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Zwöflter Band.
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Afrika.

den Verwand für dieses Unternehmen gaben dem Pascha die Mamluken ab, diesich auch in Kordofan eingenistet hatten. Nachdem dieselben nämlich 1798 durch dieFramosen aus Ägypten waren vertrieben worden, wandten sie sich nach Nubien undbis nach Dongolah, von wo sie Mehemed-Ali, da sie ihn in seiner Macht be-drohten, vertrieb, sodaß sie endlich eine Zuflucht in Sennaar und Kordofansuchten. Als das Land Kordofan von den Absichten des Pascha Kenntniß er-hielt, bereitete sich die Bevölkerung mit aller Kraft zum Widerstände vo>» Musa-lem, der Melik, zog dem Defterdar bis Bara entgegen. Sein zahlreiches Heer warzwar nach Landessitte gut bewaffnet, hatte aber keine Feuergewehre, welche mandamals in Kordofan noch nicht kannte. Die Schlacht war mörderisch. Die Fori-Kordofaner stürzten sich wie Rasende in den Kampf und vertheidigten ihre Freiheitmit Todesverachtung, ja selbst Weiber nahmen an dem Gefecht theil. Die Schlachtwurde, nachdem der Sieg lange geschwankt, endlich durch den Tod Musalem's, desAnführers der Fori, entschieden. Zwei Tage darauf zog der Defterdar in Obeedhein und begann sofort sein echttürkisches Regiment. Die Stadt wurde geplündertund fast ganz zerstört, die vorgefundenen beträchtlichen Reichthümer eignete sich derDefterdar ohne weiteres zu. Das Land ergab sich ohne fernern Widerstand bisan den Berg Deier, 20 Stunden von Obeedh, wo die Freiheit sich noch viele Jahrebehauptete. Der Defterdar bot alles Mögliche auf, dieses Land herabzubringen, undsei» Name ist noch gegenwärtig ein Schrecken für die Einwohner. Keine Feder istim Stande die Grausamkeiten zu beschreiben, welche er ausübte. Mit Ausnahmeeiniger Dschelabi (Kaufleute) sah man bald keinen bemittelten Einwohner, denn dasLand wurde vollkommen ausgesogen. Zu gleicher Zeit wurde Sennaar von denägyptischen Heerführern Jsmael-Pascha und Ibrahim-Pascha erobert.

So stand nun Kordofan dem Staate Darfur nicht nur feindlich gegenüber, son-dern das dortige, rein zerstörende Regiment erregte allgemeinen Schrecken, fortwäh-rend durch Flüchtlinge, die den unerhörtesten Gräueln entronnen waren, wachgehalten.Wiederholte Anzeichen, daß die entsetzliche Verheerung auch bald über Darfur selbsthereinbrechen werde, mehrten sich. Mehemed-Ali nahm sich der Sache des Fori-Prätendenten Abu-Madian (Medina) an, um die Eroberung des Landes einzulei-ten. Abu-Madian war ein jüngerer Bruder des Sultans Mohammed-Fahdel, wel-cher, wie dies bei den Sultanen von Darfur gewöhnlich, um der sichern Thronfolgeseiner Söhne willen seine Brüder aus dem Wege zu räumen wünschte. Er hattebereits seinen Bruder Mohammed-Bokhari tödten lassen, und hielt die beiden jün-ger» Brüder in einer Art Gefangenschaft, aus der sie, weil in steter Lebensgefahr,nach Kordofan entflohen. Abu-Madian's Bruder, sein Gefährte auf der Flucht,wurde unterwegs ergriffen und aus Befehl des Sultans geblendet; Abu-Madianselbst aber entkam. Er wurde von den ägyptischen Behörden mit der äußersten Zu-vorkommenheit empfangen, und Mehemed-Äli, der wohl sah, daß Darfur sich aufdiese Weise leicht von Ägypten abhängig machen ließe, versprach ihn auf den Thronvon Darfur mit Waffengewalt einzusehen (1835). Mehemed-Äli's Verhältnissemit Europa verhinderten lange die Ausführung des Unternehmens; endlich aber be-schloß er eine Armee von 12000 Mann nach Darfur zu expediren. Auf die Vor-stellungen des Gouverneurs von Kordofan jedoch, es bedürfe eines so großen Heeresnicht, begnügte er sich den in Kordofan stationirten 7000 Mann starken Negerregi-mentern ein kleines Hülfscorps Rumelioken zuzusenden. Durch die Meuterei dieserLetztem scheiterte indessen das ganze Unternehmen. Als eine natürliche Folge dieserVerhältnisse hat Darfur sich seitdem aufs strengste gegen Ägypten abgesperrt. Eswurde keinem Weißen der Zutritt ins Land gestattet, da man sie alle für Spionedes Vkekönigs hielt; oder wenn man einen zuließ, so wurde ihm jedenfalls, nichtdie Rückkehr gestattet. Der sonst so großartige Handelszug von Darfur nach Ägyp-ten hörte gänzlich aus und wandte sich fortan nach Westen über Uadai, Bornu,Fezzan und Tripolis. Im Jahre 1842 starb der Sultan Mohammed-Fahdel, undes folgte sein Sohn Hussein.