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Afrika.
Der Nama ist gewöhnlich stumpfsinnig und träge, der Trunkenheit und der Un-zucht ergeben. Die Nama haben keinen einheimischen Gottesdienst und keine Prie-ster, wol aber Zauberer, welche gegen Krankheiten schützende Arm- und Fußbänderverkaufen. Sie verehren Heizi Eibib, der ein mächtiger böser Mensch gewesen undnach seinem Tode an vielen Orten wieder auferstanden und wiederum begraben wor-den sein soll, weshalb man mehrfach seine Grabstätten aufgefunden haben will.Wer an einer solchen vorübergeht, wirft einen Stein daraus und ruft den HeiziEibib um Hülfe an. Gespensterfurcht ist allgemein. Ihre Häuser sind sogenannteMattenhäuser, eine Art von großen Bienenkörben, gerade hoch genug für einenMann, für das nomadische Leben, als leicht tragbar, wohl geeignet. Ihr haupt-sächliches Hausgcräthe ist der Bambus, ein grobgeschnittcner hölzerner Napf. Siesind sehr unreinlich, ihre Person wie alle ihre Sachen starren von Schmuz.
Die Einwohner von Klein-Namaqualand, 3000 an Zahl, sind aber meistsogenannte Bastarde oder Ooilam, eine Mischrace holländischer Ansiedler mit demeingeborenen Hottentottenstamme der Namaqua. Viele holländische Gehöfte wurdenhier frühzeitig angelegt, namentlich am Kamiesberge, von denen auch mehre nochgegenwärtig bestehen. Diese Ooilam haben häufig ganz europäische Gesichtszügeund Farbe; das hottentottische Element ist jedoch bei ihnen vorherrschend. Sie bil-den sich viel auf ihren wunderlichen Namen Ooilam ein, obwol derselbe (ein un-fruchtbar und überhaupt unnütz gewordenes altes Mutterschaf) eigentlich ein Schimpf-name war, welchen die holländischen Ansiedler den Hottentotten beizulegen pflegten.Sie würden sich'bitter beleidigt fühlen, wollte man sie Hottentotten heißen. Siesprechen gewöhnlich das Holländische.
Klein-Namaqualand enthält die folgenden vier Ortschaften: Lilienquell ant Ka-miesberg, 800 Einwohner, mit beschränktem Wasser und Gartenland; Kommaggas,12 Stunden nordwestlich von Lilienquell, mit der besten Quelle im Lande und aus-gedehnten Weiden, 500 Einwohner; Steinkopf, eine Tagereise nordöstlich von Kom-maggas, mit beträchtlichem Kornland, 1500 Einwohner; Richtersfeld (Kobus), ander Orangemündung, 300 Einwohner. In Lilienquell ist eine englische Methodisten-mission, in den andern drei Dörfern befinden sich Missionen der rheinischen Gesell-schaft von Barmen. Die hiesigen Missionen wurden vor 40 Jahren von der lon-doner Missionsgesellschast gestiftet, im Jahre 1840 aber an den drei erwähnten Stel-len den Rheinischen Brüdern abgetreten.
Wie Klein-Namaqualand früher von den Holländern colonisirt und dessen Ein-wohnerschaft zu einer Mischrace umgebildet wurde, so ist in neuerer Zeit Groß-Na-maqualand von den Ooilam von Klein-Namaqualand eingenommen worden. Vorungefähr 30 Jahren überschritten die Ooilam den Orange, warfen sich auf dieHottentottenstämme von Groß-Namaqualand, zertrümmerten sie in wilden Kriegenund unterjochten ihre Neste oder trieben sie weiter nach Norden. Zu den Ooilamgehören fast alle Capitäne in Groß-Namaqualand, wie man schon an ihren hollän-dischen Namen sieht. Besonders hat der Capitän Jonker Afrikaner seit Ende derdreißiger Jahre diesen Eroberungskrieg mit Nachdruck betrieben; er hat sich im bestenTheile des Awaß festgesetzt und sein Gebiet bis an die Walfischbai und beträchtlichim Norden des Gebirges ausgedehnt. Nur ein einziger eigentlicher Namaqua-stamm hat sich selbständig erhalten, das sogenannte Rothe Volk im östlichen Awaß,welches unter dem Häuptlinge Oasib im östlichen Gebirge sitzt und noch nicht zumChristenthum bekehrt ist. Es gibt jetzt in Groß-Namaqualand zehn Gemeinden oderStämme, nämlich, von Süden nach Norden gezählt: Warmbad; Hendrick Veld-schoendrager's Gemeinde, 30 Meilen nördlich von Warmbad; Bekhanien, fünf Tage-reisen weiter nördlich; Großbukaras, im Osten des Aub; Rehoboth, acht Tagereisenweiter nördlich; Wesleyvale, nordöstlich von Rehoboth; das Rothe Volk, zwischenden beiden letztem Gemeinden; Jonker Asrikaner's Stamm; Willem Franzmann'sStamm, im Osten von Jonker Afrikaner. An der Walfischbai und zehn Tagereisenweiter nördlich längs der Meeresküste haust der noch »»vermischte Hottentottenstamm