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Afrika.
b) Uadai.
Uadai, welches auch die Namen Uadadeh, Barg», Borg» und Dar-Salehführt, ist die weitere westliche Senkung des Landes nach dem Tschadsce zu und einwellenförmiges, von Osten nach Westen von niedrigen Bergen und zahlreichen Gewäs-sern durchzogenes Land mit höchst ergiebigem Boden, im Ganzen eines der reizend-sten Lander von Sudan. Es grenzt im Osten an Darfur, von welchem es durcheinen A^ldstrich geschieden wird, im Westen an Born», von dem es durch denTschadsee, und an Bagirmeh, von dem es ebenfalls durch einen Grenzwaldstrichgetrennt wird, im Süden an weite Haiden, bewohnt von wandernden Arabern, undim Norden an Dar-Tamah, ein den hohen Hamadasaum der Sahara bildendesGebirgsland. Die hervortretendste Eigenthümlichkeit des Landes besteht in den bei-den parallelen, an 50 geographische Meilen voneinander entfernten Thälern Batha(die Niederung) und Botaja (die kleine Niederung), welche das Land von Westennach Osten quer durchlaufen und in drei ungleiche Theile trennen. In diesen Thälernziehen in der Regenzeit starke Flüsse mit bewaldeten Ufern. Die Batha versiegt auchin der trockenen Zeit nicht und soll, wie die Botaja, in den, im westlichen Uadai be-findlichen großen See Fittri münden. Dieser See Fittri ist jedoch in neuerer Zeitausgetrocknet und Marschland geworden, das nur zuweilen einiges Wasser enthält.Beide Thäler haben einen höchst ergiebigen und wohlangebauten Boden und die Ab-hänge derselben sind dicht mit Dörfern besetzt. Den Süden von Uadai durchzieht inweitem Bogen von Osten nach Westen der aus Darfur kommende Jro, ein ansehn-licher Fluß während der Regenzeit; derselbe wendet sich unter dem Namen Salsmatnach Bagirmeh, wo er in einen dortigen See münden soll. Es ist jedoch wahrschein-licher, daß er sich in den Schari ergießt. Das Klima ist ausnehmend sckön. Nurhat man hier gegen Anfang des Herbstes Orkane von furchtbarer Heftigkeit, die einenMonat anhalten und, von der Sahara her einbrechend und unermeßliche Wirbel feinenSandes hertreibend, große Verheerungen anrichten. Die heißeste Zeit fällt mit derRegenzeit, und die Zeit der geringsten Wärme, der Winter, mit der trockenen Zeitzusammen. Die Folge der Jahreszeiten ist gewissermaßen Winter, Sommer, Herbst,Frühling. Obgleich die meisten Flüsse während des Winters versiegen, so vertrocknensie doch nicht, und man hat in allen Theilen des Landes immer reichliches Wasser inBrunnen. Der Boden ist infolge dessen, wie schon bemerkt, überaus ergiebig: überallsieht man, fruchtbare Gefilde und reizende Gehölze. Obst, Gemüse, Mais und Hirsewird in Überfluß erzeugt; die zahlreichen Weiden bedecken zahlreiche Heerden. DieBevölkerung ist sehr dicht.
Die Einwohner von Uadai theilen sich in zahlreiche, oft wesentlich voneinan-der verschiedene Stämme. Zm Süden und Westen wohnen die Kuka, Kudku, Bigo,Dadscho, Maubel, Birguid, Heimat, Bendalak, Fittri; im Norden die Eoran,Berti, Mimeh, Geimir, Mesmedjeh, Madago, Belahleh, Dedscho, Haleilat; imOsten die Massalat, identisch mit den gleichnamigen im Westen von Darfur. DieSenauni bewohnen das eigentliche Uadai, den mittlern Theil des Landes. IhrStammsitz ist, wie der der Fori in Darfur, ein Gebirge, der Senaun und Melanganim Norden der obern Batha. Die Senauni bilden den herrschenden Stamm, wel-chem die regierende Familie, die höher« Beamten, sowie die Leibgarde angehören.Sie sind starker Statur und tiefschwarzer Farbe. Die Botaja wird von den Kasch-mereh bewohnt und fleißig angebaut. Ihre Wohnsitze ziehen sich in dichter Reihevier Tagereisen weit längs des Nordabhanges des Thales hin. Es sind wohlha-bende Leute mit zahlreichen Familien, einfachen, friedlichen Wesens, mittler Staturund gemischter Farbe, die einen weißen Ursprung vermuthen läßt. Sie haben eineeigenthümliche Sprache. Die Massalat sind brauner Farbe, mittler Höhe und be-völkern dicht eine weite Ebene. Die Kuka, welche im Südosten einen zahlreichenStamm bilden, sind ursprünglich Dschenakherah, heidnische Neger von Obersudan imSüden von Uadai. Sie haben ausgezeichnet schöne Frauen. Um jährlich eine Erntedieser schönen Negerinnen für den Harem des Sultans zu erhalten, wurde ein ganzer