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so hoch empor, daß seine Gefährten fast wie Büsche erscheinen. An günstig gewäs-serten Stellen erreicht der Stamm eine Dicke von 60—100 Fuß im Umfange, welcheDicke bis 30 Fuß hoch anhält, wo die Zweige sich theilen, welche horizontal lausenund stumpf endigen. Das Holz ist weich und unbrauchbar, das Laub gleicht demder Sykamore, die Frucht ist eine Nuß von der Größe eines Schwaneneis. DieBäume stehen einzeln oder in Reihen in beträchtlicher Entfernung voneinander, wiedurch Menschenhand gepflanzt. Ein schöner, eigenthümlicher Baum ist auch die Mo-schoma, reichlich an Flußufern, von schlankem, hohem Wüchse, mit sehr hoch begin-nender Astbildung, dichtem, dunkelm Laube und einer feigenartigen Frucht, die, ge-trocknet und zu Mehl zerstampft und dann mit Wasser gemischt als ein wie Honigaussehender und schmeckender Brei genossen wird. Viele Bäume zeichnen sich durchLuftwurzeln aus, die sich von den Zweigen herab in den Boden erstrecken. Außer-dem sind häufig Dattel- und andere Palmen, Bananen, Adansonien, Sykamoren(wilde Feigen) und mancherlei Fruchtbäume mit orangen- und pflaumenartigem Obste.Die Flora ist sehr schön und mannichfach und bietet dem Botaniker ohne Zweifelviel Neues und Interessantes. Der Ackerbau in den Ebenen am Liambei und Tiugeist beträchtlich. Man zieht Gerste und Mais in großer Menge, ferner Manioc,Uams, süße Kartoffeln, Erbsen, Motu-o-notsi (die Bohne mit unterirdischen Schoten,bei den südlichen Batschuana, wie schon erwähnt, Fleau genannt), Zuckerrohr, Ta-back, Kürbisse und Melonen. Irrigation ist zum Ackerbau fast nirgends ersoderlich,da der Boden hinreichend feucht.
Infolge des vermehrten Baumwuchses, den das Sambesebecken ausweist, tretenwir auch hier erst in die eigentliche Heimat des afrikanischen Hochwildes, der baum-weidenden Giraffen und Elefanten. Der afrikanische Elefant unterscheidet sich vondem asiatischen durch einen rundern Kopf, eine etwas eingedrückte Stirn, größere Oh-ren und eine eigenthümlich gefurchte Oberfläche seiner Backenzähne. Auch sind dieStoßzähne länger und beide Geschlechter damit versehen. Die Stoßzähne des Stiereszeigen sich zierlich zugespitzt und schön gebogen; die Länge derselben beträgt 6 — 8Fuß, das Gewicht 60 — 100 Pfund das Stück. Es kommen aber auch Zähne vor,welche 41 Fuß lang sind und 175 Pfund wiegen. Die ältern Stiere halten zu-sammen in Heerden von 6—20, die jünger» bleiben mehre Jahre bei den Mütternin Heerden von 20—100. Das Futter der Elefanten besteht in Zweigen, Laub undWurzeln der Bäume, in Kam und andern Knollen. Sie sind ungemein scheu vorMenschen, ein Kind kann hundert in die Flucht jagen, sodaß sie sehr unzugänglichund viel seltener gesehen werden als anderes Wild. Ihr Hauptquartier ist in denverschlossensten Gründen des Waldes, fern von den Quellen oder Flüssen, wo siesaufen, was bei kühlem Wetter nur jeden dritten oder vierten Tag geschieht. Sieverlassen dann ihren Aufenthalt bei Sonnenuntergang und ziehen nach der vielleicht12—20 Meilen entfernten Tränke, wo sie, um Mitternacht ankommend, ihren Durststillen und sich große Wassermassen mit dem Rüssel über den Leib spritzen, woraufes wieder zurückgeht. Sie lagern sich gewöhnlich um jene riesigen Ameisenhügel,welche mitunter 20 Fuß hoch und 100 Fuß im Umfange haben. Nach wenigenStunden Schlaf suchen sie die Weide auf, eine Zickzackrichtung verfolgend und dieBäume auf ihrem Wege in unglaublicher Anzahl zerstörend; denn viel mehr wirdniedergerissen als verzehrt. Die riesige Gestalt des Elefanten, sein scharfsinnigesWesen, sein kühner, freier, schweifender Gang, die Leichtigkeit seines Trittes, dasSanfte seiner Bewegungen machen auf den Beschauer einen tiefen Eindruck. Wirder aber angegriffen, so zeigt er sich als der schrecklichste Feind; nichts gleicht anFurchtbarkeit dem Angriffe einer Heerde Elefanten, die mit erhobenen Rüsseln undwildschrillem Trompetenton anstürzt. Das Rhinoceros findet sich hier in vier Arten,das Boreleh oder gewöhnliche schwarze, das Keitloa »der schwarze zweihörnige, dasMutschokscho oder gewöhnliche weiße, und das Kobaoba, das weiße, mit an vier Fußlangem Horn, das Einhorn der Alten. Das schwarze nimmt sein Futter von dendornigen Zweigen der Akazien und hat furchtbare Anfälle von plötzlichen: Jähzorn.