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Afrika.
Das weiße zeigt sich nicht so wüthend, frißt Gras nnd ist beinahe so groß wie derElefant. Merkwürdig ist der Rhinocerosvogel, ein grüner Vogel von der Größe ei-ner Drossel, der sich auf dem Rücken dieser Thiere aufhält und von den Zacken undandern Insekten, die sich aus der Haut finden, lebt. Sobald ein Feind naht, fliegtderselbe auf und erweckt seinen Wirth aus dem tiefsten Schlafe. Das Hippopota-mos, dessen Zähne so werkhvoll wie das Elfenbein des Elefanten sind, findet sich inden größern Gewässern oft in Heerden von 50 Stück. Der Büffel, äußerst wild,mit ungeheuer breiten und hohen Hörnern, kommt in Heerden bis zu 800 Stückvor. Die Giraffen, deren Stiere 18 Fuß hoch werden, trifft man in Heerden von— 50 Stück. Sie nehmen sich sehr unmuthig aus in ihren Gehölzen, den zier-lichen, schirmartigen Akazien, deren Wipfel sie beweiben. Die Antilopen sind hierfast so zahlreich wie im Orangebeckcn; viele der schönsten Arten sind hier eigentlichzu Hause. Das Wildschwein (8us Uviomms) und das Warzenschwein (?t>sookos-rus .äsiisni) sind ebenfalls häufig. Der Löwe findet sich überall in abgelegenenTheilen, besonders gefährlich und verschlagen, wenn alt. In den Flüssen und inden Seen gibt es bis 18 Fuß lange Krokodile. Eine große Plage sind die Schwärmevon Ameisen und Heuschrecken. So großen Schaden die letztem durch ihre wun-derbare Anzahl und Gefräßigkeit anrichten, so vielfach dienen sie auch selbst wiederzur Speise. Wo sie sich während der Nacht niederlassen, werden sie von Vögeln,Raubthieren, Eidechsen und Schlangen verschlungen. Lassen sie sich bei Dörfern nie-der, so erscheint die Einwohnerschaft mit Säcken und Packochsen, um die für Vieh,Hunde und geröstet auch für die Menschen selbst hochgeschätzte Speise zu sammeln.Als entschiedene Plage aber zeigt sich jedenfalls die namentlich in niedrigen Gegen-den häufige Setseh (Oiossina morsitans), eine kleine Fliege, deren giftiger Biß Rin-dern und Pferden entsetzliche Geschwülste und einen schleunigen, unvermeidlichen Todverursacht. Dennoch besitzen die einheimischen Stämme zahlreiche Rinderheerden.
Die Einwohner sind größtentheils Batschuana oder, wie sie sich hier nennen,Batoa oder Batoani, von den ältern portugiesischen Schriftstellern Abutua oder Ba-tua genannt. Ihr hoher Wuchs, ihre kräftige Muskelentwickelung bezeuge» die Zu-träglichkeit des Klimas. Die folgenden sind die an Liambei und Tschobe bekanntgewordenen Stämme. Die Makololo, mit dem Hauptkraal Sescheke, sind ein reicherund mächtiger Stamm. Die Banjeti bewohnen die Waldregion im Norden der Ma-kololo, sind arm, aber arbeitsam, geschickte Jäger auf Hippopotamen und anderesWild und bauen viel Korn, leiden aber sehr von der schon erwähnten Setsehfliege.Die Barotse bewohnen das erwähnte breite, jährlich überschwemmte Thal und dieanliegenden Plateaus. Das Thal besteht aus vortrefflichen, von hohen (zuweilen12 Fuß hohen und 1 Zoll dicken) Gräsern gebildeten Weiden, welche zahlreiche, stark-wüchsige Heerden ernähren. Die Kraale sind zahlreich, aber klein, weil die Einwoh-ner wegen ihrer großen Heerden nicht sehr zusammengedrängt wohnen können. Na-riele, der Hauptkraal, hat nur 1000 Einwohner. Der Überschwemmung halber wer-den die Kraale auf künstlich erhöhtem Boden errichtet. Östlich von Nariele liegtKatongo, eine portugiesische Handelsstation, die fernste im Innern. Die Plateaus,die sich zu beiden Seiten des Thales —500 Fuß über das Niveau der Über-schwemmung erheben, enthalten fruchtbare, ausgedehnte, mit mannichfachen Erzeug-nissen, unter Anderm mit Zuckerrohr bestellte Gefilde. Die Balonda besitzen den west-lichen Theil des obern Oaiellgebiets des Liambei und gelten für das mächtigste Volkin diesen Gegenden. Den östlichen Theil des obern Liambeiauellgebietes bewohnendie Amboila.
Am Ngami und an der untern Tiuge sind Letscholetebe's Batoana (nach demHäuptling so benannt) der herrschende Stamm. Sie beschäftigen sich hauptsächlichmit der Jagd, haben große Schaf- und Ziegenheerden, aber jener erwähnten giftigenFliegen halber verhältnismäßig wenig Hornvieh. Am zahlreichsten und wahrscheinlichhier eigentlich einheimisch sind die von den Batoana unterjochten Hottentotten, Ba-jeje, Batletle oder Baklekle genannt, was nur verschiedene Batschuana-Modifikationen