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jetzt an den Vaalquellen, sind aber nur der Überrest eines früher weit zahlreichernStammes, welcher längs des ganzen Südabhanges des Limpopoquelllandes seinen Sitz.hatte und in manchen technischen Geschicklichkeiten sehr vorgeschritten war, namentlichin der Eisen- und Holzbearbeitung. Ihr damaliger Hauptkraal Kurritschan am Kur-ritschangebirge (der westlichen Fortsetzung des Kaschan oder Magalies-Randes) hatteüber 10000 Einwohner. Die dortigen Hütten waren sauber und geräumig, dieWände zuweilen mit plastischen Ornamenten versehen. Die Baharutsi wurden abergrößtentheils von dem unter dem furchtbaren Mosalekatsi hereinbrechenden Amasulu-stamme der Matebele zersprengt, die Matebele aber, die hier ihr Hauptquartier er-richteten, ihrerseits von den Boers (den holländischen Colonisten) vertrieben. DieBaßuto, ein mächtiger Stamm, bewohnen das obere Orangethal und die BlauenBerge bis zum Caledon und haben auf ihren schwer zugänglichen Bergen sehr ge-schützte Sitze. Ihr Hauptkraal Thaba-Baßu oder Bossigo, auf einem isolirten brei-ten Tafelberg am obern Caledon, ist nur an einem oder zwei Punkten zugänglichund ein starkes natürliches Bollwerk. Sie besitzen sehr zahlreiche Viehheerden, zie-hen auf ihren fruchtbaren Tafelgipfeln Weizen und anderes Getreide in großer Mengeund versehen damit die weiter westlich gelegenen Gegenden. Es befinden sich hiermehre große Missionsanstalten, nämlich Plaatberg, eine wesleyische Anstalt, undBerea, Morischa, Bethalia und Berseba, französische Anstalten. Der Häuptling derBaßuto, Moschesch, ist ein sehr intelligenter Mann. Seine Sohne haben in Cap-stadt eine sorgfältige Erziehung erhalten, sodaß sie z. B. nicht nur vollkommen eng-lisch und holländisch sprechen, sondern selbst in der englischen Literatur bewandert sind.
Das gesammke Land zwischen Vaal und Orange bildet jetzt den von den Boersgegründeten Orangefluß-Freistaat.
5) Die Republik der Boers zwischen Baal und Orange.
Es ist in diesem Werke schon früher, in den Abhandlungen über die Cap-colonie und die Colonie Natal ausführlich erzählt worden, wie und warum die hol-ländischen Ansiedler, die sogenannten Boers, schon seit Mitte der dreißiger Jahre ih-ren heroischen Auszug (Trekken) aus der Capcolonie nach dem Natallande antratenund dann auch von Natal aus immer wieder das Weite suchten.*) Die von cras-ser Unwissenheit der thatsächlichen Colonialverhältnisse zeugenden Maßnahmen der bri-tischen Regierung, insbesondere das rücksichtlose und ungerechte Verfahren derselbenbei Abschaffung der Sklaverei und die Verpönung von Selbstwehr gegen die unaufhör-lich erneuten Kafferneinbrüche waren es, welche vom Jahre 1835 an die Boers dazutrieben, das ihnen durch List und Übermacht aufgedrungene Joch der Engländer ab-zuschütteln, indem sie zu Tausenden aus den Grenzen der Capcolonie in der Rich-tung nach Natal (Weihnachtsküste) hin auswanderten. Sie schlugen sich muthigdurch ihre zahlreichen schwarzen Feinde, vertrieben den furchtbaren MatebelehäuptlingMosalekatse (1836), vernichteten die Macht des heimtückischen Sulukönigs Dingaan(1838) und begannen nun das schwererrungene Natalland mit Fleiß und großemErfolge zu besiedeln. Bald aber mußten sie sich auch hier unter die verhaßte Ge-walt der Engländer beugen. Die britische Regierung nämlich machte gegen dieBoers den hyperfeudalistischen Grundsatz geltend, daß der britische Unterthan, wenner in ein anderes Land zöge, nicht aufhöre ihr Unterthan zu sein, sondern daß ervielmehr durch seinen Auszug auch den fremden Boden zu einem britischen Besitz»
*) Bgl. hierüber S. 536 — 530 in dem Artikel ,,Das Cap der guten Hoffnung", im viertenBande der „Gegenwart", insbesondere aber den Artikel „Die Colonie Natal in Südafrika"im sechsten Bande, S. 735—757. Diese beiden Artikel und die vorliegende Arbeit sind ausein und derselben Feder hervorgegangen, und die hier mitgetheilten Berichte über denBoerstaatzwischen Vaal und Orange und die Boerrepublik jenseit des Vaal (im Sambesebecken) sind alsder Schluß jener beiden ersten Artikel über die südafrikanischen Colonien anzusehen. D. Red.
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