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Zwöflter Band.
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Afrika.

üben außerdem mancherlei Fertigkeiten. Sie machen Sitze und sonstigen Hausrathvon höchst zierlicher Form und vollkommener Ausführung. Sie verstehen den Abbauund die Schmelzung des Eisens und schmieden daraus untadelhaste Messer, Dolche,Lanzenspitzen, Sicheln, lange, vollkommen glatte Pfeifenrohre, elegante Arm- undBeinbänder u. dergl. Ebenso liefern sie treffliche Töpferarbeit. Weberei haben siedagegen keine, da sie keine Kleidung tragen, höchstens nur einen kurzen ledernen Schurz.Auch brauchen sie kein Bettzeug. Denn jeden Abend reiben sie sich den Leib mitButter ein, rollen sich dann in einen zu dem Behufe von den Frauen bereitetenAschenhaufen, der ihnen eine gegen Kälte und Insekten hinlänglich schützende Bett-decke gewährt.

Die Neger besitzen überhaupt unstreitig mannichfachc Anlagen. Da sie denSudanern ganz unverhältnißmäßig an Zahl überlegen sind, so erscheint es schwererklärbar, daß sie sich von denselben fortwährend haben in die Sklaverei führenlassen. Die wesentliche Ursache lag offenbar in der Einheit der Organisation, welcheursprünglich den gesammten Staatenbund von Sudan zusammenhielt, während beiden Negern sich kein irgend bedeutender Staat ausgebildet- hatte. Dazu kam dannfür die Sudaner die große Ueberlegenheit des Kriegswesens. Schon der Besitz vonReiterei, von vortrefflichen Pferden arabischer Rare, war entscheidend, wie wir diesauch in Südafrika bei den pserdezüchtenden Namaqua sehen. Dazu kam in neuererZeit der Besitz von Feuerwaffen. Ein Widerstand der Neger in Masse konnte aberüberhaupt umsoweniger stattfinden, als es den Negern nie beikommen mochte, dieRechtlichkeit des Sklavenwesens im Allgemeinen in Frage zu stellen. Widerstandfindet eben nur thcilweise und als Ausnahme statt, und die Regel ist offenbar, daßdie Häuptlinge ihre Unterthanen, die Ältern ihre Kinder freiwillig verkaufen. Ja,es dürste sich am Ende herausstellen, daß die Sklaverei für die Negerländer selbsteine Nothwendigkeit ist, ohne welche bei deren gegenwärtigem Culturstande Ueber-völkerung und allgemeines Elend unvermeidlich wären.

Das Orangcbecken.

Wir wenden uns nach Südafrika, um dessen Binnenland, soweit es erkundet,von Süden nach Norden zu durchwandern. Bereits in der Abhandlung über dieCapcolonie *) haben wir gesehen, wie sich das Land in regelmäßigen, von Randge-lbirgen besetzten Stufen zum Becken des Orangestusscs erhebt, das sich fast durch dieganze Breite des Contincnts quer hindurcherstreckt. Das Orangebccken wird im Südenund Osten durch den im 30. Breitengrade an der atlantischen Küste entspringendenGebirgszug begrenzt, welcher als Roggeveld, Nieuwveld, Sneeuwveld nach Osten,dann als 'Stormberg, Witberg und Drakenberg nach Nordosten setzt und an der De-lagoabai anstaust. Die Nordgrenze des Beckens bildet ein ebenfalls westöstlicher Ge-birgSzug, welcher im 23. Breitengrade an der Westgrenze entspringt, im Westen alsAwaß- oder Twaß, im Osten als Kurritschan und Kaschan, im mittlern Lause jedochnoch nicht näher bekannt ist. Von diesem nördlichen Grenzgebirge zieht ein elliptischgeformtes Ringgebirge in das Becken hinein, indem es zwischen dem 19. und 23. Längen-grade fünf Breitengrade nach Süden hin einen langen Halbkreis beschreibt und einüber dem übrigen Theile des Beckens erhabenes Tafelland umschließt. Auch die West-grenze des Beckens ist durch ein Gebirge bezeichnet, das sich mit dem südlichen Rand-gebirge verbindet. Es wird mithin das gesammte Orangebecken im Westen, Südenund Osten durch einen großen Halbkreis von Gebirgen begrenzt, dessen Auslauf ander Westseite durch die Walsischbai, an der Ostseite durch die Delagoabai bezeichnet ist.

Von Osten nach Westen durchstießt die ganze Breite des Beckens, eine Streckevon mehr als 1000 (englischen) Meilen, derOrangefluß (Oranje-River). Er entspringt inden Drakenbergen und mündet 500 Meilen nördlich vom Cap in den Atlantischen Ocean.

*) Vgl. den Artikel „Das Cap der guten Hoffnung", im vierten Bande der „Gegenwart",S. 507— 554, namentlich S. 507-—510. D. Red.