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Zwöflter Band.
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Afrika.

beste im Awaß; es ist reich an Quellen, Weide, Wald und Wild. Unter letztem,befindet sich das gewaltige weiße Rhinoceros.

Durch den Großbullmundpaß gelangt man aus dem Gebirge in das anliegendeHochland, einen überaus öden, Wasserlosen Strich. Am Südrande dieses Hochlandesentspringt der Aub.(Oup) oder der Große Fischfluß, welcher von hier an das Landbis zum Orange durchzieht. Durch eine bedeutende Zahl von einmündenden Neben-thälern wird das Aubthal sehr gefurcht, sodaß sandige Thalgründe mit Hochebenenabwechseln. Der Großbukaresberg begrenzt das Aubthal im Osten, das Unuman-(Knollen-) Gebirge im Westen, beide an 3000 Fuß hoch. Auch der Aub fließtsehr häufig nicht; doch enthält sein Bett gewöhnlich viele großen Lachen, Seekuh-löcher genannt. Mitunter versiegt er aber jahrelang, wo dann die Anwohner an20 Fuß tief graben müssen, um Wasser zu erhalten. An seinen Ufern befindensich manche, von hohem Grase und Mimosengehölzen bedeckte Landschaften. ImGanzen hat jedoch das Thal den Charakter einer traurigen Einöde: das weite Landist nur mit spärlich zerstreutem Gebüsch besetzt, und zeigt im Strahl eines fast immerunbewölkten Himmels nur glühenden Sand und Stein. Dessenungeachtet ist Wildund Gefieder aller Art höchst zahlreich. Auch findet man Kupferlager von großerMächtigkeit, welche nur 10 Fuß tief liegen. Längs der ganzen Küste von Groß-Namaqualand liegt ein 40 Meilen breiter Saum angeschwemmter Sandmassen, vonkeinem Gewässer durchbrochen, sodaß das Land, vom Meer aus, als eine ununter-brochene -Wüste erscheint.

Der Winter in Groß-Namaqualand dauert von Mai bis Juli. Es ist dannoft im Hochlande empfindlich kalt und man hat des Morgens wol zolldickes Eisund Reif auf den Bäumen. Im Sommer wird dagegen die Hitze fast unerträglich,100° und 110° ist gewöhnlich. Den regelmäßigen Seeregen von Klein-Namaqua-land hat Groß-Namaqualand nicht, sondern nur Gewitterregen, regelmäßig im De-cember und Januar, die daher die fruchtbarsten Monate sind. Diese Regen entladensich mit großer Gewalt; schwächere Regen fallen gewöhnlich im September undOckober und im Mai und Juli, bleiben aber oft aus.

Die Vegetation im Aubthale ist im Ganzen dieselbe wie in Klein-Namaqua-land. Im Awaß ist dagegen der Baumwuchs kräftiger und dichter; die Ahna bildetschöne Waldungen; der Graswuchs zeigt sich, sobald Regen fällt, kräftig und üppig.Auf den Sanddünen an der Walfischbai rankt die Nara mit reichlicher Frucht, dieBrotfrucht der dortigen Hottentotten. Der größte Theil des Landes wäre aber wolunbewohnbar, lieferte der Boden, und zwar in wunderbarer Reichlichkeik, nicht nocheine andere Brotfrucht, die Kani, eine Zwiebel von der Größe einer Haselnuß, welche,auf Kohlen gebraten, wie Kartoffeln schmeckt, auch, zu Mehl gerieben, viel in Milchund Fleischbrühe genossen wird. Diese eßbare Zwiebel, durch ganz Südafrika in mehrals 30 Arten verbreitet, ist überhaupt eines der wichtigsten Erzeugnisse jener Länder.Die Zwiebel wird durch zahlreiche und starke Hüllen in dem harten und heißenBoden vor Vertrocknung gesichert. Wilde Thiere kommen auch im Awaß besserfort als im Aubthale. Rind, Schaf und Ziege gedeihen überall, das Pferd abernur im Awaß.

Die Namaqua oder Nama (Qua heißt Volk) sind Hottentotten, daher vongelber Farbe und untersetzter Gestalt. Ihre gewöhnliche Tracht besteht in kurzer Jacke,Hose und Mütze von Leder oder europäischem Zeuge, die der Weiber ist jetzt gleichfallseuropäischen Schnitts. Sie sind Viehzüchter und leben in Gemeinden mit republi-kanischer Verfassung. Jede Gemeinde hat einen Capitän, einen Untercapitain, dreiKorporale, einen Rath und eine jährliche allgemeine Volksversammlung. Der Ca-pitän, dessen Würde erblich, übt in Krieg und Frieden die höchste Gewalt aus, be-darf jedoch bei allen wichtigen Vorfällen der Zustimmung des Raths, bei wichtigernder der Versammlung. Die Quelle ist der einigende Punkt der Gemeinde, die um-liegende Gegend, welche sie nomadisch truppweise durchziehen, ihr Gebiet. Die Wohl-habenden besitzen mehre Weiber; doch knüpft sich das Eheband nicht sonderlich fest-