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Zwöflter Band.
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Afrika.

sen. Er hatte den Koran auswendiggelernt und sich des Gesetzstudiums beflissen.Er hatte sich das Ansehen großer Armuth und Enthaltsamkeit gegeben und nanntesich Fakir (Gelehrter). Abd-er-Rahman, der ebenfalls in Kordosan weilte, brachsofort nach seiner Ernennung zum Sultan nach Darsur anf, wo inzwischen Jschakdie Regierung angetreten hatte. Jschak wurde in zwei Schlachten geschlagen und fielin der zweiten, sodaß Abd-er-Rahman die unbestrittene Herrschaft des ganzen Lan-des erhielt. Er errichtete nun seinen Fascher in Tendelti und bewirkte manche Re-formen. So unterdrückte er möglichst die herrschende Trunksucht und sonstige Aus-schweifungen und sorgte für größere Sicherheit der Heerstraßen. Handel und Wohl-stand erblühten; die jährlichen Karavanen nach Ägypten zählten an 45000 Kameele.

Abd-er-Rahman ernannte, seinem Versprechen gemäß, den Eunuchen Moham-med-Kaurra zum Ab-(Vater-) Scheikh, die höchste Würde in Darsur, welche abernur ein Eunuch bekleiden kann, da sonst befürchtet wird, der Ab-Scheikh möchtesich deS Thrones bemächtigen. Kaurra hatte sich unter Tirab mit der größten Ge-wandtheit und Beharrlichkeit zum Befehlshaber der Leibgarde emporgearbeitet. Wiegroß diese Beharrlichkeit war, zeigte sich unter Anderm darin, daß er einst, von sei-nen Feinden eines Einverständnisses mit einer Beischläferin Tirab's beschuldigt, denZorn des Sultans dadurch besänftigte, daß er sich mit eigener Hand zum Eunuchenmachte. Es war nun eben unter dem Einflüsse dieses Befehlshabers der Leibgardegeschehen, daß der Rath der Fürsten zur Wahl Abd-er-Rahman's bestimmt wor-den. Als der vertriebene Melik Haschim später nach Kordosan zurückkehrte und die-ses Land wieder in Besitz nahm, wurde er von Kaurra abermals vertrieben.

Im Jahre 4799 eröffnete der General Bonaparte von Ägypten aus eine Kor-respondenz mit Abd-er-Rahman. Bonaparte erkannte, zu welch unermeßlich wich-tigen Folgen diese Verbindung führen könnte, und verfehlte nicht nach gegenseitigenFreundschaftsversicherungen sofort einen geeigneten praktischen Verkehr anzuknüpfen.Er schrieb dem Sultan, ihm unverzüglich eine Sendung von 2000 jungen, aberüber 4 6 Jahre alten und starken Sklaven zu machen, für welche er ihm einen gutenPreis zu zahlen bereit sei. Die Ausführung dieses Geschäfts verhinderten jedochdie Ereignisse. Es wäre wahrlich keines der geringsten Verdienste Bonaparte's gewe-sen, wenn es seinem scharfen Blicke gelungen, auf diese Weise, die unter den Um-ständen die einzig praktische war, Europa den Verkehr mit Jnnerafrika zu eröffnen.Auch mit dem Großsultan in Konstantinopel knüpfte Abd-er-Rahman einen Verkehran und erhielt von diesem ehrenvolle Prachtgeschenke.

Als Abd-er-Rahman nach langer Regierung verstorben, gelang es dem Mo-hammed-Kaurra, dessen minderjährigen Sohn, Mohammed-Fahdel, obwol nur nachUnterdrückung eines Ausstandes, auf den Thron zu setzen. Kaurra, der nun als Ab-Scheikh Regent des Landes war, hielt den minderjährigen Sultan sehr gegen dessenWillen an, sich durch strenge Studien zum Antritt der Regierung vorzubereiten. Ebensoregierte er das Land mit strenger Hand und sorgte für gute Ordnung. Es gelangdaher den Höflingen, das Gemüth des Sultan gegen den Ab-Scheikh aufzureizen, so-daß dieser zur Selbstvertheidigung eine Jnsurrection gegen den Sultan beginnen mußte,in welcher er aber geschlagen wurde und sein Leben verlor.

Kordosan befand sich unter der Herrschaft der Sultane von Darsur, wie früherauch unter denen von Sennaar, wohl, denn die Abgaben waren nicht drückend, dieRegierung mild. Der Handel breitete sich nach allen Richtungen aus, Karavanen ausAbyssinien, aus Jnnerafrika, aus Ägypten, brachten ihre Waaren in die zwei StädteObeehd und Bara, von wo der größte Theil wieder weiterging. Alles lebte inÜberfluß. Selbst Weiber der minder Bemittelten trugen i« Nasen und Ohrengoldene Ringe, ja viele selbst goldene Armbänder und silberne Fußringe. Viehzuchtund Ackerbau waren gut bestellt. Da sandte im Jahre 4824 Mehemed-Ali, Paschavon Ägypten, seinen Schwiegersohn, den berüchtigten Mohammed-Bei El-Defterdar,mit einem Corps von 4500 Mann Infanterie und Cavalerie, acht Feldstücken und800 Beduinen ab, um Kordosan seiner Macht zu unterwerfen. Den Grund oder