Band 
Zwöflter Band.
Seite
191
JPEG-Download
 

191

Afrika.

inantkus, ein prächtiger Lsnvolvulus und kleiner gelber oder scharlachencr Mohn.An Baumwuchs fehlt, es in der Ebene fast gänzlich, außer an den Flußufern, welchedicht bestanden sind; dagegen sind die Hügel meist von ehrwürdigen Mimosen undhohem Gebüsch bewachsen. Außer den Flüssen wird das Land, besonders im Sü-den, von vielen Bächen bewässert, sodaß es nicht an Mitteln zur Berieselung derAcker fehlen würde, welche in den Ebenen ersoderlich ist. Im Ganzen sind jedochdie Ebenen hauptsächlich Weideland, während die östlichen Hügel- und Gebirgsgegen-den viel vortreffliches Ackerland enthalten, das auch bei regelmäßigerm Regenfallkeine Berieselung erfodert.

Die Seehöhe der Vaalländrr beträgt ungefähr 5000 Fuß, sodaß das Klimasehr gemäßigt und trocken, im Winter kalk ist. Das vorherrschende Gestein istSandstein, aus welchem nebst Schiefer auch der Drakenberg besteht. Nur in denhöher« Gipfeln des Großen Drakenbergs wird der Sandstein von Basalt und an-dern, vulkanischen Eruptionsgestein durchbrochen. Zm östlichen hügeligen Striche sindAgat, Karneol, Onyx, Opal, Chalcedvn sehr häufig. Salzpfannen (Salzlachen)trifft man überall. An mehren Stellen finden sich Steinkohlen, und es wird bereitsein beträchtlicher Abbau derselben betrieben. Ferner ist Eisen häufig, und am Süd-ende der Blauen Berge (unweit Smithsield) wird Goldsand gefunden, jedoch bishernur in unbeträchtlicher Quantität.

Die Akazie ist der vorherrschende Baum der Vaalländer; an größer«, Baum-wuchse fehlt es. Die Akazie bildet häufig Waldungen, die durch das Gewirre derschlanken Stämme und das feine leichte Laub, dabei von allerlei Gefieder erfüllt, höchstanniuthig sind. Der charakteristische Baum des Landes, der im Norden des Orangezuerst vorkommt, ist die ^oaoia Sir-atlas oder der Kameeldoorn (Mokdal der Batschuana),häufig in sandigen Ebenen, eine riesige Akazie mit regenschirmarkiger Krone und har-tem und schwerem Holze, das, von Würmern nie angegriffen, ganz vorzüglich zumBauen dient. Überall verbreiten sind eßbare Zwiebeln und Knollen. Ein besonderswichtiges Knollengewächs ist die Tama (ösulunia esculsnUa), welche in ihren Hül-sen eine kastanienähnliche Frucht und eine I^Fuß lange und einen halben Fuß dicke,rosenrothe, der Nunkel ähnliche Wurzel hat, bei den Batschuana das Brot derArmen genannt. Wichtig ist auch die Fleau (Lakians lr^pogssa), eine unterir-dische Schote mit Bohnen vom Geschmack der Kartoffeln.

Die Vaalebencn sind voll von Wild. Hier ist die eigentliche Heimat deran Zierlichkeit und Schnelligkeit so unvergleichlichen Antilope, die unter meist nie-derdeutschen Namen in mehr als 25 Arten vorkommt, unter denen die vorzüglich-sten: das Elenn, der Oryr oder Gemsbock, das Wildebeest, der Waterbock, derSassayby, der Koodoo; der Pellah, der Springbock, der Serolomootlovque, derDuiker, der Steinbock, der Keilton, die Roan-Antilope, die Schwarze Antilope,das Hartebeest, der Klipspringer, der Rietbock. Die größte Art ist das Elenn, dasso groß und fett wie ein Mastochse (an zehn Centner schwer) wird und überauszartes und schmackhaftes Fleisch hat. Die schönste Antilope ist aber wol derGemsbock (Oryx). Derselbe hat die Mähne, den langen Schweif und den Leibeines Pferdes, aber den Kopf und die Hufe der Antilope, sehr lange, zierlicheHörner, die Größe und Farbe eines Esels. Kopf und Leib sind schön schwarz ge-streift. Das Fleisch kommt dem Elennfleische gleich. Der Gemsbock soll fasst nieWasser zu sich nehmen und gedeiht am besten in den wüstesten Gegenden. Über-haupt können die meisten Antilopen lange Zeit ohne Wasser zubringen. Oft sindin der Ebene Antilopenheerden von 5 — 6000 Stück in Sicht. Der Springbock(^ntüops enskors) erfüllt oft, dicht zusammengedrängt, meilenweite Strecken.Außerdem finden sich in Tausenden das Zebra, das Ouagga, das Gnu, der Büffel,das Wildschwein. Das eigentliche afrikanische Hochwild, Elefant, Giraffe, Rhi-noceros, Hippopotamos, ist im Orangebecken noch nicht recht zu Hause. Löwensind häufig.

An der Vaalmündung wandert der Hottentottenstamm der Koranna oder Ko-