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Afrika.
die Lache von Tuetue 100 (englische) Meilen lang ist, endigt. Sämmtliche Gewässerwimmeln von Fischen meist eigenthümlicher Art, und Hippopotamen, welche die An-wohner mit Harpunen erlegen, sind sehr zahlreich. Der Liambei und der Tiuge über-schwemmen jährlich ihre Ufer an 80 —100 Meilen weit. Wenn der Liambei an10 Fuß steigt, steht das ganze Barotsethal unter Wasser. Gewöhnlich tritt währendder Flutzeit das ganze, von Osten nach Westen an 500 Meilen breite System vonFlüssen, Seen, Salzpfannen, Sümpfen und Querkanälen miteinander in Verbindungund bildet einen großen Frischwassersee.
Dennoch ist das Klima in dem südlichen Theile des Beckens ein trockenes, unddiese das weite Land befruchtenden Fluten kommen aus großer Entfernung, aus denGebirgen und Hochlanden. Man sieht, daß zwischen dem Systeme des obern Sam-bese und des Ngami und dem des obern Niger (des Binue oder der Tschadda) unddes Tschad, welche letzter« Wassersysteme während , der jährlichen Flutzeit ebenfalls mit-einander in Verbindung stehen, eine ausfallende Ähnlichkeit stattfindet. Beide Seen,der Tschad und der Ngami, dienen offenbar zu Reservoirs, in welche, außer dem vonden eigenen starken Zuflüssen hergeführten Wasser, ein großer Theil des überflutendenWassers der großen Flüsse des Binue und des Liambei abgeleitet wird, wo es sichdann für die trockene Zeit hält, und zur Befruchtung der von den Hauprflüssen derbeiden Systeme weit entlegenen Striche beiträgt. Mit einer Kunst, wie alte Cultur-völker, die alten Ägypter, die Babylonier, die ältern Einwohner von Nordamerikasie besaßen, könnten diese Naturvorrichtungen offenbar leicht zu den großartigsten Jr-rigationsanstalten benutzt werden. So aber waltet hier die Natur allein.
Unterhalb des Randgebirges betritt der Liambei, jetzt den Namen Sambese anneh-mend, die Mittelstufe Monomotapa (Mwana Motapa). Der Strom zieht durch dieselbein einem runden Bogen an der portugiesischen Stadt Tete vorüber, bis zum Lugote,dem Randgebirge der Mittelstufe, welches nordsüdlich streicht, durchsetzt dann, sichdurch furchtbare Engpässe zwängend, das Randgebirge, und durchstießt nun das Küsten-land von Sena. Der untere Sambese oder die Cuama ist, obwol meist schiffbar, dochkeineswegs ein so mächtiger Fluß wie der obere im Binnenlande, ein Punkt, der nochder Erklärung bedarf. Vielleicht, daß beim Mosi-wa-Thunja wegen Unvollständigkeitdes Bettes weniger ein Ausfließen als ein bloßes Überfließen stattfindet, und daß beihöherm Wasserstande und unmittelbarer Verbindung mit den westlichen Gewässernein Theil des Sambesewassers nach Westen und Süden abzieht.
In geognostischer Hinsicht ist das Becken noch ganz unbekannt. Das innereBecken ist augenscheinlich tiefer Culturboden; das westliche Hochland zeichnet sich ge-rade wie dessen südliche Fortsetzung Namaquachnd durch das häufige Vorkommenvon Kupfer aus; der Ostrand aber ist allem Anscheine nach seiner Metallschätze hal-ber von uraltem Ruhme. Die östlichen Randanhöhen, welche die nördliche Fortsetzungdes Comate bilden, führen bei den ältern portugiesischen Schriftstellern den Namender Anhöhen von Fura oder Afura, in dem das alte Ophir leicht zu erkennen wäre.Auch erwähnt man hier der silberreichen Ebene von Chicowa, sowie reichhaltigerKupfer- und Eisenminen. Das Eisen soll von besonderer Güte und seit den älte-sten Zeilen schon von den Einwohnern trefflich benutzt worden sein. SW erzeugtendaraus Stahl von großer Härte und fertigten davon Schwerter und sonstige Waffenvon besonderer Güte, weshalb im Alterthume ein directer Handel in dieser sehr ge-suchten Waare zwischen Sofala und Indien stattfand. Wir müssen jedoch abwar-ten, inwiefern diese Punkte von zukünftigen Reisenden bestätigt werden.
Wie nach den günstigen Naturverhältnissen zu erwarten, ist der Boden fastüberall fruchtbar und die Vegetation großartig entwickelt. Die Gefilde bedeckt lan-ges ind zartes Gras und die Holzung ist herrlich. Während in der Orangeter-rasse die Akazie und derlei schwächliche Bäume vorwalten und ausgedehnte Streckenganz unbeholzt sind, ist der Baumwuchs hier in Stammmächtigkeit und Walddichtig-keit gleich gewaltig. Große und schöne Bäume, meist ganz unbekannter Art, zierenfast überall die Landschaft. Über alle aber ragt der riesige Baobab (oder Nwawa)