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Zwöflter Band.
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Afrika.

Das Wetter ist dann rauh, dick; kalte Nebel bedecken das Land, mitunter fallt Schneeund bleibt einige Tage liegen, und die Kälte ist zuweilen so groß, daß Rindviehdavon umkommt. Während des Sommers fällt kein Regen in Klein-Namaqualand.Die Sommerhitze ist bei Ostwind sehr drückend, indem sie bis auf 106° steigt.Fließende Wasser gibt es gar nicht; die Quellen sind auch nicht bedeutend; ihrmeist tiefliegendes, in Teichen gesammeltes Wasser ist salpeterhaltig, stillt jedoch denDurst immer noch besser als süßes Quellwasser. Aber auch die Quellen versiegenhäufig während des Sommers; Menschen und Vieh haben dann nur das Grabwasser,welches sie im Sande, wo es sich vorn Winter her gehalten hat, aufscharren. Dereinzige Fluß ist der Orange, dessen Bette jedoch tief und unzugänglich liegt Wieder Orange, so haben in den Thälern auch die Rinnsale, durch die während desWinters starke Regenflüsse rauschen, Baumwucks; die Anhöhen und Hochebenen sinddagegen immer baumlos. Bemerkenswerthe Bäume sind der Boterbaum, eine 12—15 Fuß hohe Zwergpalme, der Wagenbaum, dessen Holz zum Wagenbau vor-züglich geeignet, der Köcherbaum, eine Aloe, mit kegelförmigem Stamme, 12 Fußim Umfang und 20 Fuß hoch, und einer kegelförmigen Krone von 200 — 300 Fußim Umkreis. Während der Regenzeit schießt das Gras auf, zwar 2—3 Fuß von-einander, aber überall in Sand und Stein. Auch geben viele Sträucher Viehfutter,sodaß das Vieh gute Weide hat. Springböcke, in Zügen von vielen Tausenden,gewähren ein gutes Wildprek. Schakals, Schlangen, Skorpione, Heuschrecken, Bienensind häufig. Das Land ist reich an Kupferlagern.

Groß-Namaqualand erstreckt sich vom Awaß^ also ungefähr vom Wendekreisebis zum Orange. Der Awaß, in seinem östlichen Theile gewöhnlich Twaß genannt,hat eine beträchtliche Breite, indem er aus mehren Gebirgsreihen besteht, die in derMitte hohe Knoten bilden, und besteht größtentheils aus Urgestein und altem rothenSandstein, begleitet von Kupfer und Eisen. An das Gebirgsland schließt sich imNorden und Süden ausgedehntes Hochland an. Den nördlichen Theil des Gebirgesdurchfurcht ostwestlich das Thal des Schwachaub, den südlichen in derselben Richtungdas des Kuisib. Sowol der Schwachaub als der Kuisib münden in die Walfischbai,deren weite Ufer ringsum an 40 Meilen landeinwärts eine wirre, blanke Wüsteneivon hintereinander aufgehäuften Sanddünen bilden, fast aller Vegetation bar undnur hier und da durch einen Flamingo oder Pelikan belebt. Die Bai bildet jedocheinen vortrefflichen Hafen, den einzigen an der Küste. Der Kuisib hat ein schönes,breites Bett; allein es ist gewöhnlich nur ein trockenes Bett. Der Fluß nämlichfließt eigentlich nur alle vier oder fünf Jahre, dann aber mit einer Gewaltsamkeit,welche Alles mit sich reißt. Ueberall enthält das Bett Quellen, d. h. Stellen, wosich von der Regenzeit her das Wasser im Sande gehalten hat und leicht gegrabenwerden kann. Bis in die Nähe der Walfischbai ist das Bett schön bewaldet; dieDünen, durch welche das untere Bett läuft, bewachsen der Dabbi, eine Art Fenchel,aber 8 — 12 Fuß hoch, dann eine Art stacheliger Kürbisse, und die Nara, in welcherPflanze diese so todt scheinende Erde ihren armen Kindern eine Brotfrucht reicht.Diese Nara wächst fast auf allen Dünen an der Bai, und dient bei deren Aufbauzu einem vortrefflichen Bindemittel; denn indem der Sand die Pflanze überschüttet,treibt sie fortwährend nur Schößlinge zutage, sodaß sich das Ganze aufbaut, halbSand, halb Pflanze. Das Schwachaubbctt liegt im untern Lauf 1000 Fuß unterden jäh abfallenden Felsenusern, ist selbst aber, 300 Fuß breit, völlig eben. Esbesteht aus schwerem Sande, äst stellenweise mit Gras, hohen Binsen und Holzungenbedeckt, und enthält überall vortreffliche Wasserplähe. Längs des Schwachaub führteine zu allen Jahreszeiten wcgsame Straße ins Innere. Die 1000 Fuß hohenFelsenuser sind meist so steil, daß es fast unmöglich, sie zu erklimmen. Einenso mächtigen Einschnitt haben die Gewässer hier gebildet. Die Spuren der großenFlutströmungen des Schwachaub während der Regenzeit erkennt man überall anausgerissenen Baumstämmen und Erdanschwemmungen. Weiter oberhalb hören diesetiefen Einschnitte auf. Das Land am obern Schwachaub ist wahrscheinlich das