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Zwöflter Band.
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Afrika.

Overweg kam aus seiner südwestlichen Route zuerst in die wohlangebauke undfruchtbare Ebene des bornuestschen Sultanats von Gujeba. Das zahlreiche Rindviehder die hiesigen Weiden besuchenden Fellatah ist außerordentlich schön und so stark,daß ein Stier es mit einem Löwen aufnehmen soll. Von hier stieg er nach Westendas Tafelland von Dora hinauf, ein anderes bornuesisches Sultanat. Der Sultanvon Dora war überaus gefällig und diente ihm beim Besuche der westlich von derStadt Dora gelegenen Anhöhen persönlich als Führer. Von Dora ging er südlichnach Fika, einer starken bornuesischen Grenzfestung, welche mit Citadelle, innern undäußern starken Mauern und Doppelgräben versehen ist, und sich rühmt, nie von denFellatah eingenommen worden zu sein. Als Overweg die Anhöhen bei der Stadtrxplorirte und daher die Stadt übersah, glaubten die Einwohner, er nehme die Fe-stungswerke auf, und erregten, Gefahr fürchtend, einen solchen Tumult, daß Overwegnach Dora zurückzufliehen sich. genöthigt sah. Er zog dann nach Südosten in dasBasaltgebirge von Baber, das in hohen, schroffen, schwarzen Gipfeln emporragt, gingvon hier nach Gujeba in Bornu zurück, und von dort wieder nach Südosten zu dendichtbewaldeten Sandsteinhügeln der Marghi. Am 22. Mai 1852 traf er wieder inKuka ein.

Overweg war schon seit der Ankunft in Ghat, obschon vorn Fieber frei, immersehr leidend gewesen. Er hatte nun auf der letzten Reise sehr große Anstrengungengehabt, sodaß sogar das Kameel, welches er ritt, unterlag und erschossen werdenmußte. Er war dann viel zu Pferde gereist, was ja auch für Richardson so ver-derblich geworden. Mit dem 15. Juni brach außerdem in Kuka die gefährliche Re-

genzeit an. Der 24. Juni war zwar noch ein Freudentag; denn die große Kara-vane kam an und brachte Briefe und — Rimessen. Barth aber, der erst am20. Aug. zurückkam, bemerkte gleich, daß sein Freund sich auffallend verändert habe.Die gefährliche Stadt zu vermeiden, machte Overweg einen Ausflug nach dem FlusseJo, dessen Lauf er untersuchte, und kam am 14. Sept. gestärkt nach Kuka zurück.Allein am 19. vom Fieber angefallen, brachte man ihn auf seinen Wunsch nachManari, einem anmuthigen Orte am Ufer des von ihm erforschten Tschadsees, wo eram 27. Sept. 1852 starb. Overweg war am 24. Juli 1822 in Hamburg gebo-ren, also erst 30 Jahre alt. Er hatte in Bonn und Berlin Naturwissenschaften, be-

sonders Geologie studirt und sich der Expedition mit Begeisterung zur Erforschungder tropischen Erde angeschlossen.

So hatte Barth nun seinen einzigen Gefährten verloren. Er mußte daher vor-erst der beschlossenen großen Reise nach dem Osten entsagen. Ein Anderer hätte woldie ganze Unternehmung aufgegeben; Barth beschloß aber bei seinem Werke zu be-harren. Nur wollte er vorerst die Erforschung Afrikas nach Westen hin fortsetzen,was im Grunde auch vorderhand von dringlicherer Wichtigkeit war als die Er-forschung des Ostens. .Nach den westlichern Gegenden konnte ihm auch leichter einGefährte, dessen er so sehr bedurfte, zugesandt werden. Vor seiner Abreise vonKuka ordnete er seine Papiere und Tagebücher und sandte dieselben dem englischenConsul in Tripolis in Verwahrsam, damit dieselben nicht verloren gehen mochten,sollte er selbst umkommen. Vom Scheikh von Born» zum Abschied mit einem schö-nen Kameelpaare beschenkt, verließ er Kuka am 25. Nov. 1852 mit fünf Dienern,sechs Kameelen, vier Pferden und einem guten Vorrath an Waffen und Schießbe-dars. Da die Route nach Kano wegen ausgebrochenen Krieges zwischen den Fella-tah und Bornu abgesperrt war, so begab er sich über Sinder nach Kaschna undfand gute Ausnahme. Doch wurde er wegen zwischen den Fellatah und Guber undMariedi gleichfalls ausgebrochenen Kriegs bis zum 21. März 1853 in Kaschna zu-rückgehalten. Endlich erhielt er von dem dort anwesenden Galadina (Premiermini-ster) eine Escorte, die ihn sicher nach Sakatu geleitete. Unfern Wurno wurde er vonAliju, dem Kaiser der Fellatah, freundlich empfangen und ihm wie allen englischenKaufleuten in allen Fellatahlanden Schutz zugesagt. Er kam in Wurno am 3. April«n und blieb daselbst einen Monat. Seine Wanderung dann fortsetzend, zog er üach