, wo die Gegend sich bessert, und mehre kleine,von Felshöhen eingeschlossene Thalöffnungen, oft von großer Anmuth und Spurenfrühern Anbaus und einstiger Bevölkerung tragend, weiterhin offene, ziemlich breiteThäler und weidenreiche Tristen vorkommen. Beim Akabah-el-Kebira, dem Großen