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Zwöflter Band.
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Afrika.

Wasser war höchst spärlich; einmal trafen sie während 14 Tage nur drei Brunnen.Die Vegetation zeigte sich überall, auch in den Uadi, verdorrt. Alle Instrumentewurden jedoch glücklich hindurchgebracht; nur der Holographische Apparat konnteder Hitze nicht widerstehen und verdarb.

Da Hadje - Aksen das Beiramfcst in Murzuk abwarten wollte, so mußteVogel daselbst vom 5. Aug. bis zum 13- Oct. bleiben, welche Zeit er zu Excur-sionen in die Umgegend benutzte. Er brachte die ganze Zeit in der ungesunden Ge-gend ungefährdet zu. Endlich brach die Karavane auf, bestehend aus 70 Kameelenunst 63 wohlbewaffneten Leuten. Es war nun Winter, die Mittagshitze nur 82 —85°, wofür aber die fürchterlichen Sandstürme, die fast alle Spur des Weges ver-wehten, Schwierigkeiten verursachten. Vogel hatte einen Anfall der Gelbsucht, dener jedoch schnell überstand.

Er kam am 20. Febr. 1854 in Kuka an, und der Empfang war sehr glän-zend. Der Scheikh schickte ihm 50 Meilen weit eine Escorte von 150 Reitern ent-gegen, und der Bruder des Scheikh holte ihn drei Stunden weit mit einer Armeevon 3000 Mann feierlich ein. Einige Monate vorher, im November 1853, war inBornu eine Revolution ausgebrochen, infolge welcher ein neuer Regent, Abd-el-Rahman, eingesetzt worden, der viel Energie und Intelligenz und sich den Weißensehr günstig erwies.

Das Klima machte sich indessen bei dem Reisenden sofort geltend. Vogel er-lag einem sehr heftigen Gelben Fieber, das ihn dem Grabe nahebrachte, und vondem er erst Ende März (1854) völlig genas. Er begleitete sodann eine große Ghasuahder Bornuesen nach den Musgo und Tubori und drang bis 9° 30^ Breite vor,30 Meilen weiter als Barth und Ovecweg zwei Jahre vorher auf derselben Route ge-kommen waren. Die Expedition bestand aus 22000 Mann zu Fuß und zu Pferde,3000 Kameelen, 5000 Ochsen, 15000 Kameel- und Ochsentreibern. Die Einwoh-ner flohen vor der Ghasuah bis über den Tuborisee zurück, hinter dessen marschigenUfern sie sich sicherglaubten. Die Bornuesen setzten jedoch über den See an einerseichten Furt, wobei sie eine beträchtliche Mannschaft einbüßten, und nahmen 1500Sklaven, alle Weiber und Kinder unter zwölf Jahren, und gegen 2000 Stück Vieh.Die Männer wurden fast alle niedergemacht oder einem spätern grausamen Todeaufbehalten. Vom Tuborisee zogen sie nach dem Schari, und nahmen von den dor-tigen Musgo 2500 Sklaven und 4000 Stück Vieh. 36 Männern wurde je einBein am Knie und ein Arm am Einbogen abgeschnitten, damit sie sich, so belassen,zu Tode verbluteten. Die Sklaven wurden in dem schrecklichen Regenwetter, völlignackt, ohne allen Schutz, des Nachts auf dem Boden schlafend, fortgeführt. Esbrachen demzufolge Dysenterie und Blattern unter ihnen aus. Von den 4000 Skla-ven kamen nur 500 nach Kuka, wo Vogel, dem Gräuel enteilend, eine beträchtlicheZeit vorher angekommen war. Nach neuern Berichten war vr. Vogel, ausgerüstetmit den ihm von Barth beim Zusammentreffen übergebenen Empfehlungsbriefen des.Kaisers Aliju, bis Jakoba, der schon erwähnten Hauptstadt der FellatahprovinzBautschi, vorgedrungen und hatte die genaue astronomische Lage aller wichtigen Ort-schaften bestimmt. Von Jakoba gedachte Vogel Adamaua bis zur Südgrenze zudurchwandern und sich dann nordöstlich nach Uadai zu wenden. *)

Der Geograph Petermann, welcher überhaupt während seiner amtlichen Stellungin London die Exploration Cmtralafrikas gleich einem Generalissimus leitete, er-kannte sofort die große Bedeutung der Entdeckung, die Barth gemacht, indem er im

*) Nach Dr. Vogel's letzten Nachrichten vom 5. Juni 1855, die seiner Familie in LeipzigAnfang Januar 1856 zugingen, ist er, seiner Absicht gemäß, nach Adamaua vorgedrungen,denn er berichtet, daß er den Fluß Binue oder Bcnue (die obere Tschadda) erreicht habe.Doch konnte er — aus unbekannten Gründen — den Fluß nicht passiren. Er hatte auf sei-nen letzten Wanderungen mit mancherlei Fährlichkeiten zu kämpfen gehabt, war auch krankgewesen, doch zur Zeit wieder munter und rüstig. Sein Hauptquartier befand sich damalsin der Negerstadt Gombe. D. Red.