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Afrika.
Katabathmos (x«vcch«Hpw;, d. i. Stieg, wie die Alten diese Stelle nannten), trittendlich das Hochland unmittelbar ans Meer, und man verläßt die Barka schließlich,indem man durch diesen berühmten Treppenpaß in den östlich folgenden Küstensaumhinabsteigt.
Der weitere östliche Theil der Zwischenterrasse bis zum, Nilthale ist ein an500 Fuß hohes, völlig flaches Plateau von Kalkstein, mit schieferigem Thon undGyps in horizontaler Schichtung und tertiärer Formation. Der Boden besteht aushartem, festem Fels, nur mit einer dünnen, eben die Fußspur ausnehmenden Sand-lage bedeckt; in Schluchten dagegen liegt tiefer Sand. An vielen Stellen ist derBoden mit kleinen Chalcedonen von verschiedener, oft überraschender Färbung, oft inKarneol übergehend und Conchylienabdrücke enthaltend, überstreut. Wie beim GroßenKatabathmos, so tritt das Plateau abermals beim Akabat-es-Sghira, dem KleinenKatabathmos, als das sehr steile Flötzkalkgebirge Dschebel-el-Matar durch den Küsten-saum unmittelbar ans Meer vor, wodurch derselbe in zwei durch den erwähnten Eng-paß verbundene Theile getrennt wird. Diese-beiden Küstensäume enthalten fruchtbare,wasserhaltige Gegenden, sowie viele sehr zur Schasweide geeignete, grasreiche Striche.
Nach diesem Blicke über die nördlichen Küstenstusen betreten wir nun die Sahara,das Hochland von nacktem Gestein und Sand, welches sich zwischen dem 30. und 15.°in einer Breite von 200 geographischen Meilen über ganz Nordafrika vom Nilthalean erstreckt, eine Landmasse, die den halben Flächeninhalt von ganz Europa und dendoppelten des Mittelmeers einnimmt.
Die Sahara besteht in ihrer Hauptmasse aus Hamada, hohem Tafellande vonvöllig nacktem Gestein, und zwar in den nördlichen Theilen vorherrschend aus Sand-stein, in dem südlichen aus Granit, ohne Brunnen oder Pflanzenwuchs, und nurstellenweise mit tiefem Sand bedeckt, dagegen häufig mit niedrigen Felsen dicht besetzt,gleichsam gepflastert. Wo die Hamada unterbrochen ist, liegen niedrigere wellenför-mige Strecken festen Sandes. Dies sind die fürchterlichsten, unwegsamsten Stellender Wüste, ein wildes Gewirre von oft 500 Fuß hohen, dicht aneinandcrgedrängtenHügeln feinen Flugsandes. Eine der auffallendsten und eigenthümlichsten Erscheinun-gen der Sahara ist die fortwährende Flugsandwanderung von Osten nach Westen überdie ganze Länge der Sahara. Fortwährend wird die Sandoberfläche von. Hügel zuHügel getrieben, die Ostseite bloßgelegt, die Westseite überschüttet. Oft sieht manden Sand in massenhaften, hohen Dünen einherwandern, langsam vorwärtsrückend,während der Ostwind dem Reisenden einen feinen Sand ins Gesicht treibt, der jedeSpur einer großen Kafila (Karavane) sofort verweht. Nicht selten zieht der Sandin wolkenhohen, spiralförmigen Säulen einher. Gewaltige Sandstürme schweifen ein-her/ bei denen ein so dichtes Sandgestöber die Luft erfüllt, daß sich die Sonne undWolken ganz verdunkeln und man kaum einige Schritte weit vor sich her sehen kann,und welche oft so plötzlich und mit so furchtbarer Heftigkeit ausbrechen, daß ganzeKafila davon dicht am Ziele der Reise überwältigt werden. Es ist als ob der Staub,der allem Lebendigen feind, hier im Sitze seiner unbeschränkten Herrschaft ununter-brochene gewaltige Triumphzüge hielte. Die Libysche Wüste ist gleichsam die Quelle,die Westsahara der ausgebreitete untere Laus dieses großen Sandstroms.
Da nun auf diese Weise die Sandoberfläche des Landes seit Jahrtausenden vonOsten nach Westen fort und endlich in den Atlantischen Ocean hineingefegt wird,so fragt sich, wo all der Sand denn herkommt. Die Libysche Wüste kann ihnunmöglich für immer liefern; es wird der Sand vielmehr, wie auf der einen Seitein den Atlantischen Ocean hineingetrieben, so auf der andern vom Mittelmeere wiederzugeführt. Der Ocean strömt mit reißender Gewalt durch die Meerenge von Gibraltarin das Mittelmeer ein, worauf die Hauptströmung dieses Meeres längs der ganzenNordküste von Afrika fortzieht. An der nordasrikanischen Küste ist die stärkste Flut-strömung im Mittelmeere. Es. herrschen an der Nordküste, besonders in deren östlicherHälfte, lange anhaltende Nordwinde, die oft zu heftigen Stürmen werden und dieSee mit wüthender Gewalt gegen den Strand anpeitschen. Durch diese Nordwinde