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Zwöflter Band.
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Afrika. 197

Engländer die Grundstücke von 3000 Morgen auf die Hälfte herabsehen wollten, war,wie schon oben bemerkt worden, ein Hauptgrund gewesen, weshalb, die Boers ihreim Natallande errichteten Niederlassungen wieder verlassen hatten. Übrigens hat sichunter ähnlichen Verhältnissen auch in andern Ländern die Ansicht bewährt, daß einso ausgedehnter Grundbesitz, wie ihn die Boers in Südafrika fodern, für den schwung-haften Betrieb der Viehzucht durchaus erfoderlich sei. So umfaßte z. B. in Cali-fornien zur Zeit, wo man daselbst noch ausschließlich Viehzucht trieb, ein Gehöfteoder Rancho nie weniger als einen Sitio, d. i. 2500 Morgen.

Der Hauptmarkt für das ganze Land ist Pietermarihburg, wie Natal der ein-zige natürliche Hasen. Die Städte des Landes, alle im Aufblühen begriffen, sind Bloem-fontain, die Hauptstadt mit 200 Häusern, zwei Kirchen, zwei Kapellen, öffentlichemSchulgebäude, Zeitung, Clubhaus und Theater; Smithsield, 80 Meilen südöstlichvon Bloemfontain; Wienburg, 60 Meilen nordöstlich von Bloemfontain; Harry-smith, am Eingänge zum Hauptpaß über den Drakenberg, mit vortrefflichem Acker-lande und reichlicher Wasserkraft für Mühlen und andere Industrieanlagen. Einen ge-fährlichen Nachbar hat die Republik an dem Batschuanastamme der Baßuto. Moschesch,der Häuptling dieses Volk, ist fortwährend mit den Boers gespannt, und Feindselig-keiten stehen immer zu befürchten. Die Engländer hatten es kurz vor dem Ausge-ben ihrer Herrschaft über den Boerstaat unternommen, diesem Häuptlinge wegen sei-ner Viehräubereien an den Boers und Barolong eine ernstliche Züchtigung zu er-theilen. Große Heerden wurden von den Baßuto ohne Unterlaß weggetrieben. DerGouverneur Cathcart benutzte nach Dämpfung des erwähnten Kaffernkriegs die An-wesenheit der englischen Streitmacht im Amakosalande, um auch eine Truppenab-theilung gegen Moschesch zu expediren. Vier Regimenter Infanterie, eine Schwa-dron Cavalerie, eine halbe Batterie und das Capcorps zogen unter Cathcart's per-sönlicher Anführung über den Stormberg, setzten über den Orange und lagerten am14. Dec. 1852 vor Chaba-Baßu, dem Hauptorte der Baßuto. Am folgenden Tageerschien Moschesch vor dem General Cathcart, der dem Häuptlinge zur Strafe dieLieferung von 10000 Ochsen innerhalb drei Tagen auferlegte. Moschesch zeigte sichzwar unterwürfig, erklärte aber, daß „ein gebissener Hund die Zähne weise". Dochsandte er am dritten Tage 3000 Ochsen, welches Opfer indessen Cathcart nicht be-^ friedigte. Die britische Streitmacht rückte nun ins Gebirge vor und wurde hier vonden Baßuto zuerst angegriffen. Die Engländer erstürmten den schwer zugänglichenTafelberggipsel, wo sie die Baßuto-Armee, an 7000 Reiter, aufgestellt fanden. Die-selbe manövrirte mit der Regelmäßigkeit europäischer Truppen und suchte die Eng-länder in die Flanke zu nehmen. Das Gefecht entbrannte hitzig und dauerte bisSonnenuntergang. Die Engländer erbeuteten an diesem Tage 5500 Ochsen, sodaßsie mit Einschluß der freiwillig gelieferten 8500 Stück besaßen. Indessen zählte diebritische Armee aber auch 38 Todte und 16 Verwundete. Moschesch gab am folgen-den Tage nach, und es kam am 20. Dec. 1852 ein Friede zustande.

Das Sambesebecken.

Das nun nördlich folgende Becken des obern Sambese (Zambezi) bildet, vomWendekreise bis zum 12. Breitengrade ausgedehnt, einen der großartigsten TheileAfrikas. Es hat eine regelmäßige Beckenform, indem es, rings von Gebirgen oder Hoch-. landen umgeben, in der Mitte aus einer verhältnismäßig tiefliegenden Ebene besteht.Die Südgrenze bezeichnen der Awaß, die Nordkalahari und das Quellland des Lim-xopo. Die Westgrenze umgibt erst ein breiter und hoher Tafellandzug in nördlicherRichtung, dann vom Norsefluß (im 17.° der Breite) aus das die Küstenstufen vonBenguela krönende Gebirge bis zum hohen Gebirgsknäuel Lobale (10—12° Breite).An der Ostseite des Beckens läuft der Gebirgsrand vom Limpopohochland aus nord-nordöstlich,' der Küste parallel bis zum 12. Breitengrad, von wo an der Gebirgs-rand einen südwestlichen und nordwestlichen Bogen beschreibt bis an den Lobale,