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Afrika.
höchst auffallender Form. gleichsam eine Masse Ruinen von Kirchen und Schlösserndarstellend. Die Einwohner sahen sie mit heiliger Scheu an und wagten sich niein ihre Nähe. Barth, der mit Overweg die Untersuchung dieses Gebirges vornehmenwollte, wäre dabei fast ums Leben gekommen. Da sie keinen Führer oder Gefähr-ten finden konnten, so gingen sie allein, während Richardson bei den Zelten zurück-blieb. Gegen Abend kam Overweg zurück, ohne seinen Gefährten, der sich von ihmgetrennt hatte. Einen Unfall befürchtend, stellte man sofort Nachsuchungen an bisMitternacht, und setzte dieselben mit Tagesanbruch und den ganzen Tag über fort,indem man zugleich den Tuarik, die ihn finden würden, eine hohe Belohnung ver-sprach. Schon war Sonnenuntergang, als endlich die Nachricht im Lager eintraf,Barth sei gefunden und noch am Leben. Ein Tuarik hatte ihn entdeckt, acht Mei-len vom Lager, auf der Erde ausgestreckt, unfähig sich zu rühren. VierundzwanzigStunden hatte er so gelegen. Als er seinen Retter sah, hatte er nur noch Kraftzu stammeln: „Wasser! Wasser!" Er hatte den kleinen Wasservorrath, den er mit-genommen, Mittags am Tage vorher geleert, seitdem die schrecklichsten Durstqualenerduldet; er hatte sogar sein eigenes Blut getrunken.
- In Ghat, wo sie sich eine Woche aushalten mußten, sahen sich die Reisendenvon der Habgier der Häuptlinge und dem Fanatismus der Einwohner geplagt. Sieverließen die Stadt am 25. Zuli 4850 nicht ohne Besorgniß; denn fetzt betraten sieganz unbekannte Gegenden. Eine Karavane von Kelowi - Tuarik (Einwohner vonAhier) begleitete sie. Der'Weg war sehr beschwerlich. Anfänglich machten sie täg-lich 10 —12 Stunden, bald aber mußten sie von dieser Eile nachlassen, da die Ka-meele wie sie selbst ermüdeten. Sie zogen durch eine der höchsten und wildesten Ha-mada der Sahara, stellenweise mehre Hundert Meilen weit, ohne eine Uadi zu treffen.
Am 21. Aug. in Ahier (Asben) angekommen, hofften sie in diesem gepriesenenLande von den Anstrengungen der Reise etwas ausruhen zn können; statt dessenwurden sie von den gesetzlosen Grenzstämmen, den Fadia, in Rotten, die von 60 Mannzu mehren Hunderten anwuchsen und stürmisch die Auslieferung der drei Christenverlangten, fortwährend angegriffen. Die Expedition, mit der Tuarikescorte, welchesich treu verhielt, aus 60 kampffähigen und wohlbewaffneten Männern bestehend,schlug -die Feinde zwar zurück, mußte dieselben jedoch endlich mit einem schwerenLösegelde abfinden. Nachdem dies überstanden, wurden die Reisenden durch uner-wartete schwere Regengüsse, die ausgedehnte Überschwemmungen verursachten und soplötzlich hereinbrachen, daß selbst ihr Leben in Gefahr gerieth, aufgehalten. Endlich,als die Regen vorüber waren, traf eine Escorte von 31 Berittenen vom SultanEn-Nur ein, um sie nach dessen Hauptstadt Tin-Tellust zu geleiten, wo sie am3. Sept. glücklich eintrafen. Der Sultan, ein Mann von 78 Jahren, schwarz,aber mit europäischen Gesichtszügen, empfing die Reisenden freundlich, nahm jedochdie reichen Geschenke an ohne Gegengeschenke zu machen. Ja, er gestattete sogarnicht, daß man den Reisenden Lebensmittel verkaufte, sodaß sie von ihrem Zwieback-vorrath leben mußten. Der habgierige Alte wollte noch mehr Geschenke erpressenund verlangte solche endlich sogar ausdrücklich. Dennoch gelang es, nicht nur mitihm einen Freundschafts- und Handelsvertrag abzuschließen, sondern auch wirklich seineFreundschaft zu erwerben, worauf denn auch das Volk immer freundlicher wurde.Overweg sah sich oft als Arzt in Anspruch genommen. Barth aber machte eineExcursion nach Agades, im Südwesten von Ahier, der Residenz des Hauptsulkansvon Ahier, 132 geographische Meilen von Tin-Tellust, wo er mit dem Sultan, ei-nem beleibten, gutmüthigen Mann von 55 Jahren, sowie mit den angesehenstenMännern des Landes einen freundschaftlichen Verkehr anknüpfte und bis Ende Octo-ber 1850 verblieb.
Die Entdeckungen sind von großer Wichtigkeit, welche die Expedition, besondersBarth, in Ahier (Air, früher Asben genannt) machte, einem bisher von keinem Eu-ropäer besuchten Lande, dessen bis 6000 Fuß emporsteigendes Gebirge die Sudan-regen anzieht. Das Land besteht aus einer Reihe von durch Gebirgsketten getrennten