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Afrika.
Kordofan und Uadai trennen. Im Süden ziehen in weiten Ebenen wandernde Ara-ber und weiterhin liegt das Land der Schwarzen, hier Dar-Fertit genannt. DasLand ist von Norden nach Süden an 40 Tagereisen lang, welches ziemlich unbe-stimmte Maß hier allein üblich, und von Osten nach Westen an 18 Tagereisen breit.
Das Marrah ist ein Gebirge von beträchtlicher Breite, durch mehre Querthälerin verschiedene Gruppen getheilt. Der Himmel erscheint hier selten unbewölkt undes fällt reichlicher Regen. Überall erglänzen auf weißen Sandbetken nie versiegendeBäche, und der Boden erweist sich daher überaus fruchtbar. Es gedeiht Weizen ingroßer Ergiebigkeit und Güte auf den Bergrücken, und die Querthäler haben Über-fluß an Datteln, Bananen, Citronen, Zwiebeln, Lauch, rothem Pfeffer, Kumin, Ko-riander, Gurken; auch wird herrlicher Honig gewonnen. Von mineralischen Erzeug-nissen kennt man besonders Eisen (Naseneisenstein), das mehrfach gewonnen wird, undSteinsalz im nördlichen Marrah. Salz fehlt sonst in Sudan überhaupt. Zm südlichenMarrah soll es heiße Quellen und in dessen südlicher Fortsetzung Schwefellager geben.Ein hoher Kegelberg, der Marrah, nach welchem das ganze Gebirge benannt wird,überragt dasselbe. Das vorherrschende Gestein des Gebirges ist grauer Granit.
Die Abhänge des Gebirges bestehen aus vortrefflicher schwarzer Dammerde mitzahlreichen Gewässern. Im Osten des Landes nach Kordofan zu ist aber Sandland(Gaus). Es ist also dieser östliche Theil Darfurs eine Fortsetzung der Alluvial-und Diluvialgebilde Kordofans, wo sich als oberste Ablagerung Sand und Sand-stein darstellt, theils mit tiefgründigem Culturlande bedeckt, theils als sandige, dürre,höchstens mit kümmernden Mimosen bedeckte Flächen bloßgelegt. Dieser Sandbodenbesteht aus einem gelbrothen, losen, durch Eisenoxyd gefärbten Sande, welcher mitebenso eisenschüssigen Thonstraten wechsellagert, und beide enthalten in gewisser TiefeConcretionen von Raseneisenstein, die, häufig an Menge und Größe zunehmend, ganzeselbständige Straten bilden. Die westlichen Ebenen von Darfur haben alle frucht-baren Culturboden.
Zm Westabhange des Marrah beginnen zwei Flüsse, der Bareh, welcher imnördlichern Theile entspringt und dann längs des Westfußes des Gebirges nach Sü-den zieht, und der Jro, der im südlichen Marrah entspringt und sich dann in weitenBogen durch Uadai nach Bagirmeh wendet. Beide Flüsse haben während der Re-genzeit große Tiefe und Breite, dürften aber wol während der trockenen Zeit meistversiegen. Der Bareh fällt wahrscheinlich in den Jro. Nach Osten scheint das Ge-birge keinen Fluß zu entsenden. Doch erhält der Weiße Nil weiter südlich vonDarfur mehre Zuflüsse aus Südwesten, die wahrscheinlich aus der südlichen Fort-setzung des Marrah von Darfur entspringen. In geringer Entfernung südöstlich vonDarfur befindet sich das 10 Tagereisen weite, mit dichter Waldung bedeckte Sumpf-land Baradschaub, von dem, während der Regenzeit wenigstens, dem Nil große Was-scrmassen zugeführt werden. Es wiederholt sich mehrmals in Afrika, und wahr-sckeinlich auch am Nil, die eigenthümliche Erscheinung großer Moräste, in denen dieWasser sich sammeln, um dann weiter fortzuziehen, gewissermaßen eine Vorkehrungder Natur gegen das Versiegen, welchem sonst Flüsse längern Laufes bei der großenHitze ausgesetzt sind.
Die Jahreszeiten sind denen von Ägypten drei Monate voraus. Sommer istim März, April, Mai und Juni, Herbst im Juli, August und September, Winterim Octobcr und November, Frühling im December, Januar und Februar. DerHerbst ist die Regenzeit, welche an 73 Tage anhält. Da sonst während dieserHerbstmonake die größte Hitze sein würde, so wird dadurch, daß die Regenzeit ein-tritt, dem zu starken Versiegen der Gewässer vorgebeugt. Mit Anfang der Regenwird die Saat bestellt. Man berichtet von außerordentlichen Lufterscheinungen, vonfünf Regenbogen, die zu gleicher Zeit erscheinen, -von seltsamer Luftspiegelung inden Ebenen. Das Klima Darfurs ist nicht in allen Theilen gleich gesund. Der ge-sundeste Theil ist das Gaus oder Sandland im Osten des Landes. Die Araber,welche es bewohnen und seine reine Luft athmen, sind starke und muntere Leute; aber