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loren zu haben scheinen. So findet Beschneidung statt, die mit dem achten und vier-zehnten Jahre mit großer Feierlichkeit vorgenommen wird. Vor Schweinen habensie einen fast unüberwindlichen Abscheu. Ihr höchstes geselliges Vergnügen besteht inTanz unter Begleitung von Gesang; ohne solche Tänze gibt es keine Festlichkeit.Jeder Stamm hat seinen König, welcher im ansehnlichsten Orte wohnt, erblich undheilig gehalten ist. Die königliche Autorität wird beschränkt durch die Häuptlinge,die sich in dem Pitscho oder Parlament versammeln und die öffentlichen Angele-genheiten freimüthig berathen. Der König sitzt dem Pitscho persönlich vor, eröffnetund leitet die Verhandlungen, spricht aber erst am Schlüsse derselben, wo erDiejenigen, welche „auf seinen Leib getreten und den Fuß auf seinen Nacken gesetzt",gehörig durchnimmt. Aber alle, noch so leidenschaftlichen Ausfälle werden aller-seits stets im parlamentarischen Sinne, also nie übelgenommen. Die Masse desVolks befindet sich in einer Art gelinder Leibeigenschaft und wird in allen Gefahrenvon ihren Herren beschützt. Eigentliche Sklaverei gibt es nicht.
Eine besondere Classe von Batschuana bilden die Balala (die Armen), welcheim ganzen Bereiche der Batschuanaländer in den Wüsteneien umherstreichen, wes-halb sie auch Bakalahari (Wüstenbewohner) genannt werden. Diese Elenden, welchewahrscheinlich von Verbannten abstammen, führen ohne Zweifel eine noch ärmlichereLebensart als die Buschmänner. Es ist ihnen durchaus nicht gestattet Vieh zu be-sitzen; ihr gewöhnlicher Unterhalt besteht in Heuschrecken, wilden Früchten, Wurzeln.Sie fangen jedoch viel Wild in Gruben, wo sie sich dann nach längerm Hungermit viehischer Gier vollschlingen. Wo ein Ortsbewohner sie antrifft, müssen sie ihmjeden Dienst ohne Vergütung verrichten.
Der Handel mit den Batschuana beschäftigt eine immer steigende Anzahl vonreisenden Handelsleuten. Dieselben erhalten von ihnen hauptsächlich Elfenbein, Ka-rosse, Straußfedern; dagegen vertreiben die Händler bei den Batschuana Glasperlen,Messing- und Kupferdraht, Messer, Beile, Kleidungsstücke, Schießpulver, Flin-ten u. dergl.
Die vorzüglichsten Batschuanastämme in den Vaalländern sind die Batlapi(Batklapi), die Barolong, die Baharutsi, die Baßuto. Die Batlapi bewohnen zwi-schen dem Malalarien, dem Vaal und der Kalahari eine weite Ebene, bestanden vonhohem Grase und Akaziengehölzen, welche jedoch in neuerer Zeit immer dürrergeworden ist. Die Ebene durchstießen von Osten nach Westen der Kuruman, derMakkwarin und die Moschuwa, welche sämmtlich in der Nähe der Kalahari in denSand sinken. Die Quelle des Kuruman, die Klibbolikhonni, ist ein Ort von großerSchönheit: aus einer weiten unterirdischen Felsenhöhle, aber in einer schmalen Öff-nung entspringend, füllt sie ein tiefes, breites Felsenbecken und bildet sogleich einenstarken Fluß. Die Batlapi treiben fleißig Viehzucht, Feld- und Gartenbau undeinen gewinnreichen Handel mit dem erwähnten Sibilo, einem staubigen Eisenglim-mer, welcher bei den Batschuana allgemein zur Haarsalbe, und mit Eisenocher,welcher zum Bemalen des Körpers benutzt wird. Mamusa, die Hauptstadt, hateine beträchtliche Ausdehnung und Bevölkerung und eine hohe kühle Lage. Kurima»,die frühere Hauptstadt, am Kuriman, ist dagegen sehr heruntergekommen. Der Ortzählte vor 30 Jahren über 10000 Einwohner, welche jetzt auf 3000 zusammenge-schmolzen find. Durch die hiesige englische Missionsanstalt, unter dem thätigenMoffat, sind fast sämmtliche Batlapi zum Christenthume bekehrt, obgleich die Viel-weiberei fortbesteht. Motito, wo sich eine französische Missionsanstalt befindet, liegtim Nordosten von Kuruman.
Die Barolong sind ein zahlreicher Stamm im Norden der Batlapi am Mo-lopo; ein Theil derselben bewohnt auch einen Strich des Hügellandes im Westender Blauen Berge, im Süden des obern Vaal. Thaba-Untschu, der Hauptort die-ser letzter« Barolong, zählt an 10000 Einwohner. Die dortigen Wohnungen sindim besten Batschuanastile sauber und ansehnlich erbaut. Man verfertigt hier schönePelzkaroffe und treibt damit einen beträchtlichen Handel. Die Baharutsi wohnen