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welcher Gebirgsknäuel an der Spitze des Ganzen steht wie die Rose an einem go-thischen Spitzbogen.
Die Ebene des innern Beckens wird von dem mächtigen Systeme des obernSambese durchzogen, welches eine große Anzahl starker Gewässer in sich begreift,weshalb auch bei den Eingeborenen dieser Landstrich Linokaneka, d. h. „Flüsse aufFlüsse" heißt. Der Hauptfluß, der Liambei (Liambege, Luambege, wahrscheinlichnur eine dialektische Verschiedenheit von dem an der Küste üblichen Namen Sam-bese, Siambese), d. h. Fluß, entspringt im Lobale, zieht südwestlich bis Nariele (15°24' Breite, 20° 46' Länge), dann südöstlich bis Sescheke (17° 51' Breite, 22°Länge), endlich östlich durch noch nicht bekannte Strecken bis zu den Küstenstufe».Der Fluß hat im mittlern Laufe bei Sescheke auch am Ende der trockenen Jahres-zeit tiefes Wasser, eine reißende Strömung und die Breite einer englischen Meile.Auf der Strecke zwischen dem 16. und 17.° seines südöstlichen Laufes sind die Fluß-ufer hoch und bewaldet. Zahlreiche Werder von 5 — 5 Meilen Länge, mit der üp-pigsten Vegetation bedeckt, folgen im Flusse aufeinander. Der Fluß enthält hierWasserfälle von 4 — 5 Fuß Höhe, welche nebst verschiedenen Stromschnellen dieSchiffahrt gefährlich machen. Auch gibt es außerdem einige bedeutendere Wasser-fälle, wie den von Gonja in der Waldregion, den von Mosi-wa-Thünja (Dunstdon-nerer) unterhalb Sescheke. .Auch der von ältern portugiesischen Schriftstellern an-geführte große Wasserfall Chicoranga gehört wahrscheinlich zum Liambei. Im 16.°der Breite entfernen sich die hohen, bewaldeten Flußufer voneinander in zwei Hügel-reihen, die 16—40 Meilen vom Flusse nach Nordosten und Nordwesten ziehen. Dasvon ihnen begrenzte, an 80 Meilen breite Thal, das Barotseland, ist alljährlichenÜberschwemmungen ausgesetzt. Der Hauptnebenfluß des Liambei ist der Tschobe,der im nordwestlichen Grenzgebirge des Beckens entspringt und einen südöstlichenLauf hat bis zum Kraal Sekelete (18° 17' Breite und 21° 30' Länge), wo erplötzlich nach Nordosten umbiegt und bei Sescheke in den Liambei mündet. DerTschobe, ein schöner Fluß, steht dem Liambei nicht viel an Wassergehalt nach undhat selbst am Ende der trockenen Jahreszeit 15 Fuß Tiefe. Der Liambei enthältaußerdem eine Menge kleinerer Zuflüsse im obern Laufe, aber wol nicht viele im un-tern, indem der dem Liambei hier nördlich gelegene Theil des Beckens in den Ba-schukulompo oder Manintschi sein Gewässer zusammenfaßt, welcher südöstlich vomLiambei entspringt, einen demselben parallelen kleinern Bogen beschreibt und am Randedes Beckens in den Liambei mündet.
Einen ergänzenden Theil dieses Flußsystems bildet im Westen desselben dasNgamisystem. Der See Ngami (20° Breite und 20° Länge) hat eine Länge von65 Meilen und eine Breite von 12 —14 Meilen und führt süßes, klares und küh-les Wasser. An der Nordwestecke wird er durch den Tiuge gespeist, einen schma-len, aber tiefen Fluß, welcher während der Monate Juni, Juli rznd August seineUfer überschwemmt. Er entspringt aus noch unbekannten Quellen im nordwestlichenGrenzgebirge des Beckens und' hat im Ganzen eine südöstliche Richtung, windet undschlängelt sich aber ungemein. Bei seiner beträchtlichen Tiefe dürfte er ziemlich weithinauf schiffbar sein. Seine Breite beträgt im untern Laufe nur an 120 Fuß, sollaber aufwärts um Vieles zunehmen. Die Flußufer sind in der Regel niedrig undbesitzen einen von üppiger Vegetation beschatteten, fruchtbaren Boden. Der Tiugebiegt in seinem obern Laufe einen Arm ab, den Zo, welcher an der Nordostecke desNgami mündet. In denselben fließt ein bei Sekelete südwestlich abzweigender Armdes Tschobe, der Mababe, sodaß man aus dem Ngami nach Sescheke am Liambeifahren kann. Außerdem stehen die Flüsse miteinander und mit dem See durch zahl-reiche Querkanäle in Verbindung. Auf diesen verschiedenen Wegen ziehen währendder Flutzeit die Liambeiwasser westwärts in den Ngami. An der Südostecke desNgami fließt von demselben ab der Sauga, welcher Fluß eine Breite von 600 Fußmißt, wie der Ngami reich bewaldete Ufer und einen östlichen, dann südöstlichen Laufvon 300 Meilen hat, worauf er in einer Reihe von großen Salzlachen, von welchen