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Zwöflter Band.
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Afrika.

Nordwest und überschritt die Kowara bei Sai, einer ansehnlichen Stadt in 14° Breite,3° 45^ Lange, 150 geographische Meilen von Sakatu. Von hier zog er nach Libtako,einer andern ansehnlichen Stadt in 14° 40'Breite, 0° 30'Länge, 335 geographischeMeilen von Sakatu und 240 von Timbuktu. Endlich am 7. Sept. 1853 hielt erseinen feierlichen Einzug in Timbuktu, der in einem, unter großem Volksgedränge statt-findenden, von den, Bruder des Regenten, Scheikh-el-Bakau, befehligten großen Auf-zuge zu Pferde, zu Kameel und zu Fuß bestand. Auf den Rath des freundlichenScheikh selbst mußte er sich nämlich für einen Gesandten vom Großsultan in Stambulausgeben. Die so vom Tschadsee bis Timbuktu zurückgelegte Reise betrug über 2000Meilen. Von Barth's sechs Kameelen starben unterwegs zwei, die übrigen wurdenunbrauchbar. Auch seine eigene Gesundheit litt, und er hatte nach seiner Ankunftin Timbuktu einen heftigen Fieberanfall

Die Vorstellungen, die über die Größe Timbuktus bestehen, find übertrieben;es ist nicht so groß wie Kano und hat auch nicht dessen commerzielle Bedeutung.Der Ort besteht meist nur aus Lehmhütten und umfaßt etwa 20000 Einwohner.Die Umgegend von Timbuktu ist, als an die Sahara grenzend, trocken und un-fruchtbar. Die Bevölkerung bilden, außer dem einheimischen Stamme der Sonrai,Araber, Fellatah, Tuarik, Bambara, Mandingo u. s. w. Bei dem leicht erregbarenFanatismus dieser aufeinander eifersüchtigen Stämme ist der Aufenthalt für Euro-päer höchst gefährlich, und trotz der aufrichtigen Freundschaft des Scheikh sollte diesauch Barth erfahren. Er wurde in Timbuktu gewaltsam zurückgehalten, und es ge-schah nur auf die persönliche Verwendung des englischen Consuls in Tripolis, War-rington, daß er die Stadt endlich am 24. März 1854 verlassen konnte. Nach seinerAbreise von Timbuktu zog er nach Sudan zurück, und traf am I.Dec. (1854) aufder Straße zwischen Kano und Kuka mit dem Nachfolger auf dem Felde seiner bis-herigen Arbeiten, mit Dr. Vogel, zusammen. Er besprach sich mit demselben, unter-stützte ihn bestens bezüglich der fernern Zwecke der Expedition und eilte dann leichtenMuthes über Kuka heimwärts. Barth kam am 8. Sept. 1855 glücklich in Marseillean. Wie an Ausdehnung des wirklich durchmessenen Grundes, so übertreffen seineletzten fünfjährigen Reisen in Afrika an Mannichfaltigkeit und Wichtigkeit der Er-gebnisse ohne allen Vergleich die Leistungen aller frühern afrikanischen Reisenden.

Seitdem die Nachricht von Richardson's Tode eingetroffen, hatte der GeographPetermann (damals in London), auf dessen Anregung sich die beiden Deutschen,Overweg und Barth, der Expedition Richardson's anschlössen, Schritte gethan, denbeiden Reisenden einen Gefährten zuzugesellen, der als ein Mann von Fach imStande wäre, durch correcte Bestimmung der Länge und Breite, der Seehöhe u. s. w.den reichhaltigen gewonnenen Ergebnissen eine feste wissenschaftliche Geltung zu unter-breiten. Eine solche, höchst geeignete Person fand sich in dem jungen Astronomenund Botaniker Dr. E. Vogel, Assistenten des Astronomen Hind in London, Sohndes Schuldirectors I)r. K. Vogel in Leipzig. Auf weitere Vermittelung des preu-ßischen Gesandten in London, Ritter Bunsen, und des Lords John Russell wurdedemnach Vogel seinen beiden Landsleuten zur Hülfe gesandt. Man stattete ihn reich-lich mit den erfoderlichen Instrumenten aus, und gab ihm auch zwei tüchtige Ge-hülfen aus dem Geniecorps der Armee bei. Vogel verließ England am 20. Febr.1853, gerade am Tage, wo in London die Nachricht von Overweg's Tode eintraf.Nachdem er seine Vorbereitungen in Tripolis vollendet, trat er am 28. Juni seineReise ins innere Afrika an, begleitet von zwei einflußreichen Personen, FriedrichWarringkon, Sohn des frühern englischen Consuls in Tripolis, bei den Wüstenstäm-men wohl bekannt, und Hadje-Aksen, einem Verwandten des Scheikh von Born«, dervon der Wallfahrt aus Mekka nach Kuka zurückkehrte. Sie nahmen den directenWeg über Beniolid und Sukna und erreichten Murzuk am 5. Aug. Es war dieerste bekannte Reise, die ein Europäer durch die Wüste in der Mitte des Sommersmachte. Das Thermometer zeigte 92 — 100° im Schatten, 120° in der Sonne lDie Gegenwart. XII. 12