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Zwöflter Band.
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Afrika. 179

Juni 1851 ln Adamaua den Binue (Tschadda) berührte. Barkh hatte hiermit dieWasserstraße aufgefunden, die vermittels des Niger von Süden her in das Herzdieser weiten und vielversprechenden Lander führt und dieselben erst recht eigentlichdem Weltverkehre ausschließt. Petermann's Bestrebungen gingen jetzt dahin, auf demNiger in den Binue einzudringen, und damit das Innere des Erdtheils von Südenaus auf dem praktikabelsten Wege zugänglich zu machen. Zuvörderst regte er diehochwichtige Angelegenheit in der „'lunss" vom 25. Nov. 1852, dann im „4tl>s-m-.sum" vom 27. Nov. desselben Jahres an. Die britische Regierung ging auf dieSache ein, und entschloß sich, den Niger hinauf eine Binue- oder Tschaddaexpedltionzu entsenden. Besonders fördernd war hierbei die Mitwirkung des Rheders Mac-Gregor Laird, welcher früher an der Kowara-Expedition von 1852 persönlich theil-genommen hatte. Laird baute sogar auf seine Kosten das Flußdampfschiff „Plejade"für das neue Unternehmen, und steuerte zur Ausrüstung der Expedition überhauptan 14000 Pfund Sterling bei, während die Regierung 5000 Pfund Sterling hin-zuschoß. Die Leitung der Expedition übernahm Dr. William Belfour Baikie, dersich seiner schwierigen Aufgabe mit Eifer und Umsicht entledigte. Die übrigen Wei-ßen, welche die Expedition begleiteten, waren ein gewisser May aus Fernando-Po,vr, Hutchinsvn als Schiffsarzt, der Schiffscapitän der „Plejade", zwei Supercargos,der erste Maschinist, der erste Steuermann und der Stewart. Der Schiffskaplan,Samuel Crowther, von der londoner Missionsgescllschaft, der sich um das Unter-nehmen sehr verdient machte, war ein Schwarzer. Die übrige Mannschaft bestand^gänzlich aus Schwarzen und zählte 70 Matrosen von der Kruküste, südlich von Sierra-Leone, und drei Dolmetscher von Sierra-Levne. Am 11'. Juli 1854 lief die „Plejade"in die Nunmündung, die Hauptmündung des Niger, ein und am 4. Aug. hatte dasSchiff die Biuuemündung erreicht. Bei Gurowa (8° 4E), der Hafenstadt von Ha-maruwa, wurde die Expedition vom Sultan (Statthalter) in feierlicher Audienz em-pfangen. Allein das Dampfschiff mußte hier Halt machen, da man — was bei denenglischen Expeditionen so häufig geschieht — für das Weiterkommen nicht die ge-hörige Vorsorge getragen hatte. Es fehlte nämlich an dem hinlänglichen Kohlenvor-rathe, und das Holzschlagen an den Ufern mußte man aufgeben, weil es die Mann-schaft zu sehr erschöpfte. Außerdem waren auch die Segel zurückgelassen worden.Baikie ging daher mit seinem Begleiter May in einem Boote weiter aufwärts. Siefanden sich aber bald den Angriffen der anwohnenden rohen Neger, von denen beideGeschlechter völlig nackt gingen, ausgesetzt. Nachdem sie bis auf 50 Meilen von derFaromündung auf dem Binue vorgedrungen, entschlossen sie sich zur Umkehr. Diesgeschah am 29. Sept. Der Fluß war zu dieser Zeit noch immer im Steigen; erstam 5. Oct. begannen seine Gewässer zu fallen. Wegen Mangel an Brennstoffmußre mau nun mit dem Schiffe stromabwärts treiben, und man erreichte auf dieseWeise am 20. Oct. den Punkt, wo der Binue mit der Kowara zusammenstößt. Amobern Flusse legten sie fast bei jeder bedeutendem Ortschaft an und suchten einenVerkehr herzustellen; dagegen eilten ffie durch die untern Gewässer so schnell alsmöglich, um den ungesunden Einflüssen zu entgehen. Am 4. Nov. 1854 kam dieExpedition an der Nunmündung wieder an. Von den wichtigen Resultaten, welcheauch diese Expedition gewährte, kann man aus Dr. Baikie's eigener Aufführung vorallem folgende drei hervorheben: 1) Es wurden jenseit des äußersten Punktes, dendie Expedition von Allen und Oldfield im Jahre 1835 auf der Tschadda (Binue)erreichte, noch ungefähr 250 Meilen weiter hinauf erforscht und die Identität derTschadda und des Binue festgestellt. 2) Man erlangte die Sicherheit, daß der Flußwährend der Regenzeit wenigstens bis zu dem Punkte, welchen man erreicht hatte,vollkommen schiffbar sei, und konnte den wohlbegründeten Schluß ziehen, den dieAussagen der Eingeborenen bestätigten, daß der Fluß auch noch bedeutend weiter hin-auf der Schiffahrt zugänglich sei. 5) Man machte überdies die Erfahrung, daßdas Klima jener Länder dem Europäer keineswegs unüberwindliche Schwierigkeiten

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