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Zwöflter Band.
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Afrika.

entgegenstelle, da die Expedition nur sehr wenige Kranke auswies und keinen Todes-fall zu beklagen hatte. Durch alle diese Thatsachen, die jetzt feststanden, wurden diemythologischen Drachen überwunden, die bisher die Pforten der großen Nigerstraßeverschlossen gehalten. Die schönste Straße ins Herz von Afrika war somit erschlos-sen — ein Ereignis!, das für diesen Erdtheil als wahrhaft epochemachend betrachtetwerden muß.

Im Süden von Sudan beginnt das Land der heidnischen Neger, von welchemwir bisjetzt durchaus keine Kenntniß haben. Doch spricht Alles dafür, daß dasselbeein.allmälig zu beträchtlicher Höhe ansteigendes Hochland sei. Es haben z. B. alleFlüsse in Tiefsudan, der Binue wie der Schar! und deren Zuflüsse, eine reißendeStrömung, obgleich sie hier durch eine völlig flache Ebene fließen, was nur dadurchzu erklären, daß ihr oberer Lauf durch ein Hochland geht. Die nach Sudan transpor-tirken Negersklaven leiden, auch wenn sie nicht so hart wie in der angeführten bornue-sischen Ghasuah behandelt werden, in gleicher Weise wie die Europäer am Klima. DenArabern zufolge erklärt sich dies dadurch, daß die Luft in der Heimat dieser Neger kühlund frisch, also die eines Hochlandes ist. Nach einzelnen, von Eingeborenen herrüh-renden Angaben scheint es, daß der Aufstieg ganz in der regelmäßigen Terrassen-fcrm stattfindet, mit Nandgebirgen und hintenanliegenden Ebenen. Als Krone desGanzen dürfen wir demnach ein .hohes, vielleicht die Schneelinie erreichendes ostwest-liches Gebirge, etwa unter dem Äquator, vermuthe», was dann das Mondgebirgewäre, von dem die Alten berichten.

Die vorherrschende geognostische Bildung von Nordafrika ist Sandstein, welcherkrystallinische Gesteine, Porphyr, Syenit und Granit mit rothem oder weißem Feld-spath zum Liegenden hat. Dieselben krystallinischen Gesteine ragen in höher» Ge-birgen, wie in denen von Ahier, ini Mandaragebirge, zutage. Zwar verschwindetin Sudan die Sandsteinformation meist unter der Tiefe des culturfähigen Savannen-bodens; doch liegt sie noch vor in Tafellanden, wie z. B. in dem westlich anstoßen-den der Kowara. Zm Ganzen entspricht auch das Nilthal in geognostischer BeziehungSudan, und es scheine», ungeachtet der hypsometrischen Verschiedenheit, dieselben Bil-dungen durch beide Landstriche hindurchzulaufen. Wenn wir nun nach den neuerdingsim obern Nilthale bis nahe zum 4. Breitengrade bekannt gewordenen Bildungen aufdie jenes Hochlandes im Süden von Sudan schließen dürfen, so erwarten wir hierwie dort die Formation des deutschen Centralalpenrückens, Granit mit Gneis, begleitetvon Glimmer, Chlorit und Hornblendeschiefer. Wie in den Alpen beobachtet man imobern Nilthale als vorwaltende Bestandtheile der körnig schieferigen Gesteine weißen Feld-spats», weißen Quarz und verschiedenfarbigen Glimmer. Diese krystallinischen Gesteine,namentlich der Quarz, sind aber hier, wie bekanntlich in Californien und Australien,goldhaltig, und aus ihrer Verwitterung ist der Goldsand hervorgegangen, welcher be-reits im obern Nilkhal entdeckt ward und den auch der obere Binue führen soll.Es ist also Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß dieses gesunde, fruchtbare, reich be-waldete und bewässerte Hochland von Afrika sich einst als ein neues großes Gold-feld darstellen wird.

Sudan steht aber in diesen Ländern der heidnischen Neger, zusammen unter demNamen der Madsche begriffen, eben nichts als ein weites Zagdfeld, welches Sklavenliefert. Mit den Sklaven selbst eignen sich die Sudaner beiläufig auch die zahlreichenViehheerden und die oft nicht minder reichhaltigen Getreidevorräthe der Neger an. AlleMadsche gelten als Sklaven, und wie deren Leiber, so meinen die rechtgläubigen Su-daner, gehören ihnen auch deren übrige Besitzthümer zu. Von diesem großen Zagd-felde sind, wie schon bemerkt, den verschiedenen Sudanstaaten bestimmte Reviere zu-getheilt, welche unter gewissen, auf die einzelnen einheimischen Völkerschaften weiterkeinen Bezug habenden arabischen Collectivnamen begriffen werden. So gehören zuKordofan die Terdschaüi, zu Darfur die Fertit, zu Uadai die Dschenakherah.

Diese Negerländer sind nach allen Berichten höchst fruchtbar und gesund, unddie Bevölkerung ist überaus dicht. Die Neger sind Ackerbauer und Viehzüchter und