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Afrika.
raqua. Derselbe stimmt in Sprache, Gebräuchen und Lebensart durchaus mit sei-nen Stammgenossen, den (reinen) Namaqua, überein. Sie sind ebenfalls Vieh-züchter und besitzen große Rinderheerden.
Im Norden der Mündung und am rechten Ufer des Vaal liegt Griqualand,ein fast kesselartiges, durch Arme des Kamhanni eingeschlossenes und vorn übrigenVaallande getrenntes Thal, welches von mehren kleinen, aber nie versiegenden Flüssenwohl bewässert wird, in der Mitte guten schwarzen Boden hat, in der Nähe desGebirges aber steinig, jedoch auch hier mit Gras und Gebüsch bewachsen ist. DieGriqua sind, wie die weiter oben am Orange sitzenden -Bastarden und die Ooilamin Namaqualand, eine holländisch-hottenkottische Mischrace. Verhindert in der Cap-colonie Eigenthum zu erwerben, nahmen sie vor SO Jahren in ihrem gegenwärtigenAufenthalte Zuflucht. Die englischen Missionare Andersen und Krämer trafen dieGriqua in großem Elend an, bekehrten sie zum Christenthum und waren ihnen inalten Verhältnissen förderlich. Ihre Einrichtungen und Gebräuche sind dieselben wiedie der Namaqua. Ihr gegenwärtiger Capitän heißt-Andries Waterboer. IhrHauptbetrieb ist Viehzucht, auch haben sie Ackerbau mit Irrigation. Ihre Spracheist die holländische. Der Besitz von Pferden und Feuerwaffen hat ihnen, wie ihrenStammverwandten jenseit der Kalahari, den benachbarten braunen Stämmen gegen-über große Überlegenheit verliehen, die sie nicht immer auf redliche Weise benutz-ten. Griquabanden haben oft in Batschuanien und früher auch in Namaqualandgehaust, die Einwohner ihrer Heerden und Kinder beraubt und sonst Gräuel verübt.Dennoch sind die Griqua, obgleich, wie neuerdings die Holländer, Auswanderer ausder Capcolonie, von der englischen Regierung nie in ihrer Freiheit beeinträchtigt,sondern im Gegentheil immer bestens unterstützt worden. Ihr Hauptort ist Griqua-stadt (früher Klaarwater genannt), 100 englische Meilen nördlich von der Vaal-mündung, an einem wasserreichen Flüßchen, inmitten ausgedehnter, grasreicher Wei-den, 1801 von Andersen und Krämer begründet. Andere Orte sind: Daniel's Kuil,50 Meilen nördlich von Griquastadt; Campbellsdorp, am Vaal, der Rietmündunggegenüber; Rhama, am Orange, bei der Vaalmündung.
Die Bastarden wohnen im Osten der Griqua am Orange. Ihr Hauptort istPhillippolis, gegründet vom Missionar Phillip. Ihre Einrichtungen sind identischmit denen der andern holländisch-hottentottischen Mischstämme. Ihr gegenwärtigerCapitän heißt Adam Kock. Der Großvater desselben, gleichfalls Adam Kock genannt,ursprünglich ein freigekaufter Sklave, war der Leiter jenes Auszugs der Bastardenund Griqua aus der Capcolonie, von welchen die jetzigen, oben näher beschriebenenGriqua eigentlich Abtrünnige sind. Die von den Bastarden bewohnten breiten und niedri-gen Hügel bilden wol das beste Land am Orange. Voll von Quellen, kann das Landüberall bewässert werden, was für Weizen und europäische Gemüse erfoderlich. Be-sonders aber ist die Weide reichhaltig; Rind, Schaf und Ziege gedeihen und ver-mehren sich außerordentlich. Von besonderer Wichtigkeit ist aber die ausgezeichnetePferdezucht: die Bastarden besitzen die zahlreichsten Pserdeheerden. Die in Südafrikaso gewöhnliche Pferdeseuche kommt hier nicht vor.
Durch den Kamhannipaß gelangt man von Griqualand in das Land derBatschuana (im Sing. Motschuana), welche von hier ab das ganze östliche Südafrikabewohnen. Es ist ein Menschenschlag von vielfachen körperlichen Vorzügen. Gesichts-form und Schädelbildung steht der semitischen, besonders der der Beduinen am näch-sten und ist wesentlich von der der Neger und der mongolischen Hottentotkenbildungverschieden; nur haben die Batschuana ebenfalls das kurze, wollartige Haar. DieMänner sind hohe, kräftige -Gestalten, von großer Gewandtheit, Schnelligkeit undAusdauer der Bewegung. Die Weiber sind von kleinerer Statur. Ihr Körper istin der Jugend wohlgebaut und durch Fülle und Rundung reizend, ihre Gesichtszügeangenehm. Nach der Verheiratung werden sie aber leicht zu beleibt; die fettestengelten jedoch für die schönsten. Sie wohnen vereinigt in Dörfern und Städtenvon meist beträchtlicher Einwohnerzahl. Die Behausung besteht in kreisförmigen