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Zwöflter Band.
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Afrika.

sen nicht den Fori oder andern Äthiopiern gehört die in Darsur jetzt heimische Cul-tur an, sondern diese ist durchgreifend dem Araberthum entsprungen. Die in ihrenStammsitzen, im innern Marrah, verbliebenen Fori erweisen sich als ein sehr rohesVolk. Nicht die in den weiten südlichen Ebenen wandernden schwarzen Arabersind es jedoch, welche das Staatensystem von Sudan und das darin vorwaltendeAraberthum begründet haben, sondern diese Gründung geschah vielmehr erst, wie dieim benachbarten Uadai verbreiteten, sehr glaubwürdigen Traditionen uns belehren,nach dem Sturze des Khalifats durch die Türken von einzelnen angesehenen Familien,die aus Ägypten hierherkamen, und sich dabei weniger von jenen wandernden Arabernals von den wichtigsten einheimischen Stämmen jener Länder (in Darsur also vonden Fori) unterstützen ließen. Der Umstand, daß die Sultane von Darsur ursprüng-lich Araber waren, dürfte auch den Gebrauch erklären, wonach der Herrscher beiöffentlichen Gelegenheiten mit seinen Unterthanen nur durch Interpreten (Tergiman)verkehrt, welche Alles, was vorgetragen wird, in die arabische Sprache, die Hossprache,übersetzen. Auch nennt sich der Sultan in officiellen Urkunden „derRuhm der ara-bischen Könige". Zudem sind noch manche Spuren früherer Einwirkungen der Berberverblieben, wie z. B. die Vorsilbe Tin oder Ten bei Städtenamen (Tendelti), wassehr bezeichnend für die Tuarik ist; das häufige Vorkommen des Namens Bochar;das Tragen des Litham (Gefichtstuches), welches , wie schon bemerkt, in Darsur nurdem Sultan, den Prinzen und einigen höchsten Beamten erlaubt, bei den heutigenTuarik allgemeine Sitte ist.

Gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts herrschte in Darsur Sultan Ahmed-Baker (Bochar). Derselbe hatte sieben Söhne: Omar, Abul-Kasim, Ris, Rifa,Tirab, Tahir und Abd-er-Rahman. Als Ahmed-Baker sah, daß seine letzte Stundegekommen, versammelte er die Großwürdenträger um sich und erklärte für seinenletzten Willen, es solle der Thron an seine Söhne der Reihe nach übergehen, derenPrinzen aber ausgeschlossen bleiben, bis seine Söhne alle verstorben seien. Es folgte

demnach zuerst Omar, der nach sieben Jahren in einer Schlacht gegen den Sultan

von Uadai fiel. Sein Nachfolger Abul-Kasim regierte ebenfalls sieben Jahre und

siel auf dieselbe Weise. Diesem folgte Tirab, welcher 33 Jahre regierte und den

Frieden, .Prunk und sinnliche Vergnügungen liebte. Während dieser Regierungherrschte Überfluß im Lande. Gegen das Ende derselben aber machten den Sultandie Ausschweifungen seiner 30 Söhne verhaßt, welche ganz Darsur zu durchreisenPflegten und sich zueigneten, was ihnen gefiel. Einer ging so weit, daß er nicht mehrauf Pferden, sondern nur auf Männern reiten wollte und dazu Jeden auf der Straßeaufgriff. Der älteste Prinz Jschak war besonders habgierig und tyrannisch. Nachlangem Frieden beschloß endlich Tirab Krieg gegen Kordofan, unter dem Verwände,räuberische Anfälle, die auf der Grenze von Darsur vorgefallen, zu bestrafen,im Grunde aber, um seine Brüder und Neffen, die im Kriege fallen möchten, undmit ihnen den letzten Willen Ahmed-Baker's zu beseitigen und seinem eigenen Sohne,dem Prinzen Jschak, Platz zu machen. Die Herrschaft über Kordofan scheintüberhaupt stets Streit zwischen den Fürsten von Sennaar und Darsur veranlaßt zuhaben; das schöne Weideland lag gewissermaßen als Zankapfel zwischen sie hingewor-fen. Es hatte bereits früher zu Darsur gehört, war dann durch Theilung wiederabgetrennt, im Jahre 1739 aber von Sennaar erobert worden, worauf das Landeigene Meliks (Vicekönige) regierten.

Kordofan wurde von Tirab mit leichter Mühe eingenommen und El-Haschim,der regierende Melik, nach Sennaar vertrieben. Tirab verblieb ein Jahr in Kor-dofan und starb daselbst. Der Rath der Fürsten trat dann zusammen, um denneuen Sultan zu ernennen, und beschloß, Ris wegen seines heftigen Charakters, Tahirwegen der großen Anzahl seiner Kinder zu übergehen, aber Abd-er-Rahman, denjüngsten Sohn Ahmed-Baker's, aus den Thron zu setzen (1787). Diese Wahlerregte allgemeine Zufriedenheit. Abd-er-Rahman hatte es verstanden, sich denAusschweifungen der Söhne Tirab's gegenüber als ein musterhafter Prinz zu erwei-