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Afrika. '
Hütten, 18 — 28 Fuß hoch. Das konische Strohdach ruht auf einem, an 30 Fußim Durchmesser fassenden Kreise von Pfählen. Vier Fuß innerhalb der Pfähle be-findet sich die Mauer aus einem Zweiggeflechte und einem Überwürfe von Lehm undKuhmist, welcher eine saubere Glätte annimmt. In dem so gebildeten Säulengangebringt die Familie, den Tag zu; die innern Zimmer dienen gewöhnlich nur zumSchlafen und Aufbewahren von Gegenständen. Um das Haus läuft ein an 20Fuß breiter Hof, wo Getreide, Geräthschaften u. dergl. aufbewahrt werden, um-zäunt von einer an 8 Fuß hohen, starken, kreisförmigen Hecke. Um die ganzeOrtschaft zieht sich ebenfalls eine solche starke Hecke. Die Häuser werden reinlichgehalten; ebenso wird in den Straßen keinerlei Anhäufung von Schutt und Schmuzgeduldet. Die Person des Batschuana erscheint jedoch nach unsern Begriffen alsunreinlich wegen der Sitte, sich fortwährend' mit Fett und rothem Ocher zu besolden.Die Kleidung der Männer besteht in dem Karoß, einem ledernen Mantel, welcher derToga gleicht — die Toga war wol ursprünglich ein solcher Mantel — und mitWürde um die Schulter hängt, und der ebenfalls ledernen Zetscha, welche den Un-terleib umgibt. Die Fußbekleidung besteht in Sandalen von Büffel- oder Giraffen-leder. Arme und Beine zieren messingene oder kupferne Spangen einheimischer Ar-beit; auch tragen sie Glasperlenschnüre um Hals und Arme. Außerdem behän-gen sie sich den Hals mit mancherlei andern Dingen, mit Talismanen und einerSchnupstabacksdose, die aus einem kleinen, in eine Flaschenform getriebenen Kürbißgefertigt wird. Sie führen fast fortwährend ihre Waffen bei sich, Schild, Assegai(Speer), Schlachtbeil und Knobkerri oder Keule. Der Schild ist von Büffel-oder Giraffenleder. Der Wurfaffegai, den der geschickte Krieger auf 100 Schrittdurch den Leib eines Mannes schleudert, ist sechs Fuß lang, der Stoßassegai kür-zer und dicker. Das zierlich gearbeitete Schlachtbeil hat eine dreieckige Klinge und einHeft von Rhinoceroshvrn. Die Männer beschäftigen sich nur mit Krieg und öffent-lichen Angelegenheiten, dem Hüten und Melken des Viehs, der Zubereitung derHäute und dem Roden.der Gehölze. Die Kleidung des Weibes besteht in einemledernen Karoß und einem kurzen Unkerrock von Pallahhaut. Um Hals, Arme,Beine und Gürtel tragen sie Schnüre von großen, schweren Glasperlen, zierlichauf mannichfache Weise gewunden und verschlungen. Das Geschäft der Weiber be-steht in Ackerbau, Heumachen, Brennstoffsammeln und den Arbeiten des Haus-standes. Sie cultiviren Mais, Hirse, Bohnen, Kürbisse und Melonen. BeideGeschlechter besolden den Kopf mit Sibilo, einer aus Fett und grauschillerndemEisenerze bereiteten Pomade. Ihre Speise besteht vorzüglich aus geronnener Milch,Mehlspeise und Gemüse, seltener aus Fleisch. Außerdem brauen sie Honigbier, Ant-schnall«. Ihre zahlreichen Viehheerden machen ihren Hauptreichthum aus. Richtigeraber wäre es wol, die Weiber dafür zu halten; denn ohne ihre Dienste kann derMann kaum bestehen, weshalb sich Jeder so viele Frauen als möglich erwirbt undhält. Der Preis eines gewöhnlichen Weibes beträgt etwa zehn Kühe, bei Rangoder Reizen mehr. Die verschiedenen Weiber eines Mannes leben im besten Ein-verständnisse miteinander. Die Ehe wird streng gehalten. Wiederverkaufen kannder Mann seine Weiber nicht, wol aber wegen geringen Vergehens mit dem Todebestrafen. Sie werden überhaupt hart und streng gehalten. Die Batschuana sindsehr lebhaft und aufgeweckt und fast immer guter Laune, freimüthig, gesellig undhöflich, aber doch auch hinterlistig, verschlagen, habsüchtig. Sie betrügen im Handel;der Reisende zieht aber ohne Gefahr vor Raubanfällen durch ihre Lande. ReligiöseIdeen scheinen ihnen ganz abzugehen; sie haben keinen einheimischen Namen für dieGottheit. Alle Stämme schwören bei ihren Königen. Es findet überhaupt eineArt von Heroenverehrung statt; die Thaten der Heroen sind Gegenstand ihrer Ge-sänge. Dabei ist der Glaube an Hexerei von großer und unheilvoller Wirkung.Der Einfluß der Zauberer und Regenmacher übertrifft sogar den des Königs. Eswerden manche orientalische (semitische) Gebräuche geübt, die aber alle Bedeutung ver-Die Gegenwart. Xll. 13