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Der einheimische Name des obern Flusses ist Nu Gariep (Schwarzer Fluß). In29° -i' 22" südlicher Breite erhält er seinen Hauptzufluß, den Ky Gariep oder Vaal(Fahler Fluß), welcher im äußersten Nordosten des Orangebeckens entspringt und inseinem Lause einen weiten Bogen beschreibt. Die Vaalmündung befindet sich in ge-ringer Entfernung vom Südostwinkel des erwähnten Halbringgebirges. Indem derOrange sodann längs dieser Felsenhöhen hinfließt, welche er an mehren Stellen inwilden Katarakten durchbricht, erhält er von Norden her keine wettern Zuflüsse, bisdie Höhen sich wieder nach Norden wenden, worauf er den Großen Fisch- oder Aub-fluß aufnimmt, welcher vom Norden her zwischen jenen Hohen und dem westlichenGrenzgebirge des Beckens sein Thal bildet. Von Süden her erhält der Orange keinebeträchtlichen Zuflüsse, im mittlern und untern Laufe gar keine. Der Orange hatmeist eine Breite von 600 Fuß und eine Tiefe von 50 Fuß. Mit seinen grünenUfern bildet er in den wüsten Strecken seines mittlern und untern Laufes eine eigen-thümlich großartige Oase. Seine Ufer besäumt dicht eine besondere, der Trauerweidenahe verwandte Weide (8s!ix üaripgrw), die Zweige unmuthig in die Flut tauchend.Hinter den Weiden stehen am häufigsten Zwartehout, Karenhout, Büffeldoorn, Doorn-boom. Dieses Gehölz, an jedem Ufer eine Meile breit, könnte Nutzholz in Menge liefern.Ebenholz ist häufig, sowie die Rogens cksoiüua, deren Rinde einen vortrefflichenGerbestoff enthält. Die Akazien könnten Gummi in Masse gewähren, und wilder Honigfindet sich in unglaublicher Menge. Zwischen den Bäumen ist immer Graswuchs,und die Flußufer find in Zeiten der Dürre den umwohnenden Hirtenstämmen einnie fehlender Zufluchtsort; doch werden die Ufergegcnden freilich durch öfteres plötz-liches Anschwellen des Flusses unsicher.' Die Waldung bewohnt zahlloses Gefieder,unter welchem sich viele Geier und Habichte befinden. Die wilden Thiere sind zahl-reich. Das Wasser ist voll von Fischen aller Art, die jedoch von den Eingeborenennicht benutzt werden. Eine Strecke vor den Katarakten theilt sich der Orange inmehre Arme, zahlreiche, fruchtbare, mit Mimosen überwachsene Werder umfließend,wodurch eine mehre Meilen weite Ebene entsteht. Der Fluß vereinigt sich dannwieder und stürzt in Staubwolken über 400 Fuß hohe Felsen. Berge und Anhöhenbegleiten den Fluß bis auf wenige Meilen von der Mündung, wo er, von unzähligenScharen von Schwimmvogeln bewohnt, eine Breite von vier Meilen hat. DieMündung ist aber nur 350 Fuß breit und so versandet, daß kaum Bote hindurch-kommen.
Das Orangebecken im Norden des Flusses zerfällt naturgemäß in vier Theile:das Land zwischen dem Atlantischen Ocean und dem Ringgebirge (Groß-Nainaqua-land); das Land innerhalb des Ninggebirges (die Kalahari); das Land zwischen demRinggebirge und dem Vaal; das Land zwischen dem Vaal und dem Orange: DiesenStrichen entsprechen im Süden des Orange die ganz ähnlichen: Klein-Namaqualand,Buschmannland und die besiedelten nordöstlichen Theile der Colonie.
1) Namaqualand.
Namaqualand zerfällt durch den Orange in zwei Theile, den nördlichen, Groß-Namaqualand, und den südlichen, Klein-Namaqualand. Klein-Namaqualand, begrenztim Westen vom Meere, im Norden vom Orange, im Osten von Buschmannlandund im Süden vom Grünen Fluß, welcher es von der Provinz Clan Williamtrennt, hat eine niedrige, unfruchtbare Küste ohne frisches Wasser oder Hafcnplatz,von welcher unfern des Meeres Gebirgsland ansteigt, das sich in seinem Höhenpunkte,dem Kamiesberge, 4000 Fuß erhebt. Aus wild übereinander aufsteigenden Granit-kuppen, mit Klippen und Felsblöcken übersäeten und von schauerlichen Abgründenzerrissenen Hochebenen, Felsenbecken und Kesseln bestehend, ist Klein-Namaqualandeben das Stufenland, welches an dieser Westseite vom Meere zum Hochlande des Orange-beckens hinaufführt, während Buschmannland, bereits auf dem Rücken des Hoch-landes gelegen, eine weite Ebene bildet. Während der Wintermonate April, Maiund Juni fällt der Seeregen, so genannt, weil er vom Meere her kommt, oft reichlich-