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Zwöflter Band.
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Afrika.

fruchtbaren Uadi, von denen die südlichen eine wahrhaft tropische Pracht entwickeln,und erfreut sich dabei eines auch für Europäer sehr zuträglichen Klimas.

Die Reifenden brachen am 12. Dec. 1850 aus ihrem Lager bei Tin-Tegganaauf und zogen mit der Salzkaravane nach Sudan. Am 27. verliefen sie bei AgalgoAhier und betraten die Hamada, den Süddamm der Sahara. Es war am I.Jan.1851, als die Expedition in Sudan hinabstieg.

Die Länder von Sudan.

Am Fuße der Sahara erstreckt sich die Tiefebene von Sudan wie eine weiteaus der Erdoberfläche ausgeschnittene Aushöhlung. Der am meisten vertiefte Punktist der große Tschad-(oder Zad-)See, von wo die Niederung mit fast »«merklicherErhebung ansteigt. Im Osten und Westen wird die Tiefebene von zwei vom Sa-harahochlande aus nach Süden laufenden Höhenzügen begrenzt, im Osten vom breitenMarrahgebirge, welches das Nilthal, im Westen von dem Hochlandszuge, welcher dasKowarathal abscheidet, während die Niederung sich nach Süden, wo der Binue (dieTschadda oder der obere Niger) seine Fluten rollt, ununterbrochen in noch unbekannteFernen hinzieht. Dem glühendsten Sonnenstrahle die reichlich quellenden Gewässerentgegenstellend, sind diese unermessenen Strecken üppigen Bodens ohne Zweifel für eineunerschöpfliche tropische Cultur bestimmt; aber sie warten noch der hohem Entwicke-lung, der Meisterhand, welche die bösen Luftgeister bannt, die aus dem Qualm ver-sumpfter, kochender Gewässer giftig emporsteigen.

Die Ebene wie auch das benachbarte Nilthal und das Kowarahochland enthalteneine Reihe von Ländern, welche, namentlich die östlichern, durch schmale, augenschein-lich absichtlich unangebaut gehaltene Waldstriche voneinander geschieden sind, sodaß sichhier die Uadiform der Wüste gewissermaßen künstlich wiederholt. Schon an dieser Ein-richtung erkennen wir, daß das Ganze ein System bildet und eine einheitliche Be-gründung gehabt hat. Unter dem Namen Sudan, d. h. Schwarzland, Nigritia, be-greifen die Araber die Staaten Sennaar, Kordofan, Darfur, Uadai, Bagirmeh, Born»,Mella oder das Fellatahreich, welcher fast über die ganze Breite des Comments ge-zogene Ländergürtel -—- eine der merkwürdigsten, großartigsten historischen Erscheinun-gen — eine Bildung der Araber ist, die aller Wahrscheinlichkeit nach bald nach demSturze des Khalifats durch die Türken zur Ausführung kam. Die Araber setztensich dabei in enge Verbindung mit dem in jedem Lande mächtigsten einheimischenStamme, und führten in die gestifteten Staaten den Islam und ihre eigenthümlicheCultur ein. Hiermit verschmilz sich denn eine frühere Organisation, entsprossen ausverschiedenen, namentlich während des 11. und der folgenden Jahrhunderte stattge»fundenen, durch ganz Sudan durchgreifenden Bewegungen der Targhi oder Berbernder Westsahara. Die ökonomische Basis aller dieser Staaten aber war der Sklaven-handel, zu welchem Behufe man die südlich angrenzenden Länder der Schwarzen unterden einzelnen Staaten als ebenso viele sestbegrenzte Jagdbezirke vertheilte. Gegen diezahllosen Horden jener schwarzen Bevölkerung gab die enge Verbrüderung des Staaten-bundes Kraft. Seitdem ist freilich das edlere arabische Blut von den damit geschwän-gerten einheimischen Elementen größtentheils wieder absorbirt worden. Die einzelnenStaaten haben auch langwierige blutige Kriege miteinander geführt; doch sind die groß-artigen Grundformen des Systems noch bis heute erhalten worden.

Sennaar und Kordofan gehören zum Niltheile, sowie gegenwärtig auch zu Ägypten,daher geographisch wie politisch nicht hierher. Wir wenden uns daher nach Darfur.

s) Darfur.

Darfur, d. h. Dar-el-Fur, das Land der Für oder Fori, besteht aus dem von5° 30' bis zu 15° 30^ nördlicher Breite sich nordsüdlich erstreckenden Marrahge-birge, das hier die Grenze des Nilthals bildet, und aus den dessen Fuße unmittelbaranliegenden Ebenen. Die Grenzen sind im Norden die Sahara, im Osten undWesten die erwähnten schmalen Striche von Haide und Waldung, welche es von